Believe in Miracles / Ein kleiner Schritt für die Menschheit.

Herbstfotografie: “Am Fenster” © Kai von Kröcher, 2019

 

Ach, auch mein Gefieder nässt der Regen, flieg ich durch die Welt. +++ Heute würde ich gerne mit Ihnen noch einmal über die Möwen von neulich sprechen. Das Besondere nämlich, am Wasser zu stehen und Möwen zu füttern – man kann Blickkontakt mit ihnen aufnehmen. Stücke von Brot, Kuchen und Kokain in die Luft werfen und mittels Gedankenübertragung, nee, das ist Quatsch. Aber man kann für die paar Minuten am Ufer tatsächlich eine Art Beziehung zu den Tieren aufbauen. Und während sie von Runde zu Runde immer enger um einem seinen Kopf herumfliegen, da muss man zwangsläufig an den Schwarzweißklassiker Die Vögel von Edgar Wallace denken – denn die Schnäbel zum Beispiel, wenn man die sich so aus der Nähe ansieht, da möchte man keinen von denen ins Auge bekommen. +++ Dänen lügen nicht. +++ Was mir dabei einfällt: Lance Armstrong war nie auf dem Mond, Ulle höchstens einmal auf ‘nem Trip. +++ Hervorragender Joke! +++ Bei Kaiser’s Rewe am Kottbusser Tor haben sie im Untergeschoss übrigens Toilettenpapier ihrer Eigenmarke, das nennt sich Believe in Miracles – vielleicht sollte ich doch noch auf Werbetexter bzw. Produktnamenausdenker umsatteln. +++ Was mir später nämlich dann zu den Möwen noch einfiel, da waren doch am Ende noch diese zwei jungen Frauen mit ihren Analogkameras gekommen (Ihr seid solche Fucker berichtete). Ich stand mit dem Kopf inmitten des gierigen Vogelschwarms, zu meinen Füßen, im Wasser, geiferten Schwäne, Enten und Blesshühner nach einem Stück Rossmann Knabberstange für Kinder. Otto saß in seinem Buggy und sah sich die Sache aus einem gewissen Sicherheitsabstand heraus an. Ein ziemliches Tohuwabohu also, und die eine der analogen Frauen kroch knipsend über den Boden, hielt staunend kurz inne und meinte halb außer Atem: “Krass, die ganzen Viecher!” +++ Ich fand das sehr auf den Punkt gebracht.

 

Überschrift inspired by: Believe in Miracles (“Toipa”, 3-lagig) © Rewe, 2019

Überschrift also inspired by: “Ein kleiner Schritt für mich, ein großer Schritt für die Menschheit” © Neil Armstrong, 1969

Bildunterschrift inspired by/Lyrics: Am Fenster © City, 1977

Die Vögel (“The Birds”) © Alfred Hitchcock (Regie), USA 1963

Dänen lügen nicht © Otto Waalkes, ca. 1975

Außer Atem (“À bout de souffle”) © Jean-Luc Godard (Drehbuch/Regie), F 1960

Mein Kind schlägt mich / Herbstfotografien mit dem Dieter Nuhr der Fotografie.

Selbstporträt am Fenster © Kai von Kröcher, 2019

Sonne über dem Landwehrkanal © Kai von Kröcher, 2019

Landwehrkanal im Herbst © Kai von Kröcher, 2019

Böcklerpark neulich im Regen © Kai von Kröcher, 2019

 

Found my name in the graveyard, says you’ve looked insane. +++ Mein Rechtschreibprogramm kennt Dieter Nuhr nicht. +++ Puh, gestern Abend lief erst so ein Fernsehdrama um Kindesmisshandlung im ZDF, anschließend eine Reportage dazu. Einigermaßen deprimiert saß ich im Sessel und war wenigstens froh, dass es bei uns zu Haus genau andersrum läuft: Otto nämlich neigt zu häuslicher Gewalt gegen seine Eltern, spontan schiebt er mir manchmal den gestreckten Finger durch eines der Nasenlöcher bis hoch ins Gehirn – schreie ich auf, halb wahnsinnig vor Schmerz, überschüttet er mich auch schon mit einem sadistischen Lachen. +++ Heute endlich mal wieder Herbstfotos – wenn ich also der Anton Bruckner der Fotografie bin, jetzt habe ich wieder den Faden verloren. Wenn Dieter Nuhr der Friedrich Merz des Kabaretts ist, dann wäre ich im Gegenzug gern der Dieter Nuhr der Fotografie. Leider komme ich da etwas zu spät: Der Dieter Nuhr nämlich ist selbst schon der Dieter Nuhr der Fotografie – seine Bilder hängen zum Beispiel in einer Gladbacher Bank. +++ Jedenfalls steht Otto eher auf knorrige Musik: Als wir gestern vom herbstlichen Nachmittagsspaziergang zurückkamen, befahl er am Küchentisch wieder sofort, dass ich das Radio anstelle, er ist da sehr streng. Streng – aber mit Herz! Es lief gerade ein Song, wo ich erst dachte, das sei vielleicht eine verzerrtere Ausgabe der Frau von Lance Armstrong. +++ Das war das einzige Mal übrigens in dem Jahr damals, dass ich mir leidenschaftlich immer die Tour de France angesehen habe. Ich hasse das eigentlich, nachmittags vorm Fernseher zu sitzen und mir irgendeinen Sportmist anzugucken, aber dieses legendäre Duell mit Jan “Ulle” Ullrich gegen Lance Armstrong – wo Lance Armstrong irgendwo bei so ‘ner Bergetappe kurz vor Schluß bei irgendeinem Idioten am Straßenrand mit dem Lenker in der Einkaufstasche hängen bleibt und sich voll auf die Klappe legt mit blutenden Knien. Und Ulle, der alte Drogist, der bis dahin geführt hat – Ulle hält an und wartet auf Armstrong, und Armstrong streckt ihm humorlos die Zunge raus und zieht schnurstracks an ihm vorbei und gewinnt die Tour zum einundachtzigsten Mal. +++ Im Radio jedenfalls, da musste ich nachsehen: Das war der Song einer jungen Frau namens Pip Blom, Otto geriet beinahe außer Rand und Band – The Shed hieß der, der ist wirklich nicht schlecht…

 

Überschrift inspired by: Stumme Schreie (Fernsehdrama) © Johannes Fabrick (Regie)/ZDF, D 2019

Überschrift also inspired by: Dieter Nuhr (*1960 in Wesel), Kabarettist und Komiker

Lyrics: The Shed © Pip Blom, 2018

Anton Bruckner (*1824 in Ansfelden/Oberösterreich; † 1896 in Wien), österreichischer Komponist der Romantik

Friedrich Merz (*1955 in Brilon), dt Lobbyist

Lance Armstrong (*1971 in Plano/Texas), Ehemann von Sheryl Crow

Jan Ullrich (*1973 in Rostock), dt. Radrennfahrer

D’yer Mak’er / The Deaf Ones from Kottbusser Tor.

Urbanhafen im Herbst (Sonnenuntergang) © Kai von Kröcher, 2019

 

It’s so cold in the air, put the bud in my ear. +++ Der Post gestern war noch nicht sonderlich lange in die Umlaufbahn eingetaucht, sagt man das so? Er war jedenfalls noch nicht allzu lange “draußen”, da fiel mir schon siedend heiß ein: Maker’s Mark hat überhaupt keinen Schraubverschluss, sondern eher einen kleinen Korken. Dass er aber Maker’s Mark heißt, das wollte mir noch immer nicht einfallen. Und dass er angeblich kein Kentucky Straight Bourbon ist, sondern irgendwas anders – das lässt jetzt auch nicht gerade auf besonders viel Insiderwissen schließen, aber egal. +++ Hauptsache, die Quote stimmt. +++ Sex. +++ Heute also wieder mal ein Herbstfoto: Ich werde diesen Ausblick vermissen, aber Leben heißt Veränderung – das sagt schon die Deutsche Wohnen. +++ Was ich sonst noch erzählen wollte: Otto hört gerne Radio – beim Frühstück fordert er mich immer auf, das Transistorgerät einzuschalten. Besonders gut gefiel ihm heute der Bombay Bicycle Club. +++ Auf der Straße heute winkte er übrigens mehrmals Tauben zu. Eine saß schlaftrunken am Kottbusser Damm an einem Fenster im ersten Stock – sich sanft in den Halbschlaf dösend, den Kopf eingemummelt im aufgeplusterten Gefieder. “Drecksviecher”, dachte ich schamvoll – zu Otto sagte ich voller Verständnis: “Die wird sich ihr Dasein auch nicht ausgesucht haben!” +++ Toll allerdings ist dieser riesige Taubenschwarm da am Kottbusser Tor, der zieht über dem Hochbahnhof seine Kreise. Aufgescheucht jedesmal, nehme ich an, wenn ein U-Bahnzug einfährt. +++ Erinnert mich immer an den Film Birdy; der Soundtrack war, glaube ich, von Peter Gabriel, kann das sein? +++ Deswegen bin ich noch lange kein schlechter Mensch! +++ Besser gefielen mir heute aber die Möwen, die ich mit Otto unten am Urbanhafen fütterte: Ich warf Stücke von Rossmann-Kinderknabberstangen in die Lüfte, die Möwen führten unglaublich geschickt in der Luft ihre Manöver vor: Im Flug können sie auf einem Bierdeckel wenden und mit dem Schnabel blitzschnell Stücke von Rossmann-Kinderknabberstangen wegschnappen. Auf einmal knieten zwei jungen Frauen hinter uns auf dem Boden und schossen Analogfotos mit ihren Analogkameras und waren begeistert. +++ Und während unbescholtene Leser mit banalen Sonnenuntergangsfotos hier und harmlosen Vogelgeschichten eingelullt werden, wird hinter verschlossenen Türen längst schon an wegweisenden neuen Bildern gearbeitet, zumindest über sie nachgedacht. +++ Der oder das Blog hier fungiert demnach als eine Art Tarnkappenbomber, er lenkt von den falschen Tatsachen ab. +++ Das Bild ist sprachlich so was von schief, das könnte von Edmund Stoiber sein.

 

Überschrift inspired by: D’yer Mak’er © Led Zeppelin, 1973

Überschrift also inspired by: Kottbusser Tor | 10999 Berlin

Lyrics: Eat, Sleep, Wake © Bombay Bicycle Club, 2019

Maker’s Mark, Kentucky Straight Bourbon – seit 1959 in Loretto/Kentucky gebrannt

Birdy © Alan Parker (Regie), UK 1984

Edmund Stoiber (*1941 in Oberaudorf/Oberbayern), dt. Wortakrobat und Politiker

An der Langenscheidtbrücke / 48+ Days.

We are proud individuals living on the city (Panorama) © Kai von Kröcher, 2019

 

and we’ll rise over love and over hate through this iron sky. +++ Vielleicht werde ich mich in Zukunft so nennen: Panoramafotograf. +++ Finger weg von meiner Paranoia! +++ Ach, wie schön ist Panama! +++ Das Bild heute hier ist vorletzte Nacht entstanden, da habe ich die Kamera einfach mal aus dem Fenster gehalten – endlich mal etwas Nebel, dieser ewig strahlend blaue Himmel neuerdings geht einem ja langsam schon auf die Nerven. +++ Jedenfalls heute früh wurde ich wach, und die Frage, die noch in der Tür klemmte zwischen Morgengrauen und Tag. Komischerweise grübelte ich im Aufwachen darüber nach, ob der Song Langenscheidtbrücke im Original jetzt von Nikko Weidemann ist oder von den anderen, Viktoriapark, glaube ich. Und ob er in der einen Version überhaupt “Langenscheidtbrücke” heißt oder nicht etwa irgendwie anders. +++ Lustig auch, was man immer so träumt – schade, dass einem das immer so unkontrolliert durch die Finger rinnt wie Sand und dann ist es auf einmal verschwunden. Lassen Sie mich kurz überlegen, neulich habe ich doch auch so was Komisches geträumt, irgendwer war die Chefin von McDonald’s, ich dachte eben gerade, es wäre Annie Leibowitz gewesen, aber es war Barbara Ruttnik. Die war jedenfalls irgendwie die Chefin von McDonald’s, und ich habe irgendwem anders zum runden Geburtstag einen Gutschein für Burger King in Hamburg geschenkt und kam mir schon währenddessen ziemlich beknackt vor, das könnte Mario Adorf gewesen sein, ich bin mir nicht sicher. +++ Neulich im Radio abends lief What the World Needs Now, das ist ja auch so ein Song aus dem Abspann von Wohlfühlfilmen, da schunkeln diese ganzen elenden Tanten in ihren Sitzen dann immer leise besselt kreischend mit. Und der jedenfalls lief neulich am Sonntag dann abends im Radio, und ich spielte gerade mit meinem Sohn Otto Fußball, wir trainierten das optimierte Doppelpassspiel auf engem Raum. Und im Radio in der Küche lief nebenbei dieser Song. Ich musste dann später, als Otto im Bett lag. Da habe ich im Internet nachschauen müssen, und da war das dann echt in einer Version von Cat Power, die haut einen beinah vom Stuhl. +++ Ich weiß, Sie sind hartgesotten und werden jetzt sagen, Sie haut ganz bestimmt nichts vom Stuhl, und wahrscheinlich haben Sie Recht. +++ Die Geschichte mit Cat Powers jedenfalls ist ja, und das schwor unsere damalige Barfrau D. Stigers formally in later present known as Lotis Tyr auf das Leben ihrer Nichten und Neffen. Da hat nämlich ganz ohne Zweifel eines Abends Cat Power im Club damals am Tresen gesessen, und sie hat diesen Whiskey, wie hieß der noch. Da muss ich jetzt echt überlegen, früher hat man den im Prinzip ja ständig vor Augen gehabt. Der stand im Regal, die Flasche hat man am Abend dreißig mal irgendwie beiläufig im Augenwinkel gesehen und alle paar Wochen hat man da eine nachbestellt. Beim Lieferanten angerufen und aufs Band gesprochen: “… und dann noch ‘n Liter von dem Dings.” +++ Das macht mich jetzt irre, das war die Flasche, wo die so irgendwie ochsenblutrotes, heißes Gummi über den Schraubverschluss und den Hals gegossen haben, das nervte immer ein bisschen beim Aufmachen. Ein Bourbon jedenfalls – aber nicht, und das war das Besondere: Der kam nämlich nicht aus Kentucky, sondern irgendwo anders her. +++ Jetzt habe ich den Faden verloren.

 

Überschrift inspired by: Langenscheidtbrücke © Viktoriapark, 2008

Bildunterschrift inspired by: Iron Sky © Paolo Nutini, 2014

Finger weg von meiner Paranoia © Element of Crime, 2005

Oh, wie schön ist Panama (illustrierte Kindergeschichte) © Janosch, 1978

What The World Needs Now Is Love © Aimee Mann, 2004 (Cover)

Monster in Me © Mont Royal, 2014

 

 

 

Jürgen Grabowski / … ist das sofort, unverzüglich.

Don’t Let the System Get You Down (Panorama) © Kai von Kröcher, 2019

 

Nothing left here for me, it’s washed away, the rain pushes the buildings aside, the sky turns black. +++ Und wo waren Sie, als damals der Sohn von Carmen Nebel um ein Haar in den Club gekommen wäre?! +++ Kennen Sie das, dass Ihnen unverhofft Namen von Fußballern durch den Kopf schießen, zusammenhangslos und aus dem Blauen heraus? Und das, obwohl Sie seit Jahren kein Fußball mehr schauen? Und keinesfalls Klassiker wie Jürgen Grabowski – immer nur Spieler, die Sie nicht kennen? Hier zum Vergleich mal meine Top TenFive: Bargfrede, Bakalorz, Netanjahu, Idrissou, Cherundulo. +++ Was man nicht alles für tolle Sachen mit Photoshop machen kann – Panoramen zum Beispiel! +++ Und dann doch wieder nur ein elendes Herbstfoto, naja…

 

Überschrift inspired by: Jürgen Grabowski (*1944 in Wiesbaden), früherer Spieler der deutschen Nationalmannschaft und bei Eintracht Frankfurt

Überschrift also inspired by: Günter Schabowski (*1929 in Anklam; †2015 in Berlin) 

Bildunterschrift inspired by: Big City Life © Mattafix, 2005

Lyrics: The Sky Is Broken © Moby, 1999

Carmen Nebel (*1956 in Grimma), deutsche Fernsehmoderatorin

 

In with the In-Cloud / Sind Sie der Freund meiner Mutter.

Herbstsonne über dem Südstern am letzten Tag im Oktober (30.10) © Kai von Kröcher, 2019

Himmel nach Westen am Dienstag (5.11.) © Kai von Kröcher, 2019

Eingeregnet am Montag (4.11.) © Kai von Kröcher, 2019

Sonntäglicher Hinterhof (3.11.) © Kai von Kröcher, 2019

Düstere Aussichten heute am Mittag (7.11.) © Kai von Kröcher, 2019

Finstere Wolken von Westen am Mittwoch vergangener Woche (30.10.) © Kai von Kröcher, 2019

Gestern Abend, Blick aus der Küche hinüber zur Fernsehturmspitze (6.11.) © Kai von Kröcher, 2019

 

Blue – the dawn is growing blue. +++ Der Herbst- und Wolkenfotograf formally known as Der Künstler Blablabla setzt sich in seinen Arbeiten mit der Vergänglichkeit und einer ewig währenden Veränderung auseinander: Heute so, morgen so heißt so auch einer seiner bekannteren Zyklen – damit stellt er das Publikum vor unbequemere Fragen. +++ Ganz schön lange war es recht ruhig hier im Karton bzw. dem Blog: Kleinkindern nämlich erscheint es nicht von Bedeutung, ob der Herr Vater nun Influenzer ist oder nicht. +++ So viel also zum Herbst- und Wolkenfotograf formally known as Der Künstler Blablabla, und während Sie da draußen an den Empfangsgeräten sich gerade den Kopf zerbrechen, ob es hier auf absehbare Zeit nur noch harmlose Herbst- und Wolkenfotos zu sehen gibt (und Sie auf diese konkrete Frage erst gegen Ende des Posts eine Antwort bekommen) – da halte ich für Sie schon die nächsten zwei Insiderinformationen bereit: Nämlich haben a) Graf Tati & Les Alles aktuell einen Song veröffentlicht, der heißt SCHUFT DS. Mein Sohn Otto, ich zeige ihm generell keine Videos – aber dieses hier versetzte ihn augenblicklich in pure Ekstase: https://www.youtube.com/watch?v=K-Zsj-z46f0 +++ Zugegebenermaßen brauchte ich selbst ein ungefähr halbes Dutzend Durchläufe – jetzt jedenfalls mag ich’s sehr gern. +++ b) Ebenfalls neu und ein Video – und vielleicht eher etwas für die mit der Gnade der späten Geburt: Die junge Neu-Berlinerin Floss hat einen Weihnachtssong aufgenommen, der heißt Earth to Santa (I Am My Own Gift), unterstützt einen wohltätigen Zweck und hat nebenbei noch das Potential zur Heavy Rotation: https://www.youtube.com/watch?v=MYqc5YL5TCE&feature=youtu.be. Im Video macht außerdem Joko Winterscheidt mit, der Joko von Joko und Dings – nicht zuletzt sicherlich auch, um auf die Dringlichkeit von Organspenden hinzuweisen. +++ Meiner Meinung nach jedenfalls werden wir diesen Song zur Weihnachtszeit noch gnadenlos um die Ohren gehauen bekommen. +++ Und wo Sie sich jetzt schon fragen, wer diese junge Frau Floss ist – da gab es doch mal diese wundersame Anekdote mit ihr damals im Club: http://club49-berlin.blogspot.com/2009/11/hallo-robbi-arztroman.html +++ Auch lohnenswert übrigens dort das Video in munterer VHS-Qualität! +++ Und auf die andere Frage: Ja, es wird hier für lange Zeit nur noch belanglose Herbst- und Wolkenfotografien zu sehen geben. Dann kommt der Winter, dann kommt der Frühling. Und da wird es dann eine Ausstellung geben mit neuen Bildern – an denen sitze ich gerade hinter verschlossener Tür!

 

Überschrift inspired by: The ‘In’ Crowd © Bryan Ferry, 1974 (Cover)

Überschrift also inspired by: Hallo Robbi/Arztroman © club49, 2009

Lyrics: Solo Sunny © Günther Fischer Sextett feat. Regine Doberschütz, 1979 

Schuft DS © Graf Tati & Les Alles, 2019

Earth to Santa (I Am My Own Gift) © Floss, 2019

Junge Helden e.V.

 

 

 

The Suburbs of Mercy / Seit heute ist es endlich wieder Herbst.

Abenddämmerung, gestern: Weit aus dem Fenster gelehnt © Kai von Kröcher, 2019 (Distortion-Version)

Abenddämmerung, gestern: Weit aus dem Fenster gelehnt © Kai von Kröcher, 2019

Es ist doch nur ein Traum, das bloße Haschen nach dem Wind.

 

 

Überschrift inspired by: The Suburbs of Mercy © Kai von Kröcher, 2019

Überschrift also inspired by: Brückengeländer © Niels Frevert, 2019

Lyrics: Zu Asche, zu Staub © Severija, 2017 (written by Nikko Weidemann, Mario Kamien, Tom Tykwer)

Benito di Paula / Was kostet ein Treppenlift wirklich.

Picture this: Treppenhausfenster nach hinten © Kai von Kröcher, 2019

 

Picture this: Wohnzimmerfenster nach vorn © Kai von Kröcher, 2019

 

All I want is a room with a view, a sight worth seeing, a vision of you. +++ Haben Sie auch immer Werbe-Emails für Treppenlifte im Postfach? +++ Als ich im Untergeschoss heute mit meinem Sohn Otto dem Fahrstuhl bei Hermann am Karstadtplatz entstieg. Wenn man dort nämlich den Aufzug neben der Postfiliale nimmt, steht man beim Ausstieg zur Lebensmittelabteilung direkt vor dem Tresen der Szenegastronomie Zapfhahn. Und damit wäre diese Geschichte auch fast schon zu Ende, hätten sie in besagtem Zapfhahn nicht gerade laut das Lied Amigo Charly Brown aufgedreht. Wir hielten kurz inne, ich sagte zu Otto: “Das ist doch nicht möglich!” Hinter dem Song hatte ich immer eine Fata Morgana meiner Erinnerung vermutet, und nun gab es ihn wirklich! +++ Vor ein paar Tagen hatte ein bekannter Fotograf in den sozialen Medien dazu aufgerufen, Herbstbilder zu posten. Er ist in dem Sinne zwar noch kein wirklich bekannter Fotograf. Eher ist er bisher nur ein Bekannter von mir. Und eben auch Fotograf. Jedenfalls hatte er so was geschrieben wie: “Hey, Leute – wo bleiben eure herbstlichen Impressionen?!” Oder: “Her mit euren schönsten Herbstmotiven!” Und alle dachten, der verarscht einen nur wieder! +++ Und hier sind nun meine: Zum einen der Blick aus dem Wohnzimmer raus, vorne nach Westen – da muss man sich schon ziemlich aus dem Fenster lehnen, ganz ohne Quatsch. Und dann der aus dem Treppenhausfenster in den Hof nach Nordosten: Wenn ich mich mit Otto und verschiedensten Einkaufstüten bepackt dort bis in den dritten Stock schleppe, bleiben wir immer an einem der Fenster stehen, da muss ich kurz durchschnaufen. +++ Der Song übrigens heute im Zapfhahn: Der ist von einem gewissen Benny, der hat den 1976 und dann gleich noch einmal im Jahr ’94 als Single herausgebracht. Das Stück dreht sich um einem Typen namens Charly, der zwischen Mexiko und Paraguay an jeder Milchkanne ein Mädchen hat – am Ende ist er natürlich ein ziemliches Schlitzohr, doch keiner nimmt ihm das übel. 2001 warf auch Jürgen Drews eine Version davon auf den Markt. Das Original allerdings stammt von dem Brasilianer Benito di Paula (1975), das handelt von der Zeichentrickfigur Charly Brown von den Peanuts.

 

Überschrift inspired by: Amigo Charly Brown © Benny, 1976 & 1994

Überschrift also inspired by: Was kostet ein Treppenlift?

Lyrics: Picture This © Blondie, 1978

Paula – Mein Leben soll ein Fest sein (biografisches Filmdrama mit u.a. Carla Juri) © Christian Schwochow (Regie), D/F 2016

Don’t judge the Look by the Lover / Woman in Chaines.

Aliens incognito: die Mona Lisa © Kai von Kröcher, 2019

 

Ihr träumt von einem Rockfestival auf dem Alexanderplatz – mit den Rolling Stones … und ‘ner Band aus Moskau. +++ Was ich über Kunst weiß, habe ich aus dem Bauch oder aus Filmen. Das ist vielleicht etwas wenig, lässt sich aber nicht ändern. Natürlich lässt sich das ändern, ich meinte das eher im Sinne von: “Das ist nun mal so.” +++ Was bedeutet die Überschrift eigentlich heute – sagt man das wirklich so? Und was hat sie mit dem Post hier zu tun? +++ Nichts. +++ Jedenfalls gibt es in dem (wie man heute gern sagt) Bio-Pic Paula des Regisseurs Christian Schwochow die Szene, da steht Paula mit anderen “gelangweilten Bürgersfrauen und -töchtern”. Da stehen die da mit ihren Staffeleien auf einer Wiese im norddeutschen Grün der Künstlerkolonie Worpswede. Mein Rechtschreibprogramm streicht mir den Ortsnamen an; entweder spricht das jetzt nicht für das Dorf – oder nicht für mein Rechtschreibprogramm. Vielleicht hat mein Rechtschreibprogramm ja auch alles, was es über Kunst weiß – vielleicht hat es das auch aus dem Bauch oder der Bildzeitung. +++ Vielleicht wohnt mein Rechtschreibprogramm in der Mau-Mau-Siedlung und hört Uriah Heep. +++ Wenn Sie mich fragen, aber das tun Sie ja nicht: Ich finde den US-Präsidenten Trump nicht gut. +++ Was der Film Paula übrigens nicht erzählt, und das finde ich schon – wie soll ich das sagen. Naja, ich komme gerade nicht auf das Wort. +++ Okay, jedenfalls stehen die Malschülerinnen, die stehen da draußen an ihrer Staffelei und malen irgendwas ab. Und Fritz Mackensen, der Worpswede im Prinzip und in echt erschlossen hatte und jetzt hier Unterricht gibt. Und eigentlich ein frühes AfD-Arschloch ist. Der mäkelt an Paula Becker, der späteren Paula Modersohn-Becker – an der hat er ständig was auszusetzen: Dass es nur auf Präzision ankäme – und auf die exakte Abbildung der Wirklichkeit. Und dass die Becker sich zum Glück eh irgendwann heiraten lassen – und dann einem frommen Ehemann sorgsam den Haushalt führen würde. Und ihre Zeit nicht mehr mit Malen vergeude. +++ Tolles Herbstwetter draußen, man möchte es essen! +++ Just in dem Augenblick bleibt ihr späterer Ehemann, Otto Modersohn nämlich, der bleibt hinter der Becker stehen, schaut ihr gebannt über die Schulter. Schiebt sich sprichwörtlich die Brille zurecht und sagt: “So sehen Sie das also.” +++ Und gestern schob ich mit meinem Sohn die Neuköllner Karl-Marx-Straße hinauf, ebenfalls herrlichstes Herbstwetter. Und sah mir die Menschen an. Und dachte an meine Fotos zurzeit. Und sagte zum Künstler in mir: “So sehen Sie das also.” +++ P.S.: Was ich vorhin nämlich sagen wollte, was der Film weglässt oder verschweigt oder unter den Teppich kehrt, und was mir nicht einfallen wollte: etwas Entscheidendes – der Film übergeht etwas äußerst Entscheidendes! +++ Mein Rechtschreibprogramm kennt Uriah Heep übrigens gar nicht…

 

Überschrift inspired by: The Look of Love © ABC, 1982

Überschrift also inspired by: The Lady in Red © Chris de Burgh, 1986

Überschrift also inspired by: Lady in Black © Uriah Heep, 1971

Überschrift also inspired by: Woman in Chaines © Tears for Fears, 1989

Lyrics: Wir wollen doch einfach nur zusammen sein © Udo Lindenberg, 1976

Paula – Mein Leben soll ein Fest sein (biografisches Filmdrama mit u.a. Carla Juri) © Christian Schwochow (Regie), D/F 2016

Verschone mich nicht mit Tränen © Rex Gildo, 1980 (dt. Cover)

Mona Lisa © Leonardo da Vinci, ca. 1503 – 1506

Björn the Hörn (*1972 in Lünen/NRW), dt. Politiker

Machine Gun Ibiza / The Sky’s Gone Out.

Aliens incorporated © Kai von Kröcher, 2019

 

But she couldn’t find how to push through. +++ Welches Geheimnis trägt wohl die junge Frau in der Mitte in sich?

 

Überschrift inspired by: Machine Gun Ibiza © Prefab Sprout, 1990

Überschrift also inspired by: Exquisite Corpse © Bauhaus, 1982

Lyrics: Moonlight Shadow © Mike Oldfield feat. Maggie Reilly, 1983

Horst Tappert (*1923 in Elberfeld/Nordrhein-Westfalen; †2008 in Planegg/Oberbayern)