Islands in the Stream / Wissenschaft und Hedonismus.

Deep Fuck Records: Wissenschaft und Hedonismus © Kai von Kröcher, 2020/2021

 

How can we ever be the way we were. +++ Mein Sohn ist jetzt Dekker-Fan, wer auch immer das ganz genau sein mag, der Dekker. Denn auch wenn ich doch eher der Waldorf-Typ bin, wir mussten das Video uns gestern noch einige hundert Male gemeinsam reinpfeifen, um es mal flapsig zu sagen. Otto jedesmal ganz begeistert: “Da kommt er wieder – das ist vielleicht ein Tüüüüp!!!” +++ Hier zum Reinschnuppern das Video: This Here Island (anklicken). +++ Hatte ich mal erwähnt, was ich bei Islands In the Stream Anfang der Achtziger immer verstanden hab? Eyeless industries, that is what you are. “Ah”, dachte ich damals: “Dolly Parton und Kenny Rogers klagen an!” +++ Übrigens aus der Feder der Bee Gees, das wusste ich auch nicht – B-Seite “in den Staaten”: I Will Always Love You

 

Überschrift inspired by: Islands in the Steam © Kenny Rogers & Dolly Parton, 1983

Überschrift also inspired by: Wissenschaft und Hedonismus © Frischfleisch, 2021

Lyrics: This Here Island © Dekker, 2019

Diving for Vinyl / You’ll never catch him.

Fiktive Plattencover, Vol. 1: Egal – Music for Stupids © Kai von Kröcher, 2020/2021

 

Never before, ever let ’em in, drowned when the river got stuck in the stream. +++ Fühlen Sie sich auch manchmal betrogen? +++ Wenn man am Sonntagvormittag nichts mit sich anzufangen weiß, kann man zum Beispiel im Internet alles über den Büffelmann lesen – oder aber fiktive Schallplatten herausbringen…

 

Überschrift inspired by: Shipbuilding © Elvis Costello, 1982

Überschrift also inspired by: You’ll Never Catch Him © Buffalo Tom, 2007

Lyrics: Hollywood Gown © Heimberg5000 feat. The Mysterious KvK feat. Johnny Ca, 2001 (?)

Bad Bunny / Ich fahr’ jeden Tag nach Mendocino.

Straße der Romantik: Is this the Way to Amarillo (A100) © Kai von Kröcher, 2020

 

Don’t need an egomaniac in my life to drive me wild. +++ Was man in den Medien so hört, ist Bad Bunny aus Puerto Rico der meistgestreamte Künstler des Jahres bei Spotify, wahrscheinlich habe ich einfach den Anschluss verpasst. +++ Ist das jetzt gut oder schlecht? +++ Straße der Romantik ist der Untertitel dieses Bildes, es entstand an der Sonnenallee in Blickrichtung Süden am Ausbau des Autobahnteilstück des Stadtrings A100. Was für ein langes Wort! Wenn ich es recht bedenke, hatte auch Regisseur Ralf Beyerle vor gar nicht so allzu langer Zeit einen Film mit dem Titel Mendocino gedreht. Aber auch das stimmt schon wieder nicht, fällt mir gerade auf: Ralf Beyerle vor Jahren “lief” einmal auf dem Wettbewerb von Mendocino – das nämlich ist der Michael-Holm-Bezug, das war mir doch irgendwo noch in Erinnerung. +++ Mendocino werfe ich seltsamerweise immer in einen Topf mit Sacramento von Middle of the Road oder mit Amarillo. +++ Nachspiel (Aftermath) damals übrigens war ein sehr guter Film. +++ Jetzt muss ich aber gleich los, die Konkurrenz schläft nicht…

 

Überschrift inspired by: Bad Bunny (* 10. März 1994 als Benito Antonio Martínez Ocasio in San Juan), aus Puerto Rica stammender Latin-Trap- und Reggaeton-Sänger

Überschrift also inspired by: Mendocino © Michael Holm, 1969 (Cover)

Bildunterschrift inspired by: Is This the Way to Amarillo © Tony Christie, 1971

Lyrics: Free © SAULT, 2020

Nachspiel (Aftermath, Kurzspielfilm) © Ralf Beyerle (Drehbuch/Regie), D 2015

Sacramento © Middle of the Road, 1971

Jannowitzbrücke / Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.

Wohin soll das führen: S-Bhf. Jannowitzbrücke (Panoramadrama) © Kai von Kröcher, 2020

 

Hard turns, shit deals, old friends. +++ Auf der Suche nach Bandnamen stolpere ich hin und wieder auch über das Wort Freizeitangebot, ich rechne dem Chancen aus. +++ “Sag, was ist das für eine Beatband?”, um es mit dem Fuchs, der Eule oder der Schlange im Grüffelo zu sagen: Ja, oder was könnte dieser Freizeitangebot zum Beispiel auch für ein Einzelinterpret sein? +++ Dieses Lied dieser Geierkombo von Annenmaykantereit, das ich neulich lobend und gleichzeitig peinlich berührt. Das ich da letztens erwähnt hatte. Das lief eben im Radio, und dieses Mal wusste ich auch, woran es mich beim ersten Mal Hören erinnert hatte: Lay Lady Lay von Bob Dylan. +++ Als hätte ich gemeinsame Erinnerungen mit Bob Dylan. +++ Bob Dylan, der als gebürtiger Robert Zimmermann übrigens ein Urgroßneffe des Berliner Baumwollfabrikanten Christian August Zimmermann ist. Jannowitz, wollte ich sagen – nicht Zimmermann: Christian August Jannowitz, der sozusagen den Bau damals der nach ihm benannten Brücke initiierte, hier schließt sich der Kreis. +++ Das ältere Paar da am rechten Bildrand, man erkennt es hier kaum – gerade hatte ich eine Assoziation, das soll jetzt bloß aber nicht geschmacklos sein oder klingen. Ich dachte an ein älteres Ehepaar, das hatte ich in irgendeinem Film mal gesehen. Da sitzt ein älteres Ehepaar ganz friedlich auf einer Parkbank, ein fast schon idyllisches Bild. Ganz bekannt, aber ich komme nicht drauf – ist das Holocaust? Dann aber kommt man näher und man sieht, die beiden sind tot. Vor ihrer Abholung und Deportation mit, sagen wir mal, Schlaftabletten selbst vergiftet. +++ Heute morgen im Radio hatten sie gesagt, das kommt jetzt ein bisschen Oberschüler-intellektuell angehaucht. Sie hatten gesagt, vor einhundert Jahren wurde Paul Celan geboren, den Nachnamen unterstreicht mein Rechtschreibprogramm mit dem Rotstift als Fehler – Annenmaykantereit allerdings auch. +++ Untertitel des Bildes heute: Wohin soll das führen mit der verdammten Panoramafotografie?!

 

Überschrift inspired by: Jannowitzbrücke (Berlin-Mitte), erstmals erbaut 1822, verändert und zerstört, neu wieder aufgebaut, verbindet Luisenstadt und Stralauer Viertel.

Überschrift also inspired by: Todesfuge (Gedicht) © Paul Celan, 1944/45

Lyrics: Funny Treats © Get Well Soon, 2020

Der Grüffelo (The Gruffalo, Kinderbuch) © Julia Donaldson/Axel Scheffler, 1998

Gegenwart © Annenmaykantereit, 2020

Lay Lady Lay © Bob Dylan, 1969

Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss (vierteilige TV-Miniserie) © Marvin J. Chomsky (Regie), USA 1978

Paul Celan (* 23. November 1920 als Paul Antschel in Czernowitz, Rumänien; † verm. 20. April 1970 in Paris, Suizid), deutschsprachiger Lyriker

Double Feature / Kühllaster.

Schönste Plätze Europas: (fast) Holzmarkt, Berlin © Kai von Kröcher, 2020

Sehnsuchtsort: S-Bahnhof Marzahn © Kai von Kröcher, 2020

 

Here am I on trains of solace, the moment I could win. +++ Mit dem Bild heute (unten) will sich kein Gefühl der Befriedigung einstellen: Zu viel Firlefanz, die Message kommt nicht richtig rüber. +++ In Zukunft werde ich (erst einmal) nur noch unvollendete Werke produzieren, das scheint mir der Realität angemessen. +++ Das Bild oben ist von gestern, es war nur bei Instagram gezeigt worden. +++ Was es mit der Überschrift heute auf sich hat? Ich bin ständig auf der Suche nach Bandnamen – und Kühllaster ist ein besonders gelungener. Zeigt das ganze Dilemma, in dem wir zukünftig stecken…

 

Überschrift inspired by:

Überschrift also inspired by:

Lyrics: It’s Been Done © Angela McCluskey, 2004

One More Second / Günter Mittags 52ster Geburtstag.

Die Zeit steht still und es wird Herbst: Kottbusser Tor © Kai von Kröcher, 2020

 

Like when the earth shakes then the silence that follows. +++ “Erstaunlich!”, wie der Grüffelo es ausdrücken würde. +++ Erstaunlich, wie schnell die Menschen einen vergessen haben… +++ “Person, Man, Woman, Camera, TV!”

 

Überschrift inspired by: One More Second © Matt Berninger, 2020

Überschrift also inspired by: Günter Mittag (* 8. Oktober 1926 in Stettin; † 18. März 1994 in Berlin), von 1966 bis zum Herbst 1989 Mitglied des Politbüros des Zentralkommitees der SED

Bildunterschrift also inspired by: Seemann © Rammstein, 1995

Lyrics: Caves © Gregory Alan Isakov, 2018

Der Grüffelo (The Gruffalo, Kinderbuch) © Julia Donaldson/Axel Scheffler, 1998

Wie einst Real Madrid / Wir warten aufs Christkind.

Mittelpunk der Welt: Kreuzigung vor der Baerwaldbrücke © Kai von Kröcher, 2020

 

You’ve just gotta be strong if you’re one of the sixteens. +++ Damals, bei Hillary Clinton, bild’ ich mir irgendwie ein, da bin ich am Wahlabend abends im Kaffee Burger gewesen, Tamie hatte da einen Auftritt gehabt. Der Taxifahrer zurück hatte noch merkwürdige Thesen ans Holz genagelt, ins eine Ohr rein, durchs andere wieder raus. Als ich am Morgen das Radio anmachte, war Trumpi-Boy Präsident – da musste ich lachen, keine Ahnung, warum.

 

Überschrift inspired by: Wie einst Real Madrid © Sportfreunde Stiller, 2000

Überschrift also inspired by: Wir warten aufs Christkind (Kindersendung) © ARD, D 1960 bis 2005

Bildunterschrift inspired by: Mittelpunkt der Welt © Element of Crime, 2005

Lyrics: The Six Teens © Sweet, 1974

Little Bombardier / Was Sie immer schon über Drago Stepanović.

Des Kaisers neue Kleider: Rewe am Kottbusser Tor © Kai von Kröcher, 2020

 

In a world of fading sadness, an emerald ring, a photograph. +++ Ich meine, mit Trump ist es im Prinzip wie bei Didi & Stulle und Kiss damals: Wir kennen Trump voll, aber der kennt uns eben voll nicht. +++ Aber vier Jahre ertrage ich das nicht noch einmal, da will ich ganz ehrlich sein. +++ Was bei diesem ganzen “Wir-befragen-den-DJ-Kröch-jetzt-mal-nach-seinen-Prognosen-zur-laufenden-US-Wahl” ein bisschen hinten vom Teller gefallen ist: Gerd Müller feierte irgendwie gestern oder vorgestern gerade seinen 75sten Geburtstag, wobei “feiern” beim Bomber der Nation mittlerweile leider das falsche Wort ist. +++ Was mir jetzt aber einfiel, das ist ja immerhin nicht ganz unlegendär: Ich habe nämlich, und das könnte 1993 vor dem DFB-Pokalfinale Hertha-Amateure gegen Bayer Leverkusen gewesen sein. Als ich beim Privatradio arbeitete, damals. Im Vorfeld dazu jedenfalls habe ich Gerd Müller einmal interviewt. Gerd Müller, Franz Beckenbauer – und wenn ich mich recht erinnere, hing Steppi Stepanović auch in dem Zimmer mit rum. +++ Das Ding nämlich ist, ich kann mich nur noch äußerst vage erinnern, als hätt’ ich das alles nur geträumt, Nouvelle Vage. +++ Das muss sich einer mal vorstellen, da interviewt man die größten Fußballer der Bundesrepublik Deutschland, die Helden der Kindheit – und hinterher kann man sich nicht mehr erinnern. +++ Und Sie fragen nach meiner Einschätzung zur US-Wahl 2020, Sie haben vielleicht Humor. +++ Den Raum damals, das muss ja irgendein höher klassiges Berliner Hotel gewesen sein. Den habe ich jedenfalls echt ziemlich klein vor Augen, ein durchschnittliches Wohnzimmer vielleicht. Und Gerd Müller sitzt am entgegengesetzten Ende zur Tür hinten am Tisch und trinkt eine Tasse Filterkaffee, hatte ja eine schwierige Phase hinter sich. +++ Alles, was ich heute noch weiß: einer von beiden, also der Kaiser oder der Bomber. Hat mir erzählt, dass das immer sehr schön ist, zum Pokal nach Berlin, die Atmosphäre und so – muss ein investigatives Interview gewesen sein. +++ Das Bild oben muss ich wohl bei schlechtem Wetter noch mal neu machen – ist ja zum Glück gerade November.

 

Überschrift inspired by: Little Bombardier © David Bowie, 1967

Überschrift also inspired by: Dragoslav Stepanović (* 30. August 1948 in Rekovac), ehem. serbischer Fußballspieler und -trainer, DFB-Pokalsieger 1993 als Trainer mit Bayer 04 Leverkusen

Überschrift also inspired by: Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten (Everything You Always Wanted to Know About Sex * But Were Afraid to Ask) © Woody Allen (Drehbuch, Regie), USA 1972

Lyrics: Reason Or Rhyme (Babylon Berlin Edition) © Bryan Ferry Orchestra, 2017

Didi & Stulle – Einen drin (Comic Band Nr. 1) © Fil, 1998 (Reprodukt)

Gerd Müller (* 3. November 1945 in Nördlingen), ehemaliger deutscher Fußballnationalspieler, Welt- und Europameister

Franz Beckenbauer (* 11. September 1945 in München), ehem. dt. Fußballnationalspieler, Europameister, Weltmeister als Spieler wie auch als Trainer

Der schlanke Leib der Aphrodite lehnte an einem Schalenrund / Sie schien zu schlafen.

I just came here to the party for the drugs: Fernsehturm mit Weltzeituhr © Kai von Kröcher, 2020

 

I just came here to the party for the drugs, I’m not tryna make a friend or fall in love. +++ Die Überschrift heute stammt aus dem Roman Berlin von Paul Gurk, der in den Jahren 1923 bis ’25 entstand – dem, wenn ich es noch richtig zusammenbekomme, anscheinend ersten Großstadtroman der deutschen Literatur oder gar der Moderne. Der Schriftsteller und Maler liegt, wahrscheinlich vergessen wie die meisten von uns, seit seinem Tod im August 1953 auf dem Friedhof der Domgemeinde an der Müllerstraße im Wedding begraben.

 

Überschrift inspired by: Berlin (Roman) © Paul Gurk, 1927

Bildunterschrift inspired by / Lyrics: Drugs © Upsahl, 2019

When the wild wave comes and we’re swept away / Polar Horses stellen keine Fragen.

Geborgenheit ist auch immer nur ein Gefühl: Messe-Nord © Kai von Kröcher, 2020*

 

There’s a way that you don’t ever have to be a lunatic or an error or a prisoner of your terror. +++ Viel Message hier heute, Message-Nord. +++ Bevor man Bolsonaro die Schusswaffe in den Hals schiebt. Damit das am Ende nicht eine komplett bierernste Geschichte wird, sozusagen. Derjenige welcher jedenfalls könnte zum Beispiel sagen: “Lutsch mal hier dran!”

 

Überschrift inspired by / Lyrics: The Violent Sun © Everything Everything, 2020

Überschrift also inspired by: Polar Bear © Man Behind Tree, 2015

*) unter Verwendung eines Textzitats des Songs Yard of Blonde Girls, geschrieben von Audrey Clark, Lori Kramer und Inger Lorre, 1998 posthum veröffentlicht in einer Version von Jeff Buckley auf dem Album Sketches For My Sweetheart the Drunk

Yard of Blonde Girls © Jeff Buckley, 1998 (Cover)