Radar Love / Die im Sprühnebel sieht man nicht.

Fiktive Postkarten: Bundesautobahn A9, nördlich von Lederhose (Thüringen) © Kai von Kröcher, 2026

 

My nerves are shot already, the road ain’t all that smooth.

 

Überschrift inspired by: Radar Love © Golden Earring, 1973 

Überschrift also inspired by: Die Dreigroschenoper © Bertolt Brecht/Elisabeth Hauptmann/Kurt Because, 1928

Lyrics: Memory Motel © The Rolling Stones, 1976

2 – 4 – 6 – 8 Motorway © Tom Robinson Band, 1977

Die Ferien des Dorian Gray / A Barker Street Bus Station Non Affair.

Fiktive Postkarten: Gruß von der Autobahnraststätte Waldnaabtal Ost © Kai von Kröcher, 2026

 

Reisen veredelt wunderbar den Geist und räumt mit all unseren Vorurteilen auf. +++ Tätowiert sind zum Beispiel teils auch die Bürger im Bayerischen Wald – so viel gleich vorneweg! +++ (Naabtal ist natürlich nicht Bayerischer Wald, das hab‘ ich auch nie behauptet – doch immerhin führt ein Weg dran vorbei…)

 

Überschrift inspired by: Die Ferien des Monsieur Hulot (Komödie) © Jacques Tati (Drehbuch, Regie), F 1953

Überschrift also inspired by: Das Bildnis des Dorian Gray (The Picture of Dorian Gray, Roman) © Oscar Wilde, 1880 

Überschrift also inspired by: Irene Wilde © Ian Hunter, 1976 

Lyrics: Slogan auf einem Reisebus des Touristikunternehmens Kögel mit Sitz in Radolfzell am Bodensee (aus: Die bedeutende Rakete © Oscar Wilde, 1888)

Marzahn, mon amour / Ökodiktatur stoppen.

Fiktive Postkarten: Verkehrswende stoppen – jetzt! © Kai von Kröcher, 2026

 

Fighting on arrival, fighting for survival. +++ Heute möchte ich die Gegendarstellung direkt vorne anstellen: „Energiewende stoppen!“ – eine solche Protestbewegung hat es bislang nicht gegeben. Auch hier in Marzahn nicht, wo das Foto neulich entstand – bei Marzahn ist man natürlich eh gern bereit, eingebrannte Klischees abzurufen. +++ Das war’s auch schon wieder für heute!

 

Überschrift inspired by: Marzahn, mon amour (Miniserie mit Jördis Triebel u.a. nach den Geschichten von Katja Oskamp) © Clara Zoë My-Linh von Arnim (Regie)/ARD, 2025

Überschrift also inspired by: Verkehrswende – gesellschaftlicher, technologischer und politischer Prozess, Verkehr und Mobilität auf nachhaltige Energieträger umzustellen

Lyrics: Buffalo Soldier © Bob Marley & the Wailers, 1983

Netz mich nicht / Red Skies over Paradise.

Fiktive Postkarten: „Warme Sommer hat es auch früher schon gegeben!“ © Kai von Kröcher, 2024

 

 

Schließe deine Augen, denn alles ist gut, alles ist gut. +++ Wie ist eigentlich das Wort für Fremdschämen – nur eben bei sich selbst? +++ Der Post gestern war wirklich, also, da hat sich nachträglich mein Magen umgedreht – wie neulich bei Lennard Karl. Als ich bei Edeka da an der Kasse stehe und die Bildzeitung schreibt, Lennard Karl fährt nicht mit zur WM. +++ Wie auch immer, ich hatte Ihnen echt keine Binsenweisheit als neue Erkenntnis aufdrücken wollen! +++ Und damit ist jetzt alles wieder gut, hoffe ich!

 

Überschrift inspired by: Freud’scher Verleser (T-Shirt-Slogan eines Handwerkers am Planufer heute früh – „Hetz mich nicht!“)

Überschrift also inspired by: Red Skies over Paradies © Fisher-Z, 1981

Lyrics: Alles ist gut © D.A.F., 1981

84 Millionen / … and I wanted to play football for the coach.

Fiktive Postkarten: 84 Millionen Bundestrainer (Berlin-Lichtenberg) © Kai von Kröcher, 2026

 

Wir sind geboren, um frei zu sein – wir sind sechzig Millionen, wir sind nicht allein. +++ Kennen Sie noch die Band Ton Steine Scherben? Komischer Name, nun gut. Was mich bei deren Lied (Lyrics oben) immer auf eine Art irritiert hat. Das fiel mir jetzt bei der WM wieder auf: Wenn man da vor dem Fernseher sitzt und mit „unseren Jungs“ mitfiebert. Halb an der Grenze zur Herzamputation. Heute sind wir alle Rudi, und so. Und dann schwenkt die Regie auf die Kurve der deutschen Zuschauer. So ein Tag, so wunderschön wie heute. Ich will jetzt bestimmt nicht überheblicher klingen, als ich in Wirklichkeit bin. Bis zum heutigen Tage habe ich immerhin noch nichts grundsätzlich Verwegenes auf die Beine gestellt. Aber sind das wirklich die Menschen, mit denen man seinen Rock ’n‘ Roll teilen möchte? 84 Millionen Bundestrainer, Botschafter des Laissez-faire? +++ Der Sänger von Ton Steine Scherben übrigens hieß bürgerlich Ralph Christian Möbius – hatte früh schon die Schule abgebrochen, eine Ausbildung im Fotostudio angefangen. War Fan der Gruppen Beatles und Rolling Stones. Den Künstlernamen Rio Reiser legte er sich alsbald zu, inspiriert durch den Kreuzberger Heinrichplatz.

 

Überschrift inspired by: 84 Mio Bundestrainer (Werbekampagne) © Bild/Springer-Verlag, 2026

Überschrift also inspired by: Coney Island Baby © Lou Reed, 1976

Lyrics: Wir müssen hier raus © Ton Steine Scherben, 1972

IG Bau-Steine-Erden

Berlin, dein Gesicht hat Sommersprossen © Hildegard Knef, 1966

Rudi Völler (* 13. April 1960 in Hanau), dt. Fußballspieler und -funktionär

Go for it, Baby / Eine rundum burleske und sympathische Geschichte.

Fiktives Vinyl: Hotel 3 Jahreszeiten – Mit dir ist alles nicht schön © Kai von Kröcher, 2022

 

Well, David, what shall I do? They wait for me in the hallway. +++ Irgendwann im Jahre ’84 ungefähr hatten wir uns bei meinem Kumpel, dem Russen, getroffen. Die Eltern lebten am Stadtrand und hatten einen Videorekorder. Wir grillten im Garten, verschiedene Leute diverser Geschlechter. Zum Einbruch der Dämmerung wollten wir einen Film gucken, irgendwas Spitzenmäßiges. Wie wir in der Videothek allerdings feststellten, gab es dabei ein Problem: Der Videorekorder der Eltern war kein landläufiger VHS, sondern – das traf uns vollkommen unvorbereitet – ein fucking Beta. Für Beta gab es fast keine Filme. So stießen wir schließlich auf einen Streifen mit dem, wie sagt man das halbwegs treffend, spießig-frivolen Titel Zur Sache, Schätzchen. In unseren Ohren klang das wie, da will ich offen sein, Unterm Dirndl wird gejodelt. +++ Erinnern Sie sich an den Song Postcard der Braunschweiger Band Blue Bamboo? Die spielten ja seinerzeit etwa auf Augenhöhe. Das Stück kam mir gerade in den Sinn, ich habe es damals geliebt. Wäre vielleicht eine Art Soundtrack zu meiner Postkartenserie. Hat das von Ihnen noch zufällig jemand auf Kassette? Mal für die Rubrik Bermudadreieck auf radioeins vorschlagen, muss man früh aufstehen. +++ Okay, wir haben den Film dann also mit dem Plan mitgenommen, uns intellektuell darüber zu erheben und lustig zu machen. Wie man halt damals so drauf war, ich sage nur: Uschi Glas! +++ Um die Sache hier abzukürzen, stand ich neulich auf dem Rückweg von meiner Streaming-Bücherei in der U-Bahn am Halleschen Toooooor. Ich wollte jetzt doch endlich mal wissen, ob der Typ in Zur Sache, Schätzchen tatsächlich „der schlaffe Harry“ hieß oder nicht. Und was das für ein Pullover war, den der immer anhatte. Der so dermaßen kratzte, dass er kurz seinen Kopf anhebt – dann aber sofort wieder so schlapp wird, dass er in sich zusammensinkt. +++ Okay. +++ Im Augenwinkel fiel mein Blick auf den Bildschirm – Berliner Fenster nennt sich das offiziell, eine Art Kurzmeldungs- und Werbeplattform. Jedenfalls, ich dachte, ich fasse es nicht. Wissen Sie, welches Buch sie in diesem Moment da gerade „besprachen“, das Cover erinnerte auf den ersten Blick an Emil und die Detektive von Erich Kästner? Der Roman hieß ganz ohne Quatsch Hotel 3 Jahreszeiten von – da müsste ich kurz mal googeln: Hotel Drei Jahreszeiten von Stefan Gärtner im Droschl-Verlag. Dreht sich anscheinend um eine Buchhändlerin und spielt in Hannover. +++ Um nochmal darauf zurückzukommen: Zur Sache, Schätzchen hat uns damals alle vom Hocker gehauen, intellektuell haben wir aus der Wäsche geschaut – Top 10 der irgendwie größten unerwarteten Überraschungen unseres noch jungen Lebens!

 

 

Überschrift inspired by: Go for it, Baby – englischer Titel von Zur Sache, Schätzchen für den US-amerikanischen Markt

Überschrift also inspired by: „Eine rundum burleske und sympathische Geschichte“ (Evangelischer Filmbeobachter über Zur Sache, Schätzchen)

Lyrics: Teenage Wildlife © David Bowie, 1980

Zur Sache, Schätzchen (Komödie mit Werner Enke, Uschi Glas, Henry van Lyck u.a.) © May Spils (Regie), D 1968

Unterm Dirndl wird gejodelt (Softsexfilmkomödie mit Konstantin Wecker u.a.) © Alois Brummer (Drehbuch, Regie), D 1973

Postcard © Blue Bamboo, ca. 1985

Bermudadreieck | radioeins | FM 95,8 MHz (Berlin und Potsdam) | montags bis freitags | 05:40 Uhr

Hotel Drei Jahreszeiten (Roman) © Stefan Gärtner/Droschl-Verlag, 2026

Emil und die Detektive (Kinderroman mit dem Umschlagillustration von Walter Trier) © Erich Kästner, 1929

Come As You Are / Zur Sache, Ceaușescu.

Fiktive Postkarten: Digger, gib Handy! (S-Bhf. Wilhelmsruh) © Kai von Kröcher, 2026 (Rohdatei)

 

Fiktive Postkarten: Digger, gib Handy! (S-Bhf. Wilhelmsruh) © Kai von Kröcher, 2026 (Photoshop)

 

Earth below us, drifting, falling, floating weightless. +++ Am mittleren Vormittag bestieg ich, den Fotoapparat geschultert und Reiseziel vage Norden, den sagenumwobenen M41er Bus. Mir gegenüber saßen zwei kleine Kinder in voller Nationalmannschaftsmontur. Das Mädchen trug eine Brille. Und ein Heimtrikot mit Rückennummer. ‚Musiala wahrscheinlich‘, dachte ich so im Stillen und wartete, bis sie sich kurz einmal umdrehte. Moby hat, glaube ich, auch mal ein Album gemacht, auf dem die Zahl 19 prangte, Musiala hat die zehn. Um es nicht so spannend zu machen – das Mädchen trug das Trikot von Leroy Sané. Leroy Sané hatte ich von Anfang an irgendwie immer scheiße gefunden, pomadiger Lackaffe. Vom Mob wird er noch immer gelyncht. Hass ist kein gutes Ding: Seit ich dieses Mädchen heute gesehen hab, in ihrer reinen Fußballunschuld. Seither drücke ich Sané beide Daumen. Möge er in diesem Jahr die WM seines Lebens zu spielen! +++ Ich bin schon ein fairer Typ. +++ Teile der Überschrift beunruhigen Sie hoffentlich nicht – die Hintergrundstory dazu werde ich hier in einem Post der Zukunft nachliefern, das ist jetzt nicht wichtig. +++ Okay, ich war dann tatsächlich im Norden, da herrschte mitleidsloses Aprilwetter. Für die Fotos gar nicht so schlecht. Und als ich später zurück in der S-Bahn saß und meine Ausbeute im Schnelldurchlauf auf dem Kameramonitor durch-äh-laufen ließ, hatte ich eine Idee: Die Bilder sahen auch ohne Photoshop richtig gut aus. Ein Gefühl der Befreiung stellte sich ein. Diese ganze nervige Bildbearbeitung, das hatte doch mit Fotografie nichts mehr zu tun. Ich würde mir wahnsinnig viel Arbeit ersparen – und nebenbei noch ein erfolgreicher Nachwuchskünstler sein! +++ Von der WM habe ich mir bisher nur unmotiviert Schweiz gegen Katar gestern angesehen. Und obwohl ich alles, was mir mit Katar zusammenzuhängen scheint, als Lebensentwurf ablehne, hatte ich sofort meinen ersten Helden der Fifa-WM 2026 gefunden: den Torwart der katarischen Manschaft – auch wenn ich nicht weiß, wie der heißt. +++ Von Moby gibt es übrigens kein Album mit dem Namen 19, das war Adele! +++ Traut sich der Potus heute zu Deutschland gegen Curaçao? Die haben ja ohne Quatsch nur 148.000 Einwohner, das ist ein Stück kleiner als Braunschweig. Ich wünsche Curaçao ein gutes Spiel und drücke Leroy Sané fest die Daumen. +++ Let Love rule! +++ Aber so richtig geil sehen die Postkarten ohne Bearbeitung (oben) jetzt auch wieder nicht aus …

 

 

Überschrift inspired by: Come As You Are © Nirvana, 1991

Überschrift also inspired by: Zur Sache, Schätzchen (Filmkomödie mit Werner Enke, Uschi Glas u.a.) © May Spils (Regie), D 1968

Überschrift also inspired by: Nicolae Ceaușescu (* 26. Janua 1918 in Scornicești, Königreich Rumänien; † 25. Dezember 1989 in Târgo- bzw. Tirgoviște, SR Rumänien), neostalinistischer Diktator der Sozialistischen Republik Rumänien

Lyrics: Major Tom (Coming Home) © Peter Schilling, 1983 (engl. Version)

18 © Moby, 2002

Leroy Sané (* 11. Januar 1996 in Essen), dt. Fußballspieler

Mahmud Abunada (* 5. Februar 2000), katarische Nummer 1

19 © Adele, 2008

FIFA WM 2026 | Gruppe E | Deutschland – Curaçao | Houston/Texas | 19:00 MESZ | ab 18:00 Uhr ARD

Let Love Rule © Lenny Kravitz, 1989

 

Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen / The Greatest Summer Fairytale of all Time.

Fiktive Postkarten: Gruß aus Des Moines (Iowa) © Kai von Kröcher, 2026

 

Tomorrow comes with one desire – to take me away, oh, it’s true. +++ Morgen geht sie also los, mit ganz großen Schritten. Und Heidi fasst dem Jürgen von hinten – aber irgendwie will die WM einen in diesem Jahr nicht so recht hinter dem Ofen hervorlocken. Wegen Potus und Infiltrino und dreihunderttausend Partien. Doch eines will ich Ihnen sagen: Letzten Samstag stehe ich bei Edeka Lenkeit an der Kasse, der liegt ungefähr auf der Grenze zwischen Britz und Mariendorf gegenüber dem Britzer Garten. Gar nicht so uninteressante Architektur übrigens – für ein neues „Quartier“ tatsächlich nicht schlecht. Jedenfalls stehe ich da mit meinem Kefir in der Hand an der Kasse, und wie ich da so mäandere, fällt mein Blick auf die Titelseite der Bild. Und gar nicht mal groß, fast eher so beiläufig, steht da rechts oben die Meldung: „Lennart Karl verletzt – WM-Traum geplatzt“, oder so ähnlich. Und ob Sie es mir glauben oder auch nicht – aber ich dachte, jetzt übergebe ich mich hier spontan. +++ Die Postkarte (oben) kam gestern per US-Airmail ins Haus geflattert: Hatte Gene Hackman seinerzeit nicht versprochen, sollte er jemals in Des Moines sein, keine Karte zu schreiben? +++ Vielleicht kennen Sie diesen Adlerkopf da an der Einfahrt zum Flughafen Tempelhof: Eagle Square nennt sich der Vorplatz da. Der Kopf jedenfalls gehörte einst, Sie wissen es, zu einer viereinhalb Meter hohen Adler-Statue auf dem Dach der Empfangshalle. Allerdings hat der Adler damals erstaunlicherweise kein Hakenkreuz in seinen Krallen gehalten, sondern ganz bescheiden die Weltkugel. +++ Und als wäre das nicht schon genug an brandheißen News: Die Sängerin Titiyo nämlich ist keinesfalls – wie die meisten von uns wohl immer geglaubt hatten. Die Sängerin Titiyo jedenfalls ist nicht etwa Eagle-Eye Cherrys Halbschwester, sondern die Halbschwester väterlicherseits seiner (Eagle-Eye Cherrys/Anm.d.Red.) Halbschwester – und damit genau genommen seine Stiefschwester!

 

 

Überschrift inspired by: Zitat aus der Radioreportage des Endspiels der Fußballweltmeisterschaft am 4. Juli 1954 in Bern zwischen den Nationalmannschaften der Bundesrepublik Deutschland und Ungarns von Herbert Zimmermann

Überschrift also inspired by: 2026 FIFA World Cup | Mexiko / USA / Kanada | 11. Juni – 19. Juli 2026

Überschrift also inspired by: Deutschland. Ein Sommermärchen (Dokumentation über den Weg der deutschen Nationalelf bei der WM 2006) © Sönke Wortmann (Regie), D 2006)

Lyrics: Save Tonight © Eagle-Eye Cherry, 1997

Helmut Rahn (* 16. August 1929 in Essen; † 14. August 2003 ebenda), dt. Fußballspieler, Schütze des Siegtreffers im WM-Endspiel gegen Ungarn 1954

Polonäse Blankenese © Gottlieb Wendehals, 1981

Gianni Infantino (* 23. März 1970 in Brig, Wallis), schweizerisch-italienisch-libanesischer FIFA-Präsident

Lennart Karl (* 22. Februar 2008 in Gelnhausen/Hessen), dt. Fußballspieler

Mississippi Burning (Südstaatendrama mit Gene Hackman, Willem Dafoe u.a.) © Alan Parker (Regie), USA 1988

Des Moines (214.133 Einwohner) – Hauptstadt des US-Bundesstaates Iowa

Flughafen Tempelhof (Neubau) – erbaut von 1936 bis 1941 durch Ernst Sagebiel vom Reichsluftfahrtministerium 

Ernst Sagebiel (* 2. Oktober 1892 in Braunschweig; † 5. März 1970 in Starnberg), dt. Architekt 

Eisack Haayes / Gentleman of the Year.

 

Fiktive Postkarten / Fiktives Vinyl: Genosse Stalin grüßt Heimberg © Kai Heimberg, 2018 (Foto) / Kai von Kröcher, 2022/2026 (Gestaltung)

 

Wenn Sie jemals in Des Moines sind – schicken Sie mir bitte keine Karte!“ +++ Okay. +++ Um es zur Abwechslung mal kurz zu machen: Wir saßen nie gemeinsam in einer U-Bahn, glaube ich. Haben dafür, unter Schweinen, eine der heißesten Tassen Kaffee dieser Welt miteinander getrunken. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Gentleman of the Year – alles Gute, Kai Heimberg! +++ Am selben Tag Geburtstag wie Marilyn Monroe – das muss man auch erstmal bringen! +++ … and if Rick Maschke is six then you are seven!

 

Überschrift inspired by: Theme From Shaft © Isaac Hayes, 1971 

Überschrift also inspired by: Gentleman of the Year © Beatsteakes, 2014

Filmzitat: Frances McDormand als Mrs. Pell in: Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses

Mississippi Burning (Südstaatendrama mit Gene Hackman, Willem Dafoe u.a.) © Alan Parker (Regie), USA 1988

Des Moines (Hauptstadt des US-amerikanischen Bundesstaates Iowa, 214.133 Einwohner)

If Then Now – Bildband mit und über künstliche(r) Intelligenz © Ulla Selmer & Kai Heimberg, 2024

Monkey Gone to Heaven © Pixies, 1989

Marilyn Monroe (* 1. Juni 1926 in Los Angeles; † 4. August 1962 in Brentwood, Los Angeles), US-amerikanische Schauspielerin, Filmproduzentin und Fotomodell 

Spontane menschliche Selbstentzündung / Ist das Leben nicht schön.

Fiktive Postkarten: Geburtstagsgrüße vom Landwehrkanal © Kai von Kröcher, 2024/2026

 

The music that they constantly play – it says nothing to me about my life. +++ Über die Redaktion erreichen mich ab und zu Briefe, die sich nach dem Dunkel meiner persönlichen Seite erkundigen: Was hat mich im Leben geprägt, war ich einmal verliebt, hatte ich einen Hund. Üblicherweise lasse ich diese Post unbeantwortet. Heute aber, weil diese eine Sache, von der ich in wenigen Augenblicken erzählen werde, so weit entfernt liegt. Und dennoch wie frisch vor mir ausgehoben. Und sie mich dieser Tage unverhofft noch einmal berührte wie die Keratinfaser einer Gänsefeder. +++ Sagt man das so? +++ Allein aus diesem Grund möchte ich Ihnen eine kleine Geschichte erzählen – eine Geschichte, die einen flüchtigen Blick auf den Menschen hinter der medialen Fassade um mich herum zulassen wird. +++ Eine Freundin von mir, nennen wir sie der Einfachheit halber Xxxx Xxxxx (ohne Bindestrich), hat heute Geburtstag. Als Fortschrittsverweigerer alter Schule gestaltete ich letzte Woche eine fiktive Postkarte für sie, berechnete den idealen Einwurfzeitpunkt und brachte sie Samstagmittag schließlich zum Briefkasten. Als ich mir das Motiv mit der U-Bahn über dem Landwehrkanal länger ansah, fühlte ich mich in die Vorweihnachtszeit des Jahres 1997 zurückversetzt. Die letzten Tage vor Weihnachten haben in ihren besten Momenten immer etwas besinnlich Leuchtendes, finden Sie nicht? +++ Mit meinen Einkäufen aus dem Kaufhaus des Westens saß ich in der U1 zum Kottbusser Tor, um mich herum ebenfalls mit Geschenken bepackte Mitbürger. Vielleicht kam ich mir vor wie James Stewart in Ist das Leben nicht schön?, das lässt sich heute allenfalls mutmaßen. Und dann jedenfalls sah ich sie. Auch mit Geschenken bepackt, saß sie auf der Bank ein paar Plätze weiter links. In einem Anflug verwegener Todesignoranz stand ich auf, und bepackt schob ich mich durch die bepackte Crowd ihr entgegen. +++ Das ist jetzt fast dreißig Jahre her – kann es nicht sein, werden Sie fragen: Kann es nicht sein, dass sie rechts anstatt links von ihm gesessen hat? +++ Nein, kann es nicht. +++ Sie musste irgendwo bei mir in der Gegend wohnen, ich hatte sie häufiger schon auf der Straße gesehen. Auf meiner Geburtstagskarte (oben) schreibe ich ihr, streng genommen sei sie die einzige Frau, die ich jemals im öffentlichen Raum angesprochen habe. Und dass ich im Leben vielleicht ruhig ein wenig mutiger hätte sein dürfen – was denken Sie?

 

Überschrift inspired by: spontane menschliche Selbstentzündung (Mythos)

Überschrift also inspired by: Ist das Leben nicht schön? (It’s a Wonderful Life – Tragikkomödie mit James Stewart) © Frank Capra (Regie), USA 1946

Lyrics: Panic © The Smiths, 1986