Fies on Earth (pa-rum-pum-pum-pum) / die Vergeltung klingelt in Gestalt eines Amazon-Zustellers.

Melanchthongemeinde: Der evangelische Pastor, der in den Tannenbaum stieg und verschwand © Kai von Kröcher, 2019

 

Ooh wa ooh wa ooh wa ooh wa ooh. +++ »Oder, anders gefragt: Hat Ihr Großvater Feinde?« Die fiktive Vernehmung meines hervorragenden Sohns Otto durch den erdachten Ermittler einer eingebildeten Sonderkommission ›Günter Grass‹ am diesjährigen Heiligen Abend geriet unmissverständlich ins Stocken: »Wenn wir hier von meinem Va…ter reden – natürlich hat er überall Feinde, ich verstehe die Frage nicht. Suchen Sie in den Lagern der bürgerlichen Parteien und derer am äußeren rechten Rand. Dringen Sie ein in das Dickicht der Lobbyistenverbände, gehen Sie in den Schrebergarten der Höckes. Stellen Sie unserem Scheuer-Andi entlarvende Fragen, trinken Sie Wein mit der pfälzischen Weinkönigin, fahren Sie nach Gelsenkirchen und bohren Sie nach im Fall Tönnies!« +++ Was war am Heiligen Abend geschehen? +++ Okay. +++ Am Heiligen Abend hatte ich gegen Mittag mit Otto und Kinderwagen das Haus über die Hintertüre verlassen und schnell noch zum Einkauf am Kottbusser Tor hinauf- oder hinunterschieben wollen. Einkaufen am Heiligen Abend ist ein unübertroffen entspanntes Erlebnis – als Hiergebliebener darf man seinen Makel als Zugezogener über die Weihnachtstage beinahe. Hm. Um die Geschichte hier jedenfalls abzukürzen: Irgendjemand hatte uns anonym ein Päckchen geschickt – von Amazon als Geschenk eingepackt, ohne Absender. Nachmittags gingen wir in das Krippenspiel der Melanchthongemeinde am Planufer, eine schöne Kirche der Nachkriegsjahre (Foto). +++ Bleiben Sie eingeschaltet, die Geschichte nimmt nach und nach Fahrt auf! +++ Ottos Mama jedenfalls hatte festlich gekocht, danach war Bescherung. Erwachsene bekommen bei solcher Gelegenheit gern feuchte Augen, Kinder himself sind da zielorientierter. Diese Art der Geschenkeverschickung durch den Internetanbieter Amazon übrigens hatte ich bis dahin nicht gekannt, diesmal allerdings waren für Otto in dieser Form gleich zwei optisch identische Päckchen gekommen: Eines von meinem ältesten Freund, von dem war ein Gruß drin. Im zweiten Paket eine Blechtrommel, anonym, dazu nur der diabolische Satz: »Enjoy your Gift!« +++ Ich weiß: man nennt das Situationskomik, das lässt sich nicht witzig nacherzählen. +++ Wer auch immer uns das aber angetan hat, man muss doch dazusagen: Otto hat mit Hingabe begeistert auf dieser Trommel gespielt, bis wir sie ihm nach drei Minuten entgeistert entrissen… +++ Fürs neue Jahr verspreche ich Ihnen keine trübsinnigen Herbstfotos mehr – und eine Verrohung der Sprache.

 

Überschrift inspired by: Peace on Earth/Little Drummer Boy © David Bowie & Bing Crosby, 1977

Überschrift also inspired by: Die Vergeltung (Ballade) © Annette von Droste-Hülshoff, ca. 1840

Lyrics: Who Are You © The Who, 1978

Melanchthonkirche (erbaut 1954/55), Planufer 83 | 10967 Berlin

Der Dieter Nuhr der Zigeunersoße / All You’ve Got to Do Is Win.

Die große Ihr seid solche Fucker Weihnachtsauslosung © Kai von Kröcher, 2019

Die große Ihr seid solche Fucker Weihnachtsauslosung © Kai von Kröcher, 2019

Die große Ihr seid solche Fucker Weihnachtsauslosung © Kai von Kröcher, 2019

Die große Ihr seid solche Fucker Weihnachtsauslosung © Kai von Kröcher, 2019

 

…while American businessmen snap up Van Goghs for the price of a hospital wing. +++ Um 10:47 Uhr und ungefähr einer halben Minute heute am Vormittag waren die Würfel gefallen: Eine schier endlos erscheinende Zeit hatte der unabhängige Ziehungsbeamte Otto G. sich von der physischen Existenz der Kugeln im KochLostopf überzeugt, dann entschied er sich blind für die Nummer zwölf. +++ Der Spruch mit der Zigeunersoße gestern hätte natürlich gut und gern, das war mir im Nachhinein regelrecht unangenehm – der hätte gut und gern echt auch von Dieter-“wir sind eine Verhinderungsgesellschaft – was darf man denn heute noch sagen?!“-Nuhr sein können, der kam etwas altbacken und müde. +++ Wie heißt doch gleich noch mal die Frohnatur, die im Fernsehen immer die Lottozahlen zieht? Jedenfalls sagt die jedes Mal, sie drücke einem die Daumen – obwohl ich nie Lotto spiele: ich habe ihr das nie ernsthaft abgenommen. +++ Bei unserem Weihnachtspreisrätsel hier allerdings, das muss ich echt zugeben – ich hätte ohne Quatsch jedem Teilnehmer den tollen Hauptgewinn gegönnt. +++ Jedenfalls muss man einfach nur einmal im Leben Glück haben, das kann es nämlich schon sein. Kein Geringerer als ich selber beispielsweise, ich fand gestern in meinen Mails die folgende Nachricht von Sergeant Anthony Roberts von der US-Army. Die lese ich Ihnen gerne mal vor, da werden Sie mit den Augen schlackern vor Neid: “Hello, I am Sgt. Anthony Roberts, US Army responding to treatment after a bomb blast that hit our camp in Afghanistan. Can you be trusted? Can I entrust $10,000.000.00 Ten Million US Dollars in your care? Thanks, Sgt Anthony Roberts” +++ Can you be trusted – da fällt mir mein Lieblings-Heinz-Rühmann-Joke ein. Das ist eine Szene aus dem Film Der Kapitän oder so, muss ich mal googeln. Heinz Rühmann spielt da jedenfalls einen Kapitän auf einem Passagierdampfer, und an Bord gibt es da so ein ganz junges Pärchen, so richtige Turteltauben. +++ Ich erinnere mich nicht mehr, vielleicht sind die irgendwie durchgebrannt. Eines Nachts jedenfalls, da turteln die so über Deck. Und dann sind sie auf einmal spontan wildentschlossen zu heiraten. Und sie rennen zur Kajüte von Heinz Rühmann und trommeln den aus dem Bett. Und der steht da im Nachthemd, reibt sich schlaftrunken die Augen und öffnet vorsichtig die Tür. Und da stehen dann eben just jene Turteltauben davor und turteln aufgeregt durcheinander: “Herr Kapitän, Herr Kapitän – wir wollten nur fragen, ob Sie uns trauen!” Und Heinz Rühmann steht noch immer schlaftrunken da und reibt sich die Augen und guckt: “Warum sollte ich Ihnen nicht trauen?” +++ Kannten Sie schon, das hätte ich mir gleich denken können. +++ Die Losnummer 12 heute übrigens entfiel auf die zwölfte richtige Einsendung zu meinem Rätsel, auf Christina Christmann* aus der Dingsstraße im östlichen Ringgebiet in BS nämlich: aus einem knapp halben Hundert an Einsendungen across the Nation und darüber hinaus – herzlichsten Glückwunsch, Bild steht zur Abholung bereit!

 

Überschrift inspired by: Dieter Nuhr (* 1960 in Wesel), renommiertester dt. Kabarettist seit Annegret Kramp-Karrenbauer

Überschrift also inspired by: Gypsy © Fleetwood Mac, 1982

Überschrift inspired by: Win © David Bowie, 1975

Lyrics: Nothing Ever Happens © Del Amitri, 1989

Der Kapitän (u.a. mit Heinz Rühmann, Monika Lundi, Horst Janson, Günter Pfitzmann, Joseph Offenbach, Horst Tappert) © Kurt Hoffmann (Regie), D 1971

*Klarname d. Red. bekannt

Gattin aus Holzabfällen / Der Fänger hinter der Autobahn.

Thimo Sander, Tourposter © Kai von Kröcher (Foto)/Thimo Sander, 2019

 

… and secretaries turn off typewriters and put on their coats. +++ Die Ziehung des Großen Weihnachtshauptgewinns 2019 werde ich heute mit keiner Silbe erwähnen, ich schwöre. +++ Die Wahlbeteiligung war echt überwältigend, dafür, dass es kein echter Van Gogh war. +++ Fayzen sagte mir vorher gar nichts, aber das Tourposter von Thimo Sander ist echt schön geworden. Bei seinem Konzert neulich hier in Berlin – mir fiel da spontan eine sehr treffende Beschreibung für ein: Es gibt wohl kaum jemanden, dessen Songs. Nee, das klingt schon wieder blöd: Ich hätte Werbetexter werden sollen – dorthin werden wir gleich einen Bogen, wie sagt man? +++ Bei einem Schulpraktikum damals in Braunschweig, zehnte oder elfte Klasse. 1981 war das. Ich hatte als Wunsch angegeben, ich wolle in eine Werbeagentur oder so. Irgendwas mit Medien. Sie haben mich dann in eine Firma für Messebau gesteckt, Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Das war da hinten in einem Gewerbegebiet am Ende der Hamburger Straße, direkt neben der Autobahn. Wo es nach Veltenhof/Hafen geht, da kommen die Gurken her. Braunschweig war früher mal Gurkenweltmeister. Max Goldt sieht aus wie Max Schmeling. Mein Rechtschreibprogramm kennt Max Schmeling nicht, vielleicht ist es in Echt gar kein richtiges Rechtschreibprogramm. +++ Es war jedenfalls irgendwie kurz vor Weihnachten, hin und wieder fiel Schnee. Irgendwo fuhr immer ein Typ auf einem Gabelstapler herum. Alles schon deprimierend genug, aber eine Sache hat mich echt fertiggemacht. Das klingt jetzt gerade wie aus einem Roman, der Fänger im Roggen vielleicht: “Aber eine Sache hat mich echt fertiggemacht!” +++ Nee, aber eine Sache hat mich wirklich echt fertiggemacht: Die Rückseite der Bude nämlich, also da war so ein Anlieferungstor für die Tischlerei. Holzgeruch überall, kalter Holzgeruch. Einmal war die Heizung ausgefallen, und als ich morgens im Dunklen durch den Schnee gestapft kam, sagten sie, sorry, heute sind hier drin nur acht Grad. Und ich so von draußen aus der Dezemberluft und denke noch so: Richtig schön kuschelig hier. Aber acht Grad sind nur acht Grad, die relativieren sich schnell. +++ Aber was mich wirklich fertiggemacht hat: Dieses Anlieferungstor für die Tischlerei, das öffnete genau Richtung Rückseite vom Braunschweiger Schlachthof, dazwischen lag nur ein kleiner Acker. Und man musste dahinten immerzu irgendwas machen, irgendwelches Holz holen und so. Und draußen die Kälte, der Acker, und morgens noch dunkel. Und dann die ganze Zeit das Geschreie der Tiere. Rinder, Schweine und Schafe, diese ganzen geschundenen Seelen. Wie sie vom Viehtransporter runtergeprügelt werden, weißgeflieste, blutige Gänge, Elektroschocker. Alles verängstigt, überall Kot und psychisch verrohte Aushilfsschlachtergesellen. Man konnte das Elend nicht sehen, nur hören. Das hat einen schon fertiggemacht. +++ Und genau dieses Bild hatte ich immer vor Augen, wenn ich vom “Schweigen der Lämmer” irgendwo las oder hörte – bei lebendigem Leibe gehäutete Schafskinder, dann lange Zeit Stille, den Film konnte ich mir einfach nicht ansehen. +++ Mögen Sie Tiere? – Ja, schön mit Zigeunersoße. +++ Als Kind war ich tatsächlich einmal in einem Schlachthof, irgendwo in Salzgitter – “Ach, daher!”, werden Sie sagen. +++ Sagt man das eigentlich noch: ‘Zigeunersoße’?

 

Überschrift inspired by: Gattin aus Holzabfällen © Max Goldt/Rowohlt, 2010

Überschrift also inspired by: The Catcher in the Rye (Der Fänger im Roggen, Roman) © J.D. Salinger, 1951

Lyrics: Nothing Ever Happens © Del Amitri, 1989

Maximilian Adolph Otto Siegfried Schmeling (* 1905 in Klein Luckow, Brandenburg; † 2005 in Wenzendorf, Landkreis Harburg), dt. Schwergewichtsweltmeister

Goodbye Horses / Als die Bilder laufen lernten.

Graf Tati & Les Alles, Privatclub (Soundcheck, Standbild) © Kai von Kröcher, 2019

 

Post office clerks put up signs saying “position closed”. +++ Ich glaube, ich werde da umdisponieren müssen, was das mit der Ziehung des Hauptgewinns morgen angeht. Ich muss mir da irgendwas anderes ausdenken, das würde mir abends zu spät: Vielleicht lasse ich einfach mal Otto beherzt in die Lostrommel greifen – mit seinen fünfzehn Monaten wird man ihm wohl kaum Parteilichkeit unterstellen können. +++ Graf Tati & Les Alles gestern Abend im Privatclub an der Skalitzer Straße fand ich mit halbem Ohr extrem große Klasse. Mit den anderen anderthalb Ohren war ich mit der Aufgabe betraut, Filmmaterial für das Video zu ihrem Song Romy Schneider zu sammeln. Eher mit den Augen natürlich – jedenfalls hatte ich sowas vorher noch nie gemacht, dementsprechend nervös schlurfte ich durch die Gegend. Besonders in dem Moment, als, kurz bevor Romy Schneider auf der Setlist erschien. Als da jedenfalls meine Kamera für die Länge von mehreren Songs stur auf “Error” schaltete – und ich nackt auf dem Tisch tanzen konnte und absolut nichts geschah. +++ Die Band selbst hatte am Anfang ein ähnliches Problem: Als die Show nämlich losgehen sollte, streikte plötzlich irgendwas, was beim Soundcheck noch ohne zu murren funktioniert hatte. Mehrere Techniker und Tonmeister stürmten die Bühne, und irgendwann konnte es losgehen – und so ähnlich funktionierte dann meine Kamera plötzlich auch gerade noch rechtzeitig wieder. +++ Mal Dieter Nuhr fragen, ob ihm das auch schon passiert ist. +++ Komplett umgehauen hat mich bei der Zugabe übrigens eine Coverversion, das Original kannte ich nicht. Bin ja leider ein Schmalspur-Cineast, und beim Schweigen der Lämmer hatte mir immer der Titel schon unüberwindbare Angst eingejagt: Ich habe gedacht, das sei ein Tierquälerfilm. Der Song jedenfalls war aus dem Soundtrack, und die Version der Tatis war dem Original meiner Meinung als Achtzigerjahre-Sozialisiertem nach um Meilen voraus. +++ Da ich bei dem Konzert nur gefilmt habe, habe ich Ihnen heute zur Abwechslung mal ein Standbild vom Soundcheck ausgedruckt. +++ Okay, und wegen der Jahresendauslosung gebe ich Ihnen Bescheid…

 

Überschrift inspired by: Goodbye Horses © Q Lazzarus, 1988

Überschrift also inspired by: Als die Bilder laufen lernten (Mad Movies), Stummfilmszenen © Bob Monkhouse, USA/GB 1965 – ’67

Lyrics: Nothing Ever Happens © Del Amitri, 1989 

The Silence of the Lambs (ua. mit Anthony Hopkins, Jodie Foster) © USA, 1991

Weihnachtsrätsel 2019 / Letzte Gewinnwarnung vor der Böckhstraße.

“Looft!” © Kai von Kröcher feat. Marc Zuckerberg, 2019

 

There’s a guy works down the chip shop swears he’s Elvis. +++ Heute Nacht um null Uhr endet die große Ihr seid solche Fucker-Weihnachtsverlosung 2019. In der Lostrommel tummeln sich bereits haufenweise richtige Einsendungen, auch wenn die mediale Bewerbungsaktion auf Facebook 1A in die Hose gegangen ist – wegen Diskriminierung von Minderheiten oder so ähnlich, wie es in der Ablehnungsbegründung hieß. Fucker, und so. Wer trotzdem noch teilnehmen und sich eventuell den riesigen Fotoprint auf Alu-Dibond sichern will, der besuche noch einmal folgenden Link und folge den Anweisungen: https://kaivonkroecher.de/dont-ask-me-questions-das-ultimative-weihnachtspreisausschreiben-2019 +++ Der Gewinner wird voraussichtlich am Mittwochabend im CLUB49 in Kreuzberg gezogen – von keinem Geringeren als dem Dieter Nuhr der deutschen Satire – von Rattelschneck höchstselbst und himself nämlich! +++ Heute Abend im Privatclub übrigens Graf Tati & Les Alles mit dem Release ihres Debütalbums, los geht’s um 20:00 Uhr!

 

Lyrics: There’s a guy works down the Chipshop swears he’s Elvis © Kirsty MacColl, 1981

Privatclub | Skalitzer Straße 85 – 86 | Berlin-Kreuzberg 

An occasional Dream / Ein Mann will nach unten.

Kaufhausbilder: Kaufhaus des Westens © Kai von Kröcher, 2019

Kurfürstendamm, Vorweihnachtszeit © Kai von Kröcher, 2019

 

Pictures of matchstick men and you. +++ Ich wollte kurz an die Weihnachtsverlosung erinnern – vielleicht sind Sie allerdings ein Banause und denken: “Was soll ich mit so’n blödes Bild?!” Sie könnten es natürlich einfach irgendeinem zu Weihnachten schenken – statt immer nur einer Flasche Wilthener Goldkrone. +++ Wer jedenfalls bei der diesjährigen Weihnachtsverlosung mitmachen möchte, der checke bitte mal das hier: https://kaivonkroecher.de/dont-ask-me-questions-das-ultimative-weihnachtspreisausschreiben-2019 +++ Da sehen Sie dann natürlich auch, was es überhaupt zu gewinnen gibt. +++ Die Bilder heute, da war ich erst oben im KaDeWe: Wenn ich mir diesen 90er-Jahre-Dachausbau ansehe – gut, von unten von der Straße sieht der dann noch viel kackiger aus. +++ Gerade, als ich das Foto gemacht hatte und ein bisschen versunken an meiner Heißen Schokolade nuckelte, da kam eine Trulla und legte sich an den Treppenstufen in der Bildmitte mit ihrem vollen Tablett voll auf die Klappe. +++ Kann man nichts machen, hat auch keiner geholfen. +++ Das zweite Bild zeigt dann den Kurfürstendamm ein Stück weit in westlicher Richtung, Höhe Schlüterstraße vielleicht. +++ Björn “the Hörn” Höckes Medienanwalt schreibt, mein letzter Post habe den Björn emotionalisiert – das tut mir sehr leid…

 

Überschrift inspired by: An Occasional Dream © David Bowie, 1969

Überschrift also inspired by: Ein Mann will nach oben (Roman) © Hans Fallada, 1941 (Manuskript)

Lyrics: Pictures of Matchstick Men © Status Quo, 1968

Björn “the Hörn” Höcke (*1972 in Lünen, Nordrhein-Westfalen)

 

Don’t ask me Questions / Das ultimative Weihnachtspreisausschreiben 2019.

Böckhstraße, Altenheim © Kai von Kröcher, 2018

 

Yesterday is dead and gone – and tomorrow’s out of sight. +++ Kommen wir doch direkt und ohne ein Vorwort zu den diesjährigen Weihnachtsausschreitungen, die haben sich ohne viel Umschweife gewaschen. +++ Keine Ahnung, woher meine wohltätige Regung in diesem Jahr kommt – vielleicht liegt es daran, dass ich für gestern spontan noch den letztmöglichen Termin bei meiner mobilen Onlinefrisörin habe ergaunern können, der vor dem Fest frei war: “Altersmilde statt Altersmatte”, lautet demnach das Motto. +++ Zu gewinnen gibt es das heute hier oben abgebildete Werk »Böckhstraße, Altenheim« von vergangenem Jahr. Im September 2018 hing es für einen Tag in meiner gemeinsamen Ausstellung mit dem Malerfürsten und Freund Manzur Kargar. Anlass damals war das 40jährige Jubiläum unserer allerersten Begegnung. Das ganze glich einem Wettlauf mit dem errechneten Geburtstermin meines Sohnes, Sie erinnern sich. Ich war viel zu nervös, überhaupt mal an Preisschilder für die Bilder zu denken. Folglich (?) ist dann auch nichts, nullinger, niente verkauft worden – im Gegenzug aber bin ich dafür direkt aus der Ausstellung heraus in den Kreißsaal gerufen worden, wo ich nach Stunden der sensationellen Geburt meines Sohnes beiwohnen durfte. +++ Ich stelle Ihnen heute eine Preisfrage, das will ich Ihnen kurz erklären: In meinen Post vom 8. Dezember dieses Jahres hatte ich bewusst einen Fehler eingebaut, nämlich welchen? Eine spontane Reminiszenz an meinen Freund Wolf Klein, falls Ihnen das weiterhilft. Sie erinnern sich vielleicht noch an das abgeschlossene Krimirätsel früher in der Frauenzeitschrift Tina, da galt es auch immer den einen Fehler zu finden. +++ Lesen Sie sich vielleicht kurz noch einmal die Geschichte mit dem Drogendealer durch, der mich zielstrebig in der einrollenden U7 anspricht und mir ein Angebot macht. Den Link zur Geschichte finden Sie hier: https://kaivonkroecher.de/kaltakquise-vorne-geht-der-wind-so-sehr. +++ Also, irgendwas jedenfalls ist falsch an der Story – ich verrate nur so viel: Es hat nicht damit zu tun, dass er mich schon im Waggon anspricht – es ist eher …, aber das wäre zu einfach! +++ Ihre richtige Antwort senden Sie bitte per Mail mit dem Kennwort “Weihnachtsrätsel / Ihr seid solche Fucker” bis einschließlich 16. Dezember an folgende Adresse: foto@kaivonkroecher.de – der Rechtsweg ist nicht ausgeschlossen, aber sinnlos: Mein Advokatenstab wird Sie zerquetschen wie Raimund Harmstorf einst die Kartoffel! +++ Das Bild ist ein C-Print auf Alu-Dibond in 120 x 90 cm im Wert von 920 Euro, da kann man nicht meckern. +++ Mitmachen darf übrigens jeder – außer natürlich Björn Höcke!

 

Überschrift inspired by: Hey Lord, Don’t Ask Me Questions © Graham Parker & the Rumour, 1978

Lyrics: Help Me Make It Through the Night © Gladys Knight and the Pips, 1972 (Cover)

foto@kaivonkroecher.de

Der Seewolf (Weihnachtsvierteiler mit Raimund Harmstorf) © u.a. Wolfgang Staudte (Regie)/ZDF, D 1971

Sweet Black Angel / Tina ist prima.

Eat, sleep, wake: ehemaliges Wertheim am Kurfürstendamm © Kai von Kröcher, 2019

Eat, sleep, wake: Hermann am Karstadtplatz © Kai von Kröcher, 2019

Eat, sleep, wake: vormaliges Centrum-Warenhaus der HO am Alexanderplatz © Kai von Kröcher, 2019

 

They wrote a book about it, they said it was like ancient Rome. +++ Ein nicht unwesentlicher Haken an der Sache mit dem Dichten dürfte die fehlende Präzision sein. Das mit dem Bild letztens zum Beispiel, das ich vom Bildschirm abfotografiert habe – hat das auch nur ein einziger Mensch irgendwie richtig kapiert? Warum und weshalb ich das mache? Oder das Ding mit der Schildkröte: Die weichen Eiern im warmen Sand kamen natürlich rüber wie eine armselige Zote – mir selbst allerdings ist das erst wesentlich später aufgegangen, da war der Post längst schon gesendet. +++ Schon irgendwie merkwürdig, aber heute früh wurde mir klar, dass ich keine Frau kenne, die Angelika heißt. Nicht eine einzige. Angelas kannte ich mindestens zwei, mit einer war ich irgendwann in den Neunzigern mal im Chamäleon, das war damals sehr gut. Aber selbst Frauen, die ich nicht kenne, da heißt keine Angelika: Angelika Merkel, Angelika Nahles, Kramp-Karrenbauer. Heißen die alle nicht. +++ Früher hatten wir eine Katze, die hieß Angelika. Meine Nichte aus München hatte der diesen Namen verpasst, wir Großen fanden das lustig. Die anderen Katzen damals hießen Iggy und Patti – nach Patti Smith und dem Itschie-Bob, aber Angelika war irgendwie noch eine Spur cooler. Zumindest vom Namen her, an die Katze selbst kann ich mich gar nicht mehr richtig erinnern. +++ Legionen von Katzen haben wir großgezogen, und am Ende wurden sie allesamt überfahren, das war einfach so. Bei uns hatten die keine sieben oder neun Leben, bei uns hatten die eins. Und meinen Sie, da hat auch nur einer mal angehalten? Am nächsten Morgen lagen sie dann da, der einen hätte ich fast noch mit einem Ziegelstein den Kopf zertrümmern müssen, so als Gnadenschuss, wenn Sie verstehen. Aber die hat dann noch rechtzeitig den Geist ausgehaucht, da hatte ich die Hand schon erhoben, das wäre vielleicht was gewesen. +++ Angelika aus Winsen an der Luhe fällt mir da höchstens jetzt gerade noch ein, die ließ damals wirklich keinen großen Star in Ruhe: Mick Jagger, Alfred Dregger, Rod Steward, James Hunt. Oder die Schauspielerin Angelika Milster. +++ Wie kam ich denn jetzt aber auf Angelika? Und was sollen die Lausbubengeschichten mit den Katzen? Eigentlich hatte ich doch einfach nur das mit dem Weihnachtsrätsel vorantreiben wollen. Sonst ist Weihnachten wieder vorbei, haha, und wir stehen immer noch hier und wissen noch nicht einmal, um welches Bild es sich überhaupt dreht – die Preisfrage selbst hatten wir ja im letzten Post schon geklärt. +++ Obwohl, man könnte natürlich auch fragen, um welche Kaufhäuser es sich bei den heutigen Bildern handelt – aber das wäre zu einfach!

 

Überschrift inspired by: Sweet Black Angel © The Rolling Stones, 1972

Überschrift also inspired by: Angela Davis (* 1944 in Birmingham, Alabama), US-amerikanische Bürgerrechtlerin

Überschrift also inspired by: Tina (gegr. 1975), dt. Frauenzeitschrift aus dem Hause Bauer, Hamburg

Bildunterschrift inspired by: Eat, Sleep, Wake © Bombay Bicycle Club, 2019

Lyrics: Romeo Had Juliette © Lou Reed, 1989

der Ischie-Bob (* 1947 in Muskegon, Michigan), US-amerikanischer Gottvater des Punk

Patti Smith (* 1946 in Chicago, Illinois), US-amerikanische Sängerin und Poetin

Angelika © Udo Lindenberg, 1978

Kaltakquise / Vorne geht der Wind so sehr.

Bildschirmfoto: Kottbusser Tor (once and then) © Kai von Kröcher, 2016

 

Now, if I was an actor or a dancer who is glamorous. +++ Beim Aufwachen heute dachte ich so, wenn das mit dem Fotografieren vielleicht doch nichts mehr wird, dann wirst du halt Dichter. +++ Warum nicht. +++ “Die Abenddämmerung zieht dich stumm an Land, du vergräbst die weichen Eier unterm warmen Sand.” +++ Schon mal nicht schlecht. +++ Gegen acht gestern Abend fuhr ein Zug der U7 vom Südosten her kommend in den Bahnhof Hermannplatz ein. Mein Rechtschreibprogramm kennt Hermannplatz nicht. Ich stand an der Tür, bereit auf den Öffner zu drücken und mich hinaus zu ergießen. Sagt man das so? Eine dunkle Gestalt schräg von der Seite trat an mich heran, sagte verschwörerisch: “Brouhhhhsssuuuhhwwuos?” Fragend sah ich ihn an: “Was?” Jetzt konnte ich seinen Atem spüren: “Brauchst du was?” +++ “Uhlandstraße, zurückbleiben bitte!” +++ Sie werden sich vielleicht – vielleicht aber auch nicht. Vielleicht ist Ihnen auch einfach alles egal. Aber vielleicht fragen Sie sich, warum das Bild heute so merkwürdig aussieht. Das kommt daher, dass, seit mein Betriebssystem ein Update erhalten hat, von Mojave auf Catalina nämlich. Und seitdem erkennt mein dreckiger alter Computer meine externen Festplatten nicht mehr, und die Tutorials aus dem Internet bekomme ich nicht in den Kopf. Wenn Sie verstehen. Und heute suchte ich ein paar Fotos durch, und dieses hier habe ich dann einfach vom Bildschrirm abfotografiert – kann man mal bringen. +++ Die heutige Ausgabe von Ihr seid solche Fucker beinhaltet schon das definitive Detail zur diesjährigen Weihnachtsrätselfrage: Bleiben Sie eingeschaltet! +++ Achtung: Das zu gewinnende Bild und vor allem die Quizfrage finden Sie hier: https://kaivonkroecher.de/dont-ask-me-questions-das-ultimative-weihnachtspreisausschreiben-2019

 

Überschrift inspired by: Kaltakquise

Überschrift also inspired by: Maschin © Bilderbuch, 2013

Lyrics: Goodnight Ladies © Lou Reed, 1972

Die Riesenschildkröte (Gedicht) © Kai von Kröcher, 2019

Begegnungen im Blumen Laden (Geschichten) © Wolf Klein/Beton&Garten Verlag Berlin, 2008

foto@kaivonkroecher.de

Make Art not Friends / Things may appear bigger then they are.

Kurfürstendamm, Kranzler-Eck © Kai von Kröcher, 2019

Wittenbergplatz, 29er Bus © Kai von Kröcher, 2019

Kochstraße, Checkpoint Charlie © Kai von Kröcher, 2019

Da oben hatte ich gesessen, wo das Fenster beschmiert ist © Kai von Kröcher, 2019

Kremanski © Kai von Kröcher, 2019

Chez Dirk, Kottbusser Tor © Kai von Kröcher, 2019

Wo das Leben dich in die Arme schließt © Kai von Kröcher, 2019

Blick aus dem Fenster (Urban mit Mond) © Kai von Kröcher, 2019

Blick aus der Küche: Heute ist auch noch ein Tag © Kai von Kröcher, 2019

 

Und ich geh noch einmal den Kurfürstendamm entlang; am ersten Sonntag nach dem Weltuntergang. +++ Ob das nicht stört, wollte die Frau neben mir gestern im Bus wissen. Die beschlagenen Scheiben, meinte sie. Das sehe doch gut aus, murmelte ich. “Wenn man sich so die Lichter anguckt…”, dachte sie nach. Ich gab ihr noch eine Weisheit mit auf den Weg, daran hat sie noch heute zu knabbern: “Kommt halt immer drauf an, was man will: Wenn ich ein klares Bild will, dann bin ich hier falsch.” +++ Vielleicht sollte ich in diesem Jahr mal eine Weihnachtsverlosung, wie sagt man das, ausloben? Eine Art Preisrätsel – zu gewinnen gibt es ein Foto, wie finden Sie diese Idee? +++ Welches ist überhaupt Ihr sehnlichster Wunsch zum diesjährigen Fest? a) ein schnelles Mobilfunknetz (auch im strukturschwachen Raum); b) Regenwald; c) endlich einmal wieder richtig schön durchgeknattert zu werden. +++ Haircut 100: die Altersmatte für Männer spaltet den Bürger in Lager wie einst Real Madrid – ein Leser aus Zehlendorf neulich schreibt: “Das Hinterfragen deiner Frisur ist vielleicht berechtigt, aber nicht so wichtig.” +++ Ich könnte als Preisfrage zum Beispiel ausloben, was denn wohl Jumper Cable Lips sind. Da wären Muttersprachler natürlich im Vorteil, zumindest die aus Amerika – ich nehme mal an, das wird was am Auto sein. +++ Ich spiele nämlich mit dem Gedanken, mir mal die Lippen aufspritzen lassen – ich fände das eigentlich ganz gut. +++ Nehmen Sie das tatsächlich für bare Münze, das mit den Herbstfotos? Was ich da letztens geschrieben hab, dass die nur Platzhalter sind für etwas Größeres? Etwas, das größer ist als wir alle zusammen? Dummies in dem Sinne also vielleicht, oder ein Erlkönig? +++ Wer reitet so spät durch Nacht und Wind: Neben den Fußballernamen ploppen nun neuerdings auch andere Kiezgrößen in meinem Kopf auf, Ingo Zamperoni zum Beispiel andauernd. +++ Letzte Woche in etwa klingelte das elende Telefon. Das klingelt bei mir ja zum Glück nie: ‘Was ist das denn jetzt schon wieder für ein Arschloch’, dachte ich so. “Berliner Volksbank hier, spreche ich mit dem Herrn Otto So-und-so?” “Nee, der Herr Otto So-und-so kann noch nicht sprechen.”

 

Überschrift inspired by: Make Art Not Friends © Sturgill Simpson, 2019

Überschrift also inspired by: Objects in mirror are closer then they appear © Johnny Rotten

Lyrics: Am ersten Sonntag nach dem Weltuntergang © Element of Crime, 2018

So wie einst Real Madrid © Sportfreunde Stiller, 2000

40 Day Dream © Edward Sharpe & the Magnetic Zeros, 2009

Erlkönig (Ballade) © Johann Wolfgang von Goethe, 1782