New Boots and Panties / The Boy with the Arab Strap.

Aliens incognito: Searching for the Young Soul Rebels (No. 3854) © Kai von Kröcher, 2019

Aliens incognito: Searching for the Young Soul Rebels (No. 3854) © Kai von Kröcher, 2019

 

Brother, ooh-ooh, shake it up, shake it up, move it up, move it up, brother, ooh-ooh, shake it up, shake it up, move it up, move it up, brother, ooh-ooh, shake it up, shake it up, move it up, move it up, brother, ooh-ooh, shake it up, shake it up, move it up, move it up, brother, ooh-ooh, shake it up, shake it up, move it up, move it up, brother, ooh-ooh, shake it up, shake it up, move it up, move it up Bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro bro.

 

Überschrift inspired by: New Boots and Panties!! © Ian Dury, 1977

Überschrift also inspired by: The Boy with the Arab Strab © Belle & Sebastian, 1998

Bildunterschriften inspired by: Searching for the Young Soul Rebels © Dexys Midnight Runners, 1980

Lyrics: Chant Of The Ever Circling Skeletal Family © David Bowie, 1974

Underwater Love / Der alten Krake ihr zweites Gesicht.

Gruß von Ben Wa(r)gin: Aliens incognito, Savignyplatz (No. 3819)

 

You abandoned me, love don’t live here anymore. +++ Dänisches Bettenlager ändert seinen Namen in „Grzyb“ – hört sich weltoffener an und lässt sich leicht merken. +++ Das Bild heute kennen Sie schon, aber ich finde es super: ich haue jetzt nacheinander alle raus! +++ Beim Einkauf mit meinem Sohn gestern bei der Drogerie-Kette Schlecker hatte ich mich im Affekt zu einem Spontankauf hinreißen lassen – ich warf Otto die Hör-CD von Dirk Roßmann in den Korb: Der neunte Arm des Oktopus – eine zeitlang hatte man nicht das Radio einschalten können, ohne die Werbung dafür zu hören. ‚Warum liest du nicht lieber Herta Müller?‘, werden Sie fragen. Weil ich nicht glaube, dass nur literarisch Brauchbares schreiben kann, wer nicht Drogerieketten-Besitzer aus der Nähe Hannovers ist. Und weil ich es noch besser finde, dass ein einflussreicher Konzernchef sich aktiv im Klimaschutz engagiert. Man muss ja nicht immer alles scheiße finden. Und weil mein Sohn Otto den Edaname/Erbsen-Aufstrich von Rossmann liebt. Und weil ich ein Gutmensch bin – außerdem wird auf der CD-Hülle Udo Lindenberg zitiert, der da urteilt: „Das ist Hammer. Super spannend. Respekt!“ +++ Tönnies hat bestimmt auch eine flüssige Schreibe! +++ Gestern waren Otto und ich an der Friedrichsgracht spazieren. Friedrichsgracht oder Friedrichsgraben – neulich hatte ich fälschlicherweise von der „Fischergracht“ gesprochen. Sie wissen schon: Otto Nagel – und darüber war mir dann plötzlich auch Jimmy Nail wieder eingefallen: desser höchst schwermütiger Song damals passte zu den verregneten Autobahnfahrten im Frühsommer ’85 nach Osnabrück – und wenn ich nicht böse irre, gab es ihn gleichzeitig in der Version von Madonna. +++ Was mich an Dirk Roßmanns Hörbuch stört: Es lässt sich auf meinem Lesegerät nicht abspielen – und blöderweise, an der Kasse gestern: „Möchten Sie den Beleg?“ „Danke, brauche ich nicht.“ +++ Im Traum heute früh spielte ich in einem Schwarzweiß-Film mit – einem amerikanischen Western, den drehten wir unter Wasser. Die anderen dicken Typen allesamt erfahrene US-Stars. Ich fand das jedenfalls ganz schön anstrengend, so unter Wasser – ein Take dauert jeweils immer nur wenige Sekunden, dann musste man Luft holen.

 

Überschrift inspired by: Underwater Love © Smoke City, 1995

Überschrift also inspired by: Der neunte Arm des Oktopus (Thriller / Hörbuch) © Dirk Roßmann, 2020

Bildunterschrift inspired by: Ben Wagin (* 25. März 1930 in Jastrow, Landkreis Deutsch Krone; † 28. Juli 2021 in Berlin), dt. Künstler, Bildhauer, Aktionskünstler, Autor  

Lyrics: Love Don’t Live Here Anymore © Jimmy Nail, 1985 (Cover)

Wolfgang Grzyb (* 29. Juli 1940 in Braunschweig; † 7. Oktober 2004 ebenda), dt. Profifußballer, Deutscher Meister 1966/67 mit Eintracht Braunschweig

JYSK Holding A/S, weltweit tätige Handelskette mit Sitz bei Aarhus, heißt in Deutschland ab 27. September nicht mehr Dänisches Bettenlager, sondern JYSK

Dirk Roßmann (* 7. September 1946 in Hannover), dt. Unternehmer und Bestseller-Autor

Clemens Tönnies (* 27. Mai 1956 in Rheda), dt. Sympathieträger und Schweinepriester

Häuser der Friedrichsgracht (Pastell, 49 x 58 cm) © Otto Nagel, 1941

Love Don’t Live Here Anymore © Madonna, 1984 (Cover)

Herta Mülla (* 17. August 1953 in Nițchidorf, Volksrepublik Rumänien), dt. Schriftslellerin, im rumänischen Banat aufgewachsen – Nobelpreis für Literatur 2009

 

Roddy Frame / Race for the Prize.

Vom Feeling her more than a feeling: Aliens incognito, S-Bhf. Friedrich-Merz-Stiftung (No. 3691) © Kai von Kröcher, 2019

Vom Feeling her more than a feeling: Aliens incognito, S-Bhf. Friedrich-Merz-Stiftung (No. 3691) © Kai von Kröcher, 2019

Vom Feeling her more than a feeling: Aliens incognito, S-Bhf. Friedrich-Merz-Stiftung (No. 3691) © Kai von Kröcher, 2019

Vom Feeling her more than a feeling: Aliens incognito, S-Bhf. Friedrich-Merz-Stiftung (No. 3691) © Kai von Kröcher, 2019

Vom Feeling her more than a feeling: Aliens incognito, S-Bhf. Friedrich-Merz-Stiftung (No. 3691) © Kai von Kröcher, 2019

 

Yesterday I heard you say, everything will sort itself if I get to L.A. +++ Wie ungefähr sagte Nick Hornby in, ich glaube, High Fidelity? „In Bruce-Springsteen-Songs hast du immer ganz genau zwei Möglichkeiten: Entweder du haust ab aus deiner Kleinstadt, um dann irgendwo zu verbrennen – oder du bleibst dort und versauerst.“ +++ Man muss vielleicht nicht gleich allem den Rücken kehren – vielleicht macht es einfach auch schon der richtige Rahmen. +++ Ich habe es mir endgültig abgewöhnt, Diktatoren zu beurteilen – aber wie steht es denn eigentlich mit meinem Aufruf, Bolsonaro zu töten?! +++ Ein tropfender Wasserhahn raubt einem den Nerv, aber das mit den farbigen Rahmen könnte das ganz große Ding sein. +++ Kennt von Ihnen da draußen zufällig einer Nagano? +++ Mit diesem Brüller zum Schluss verabschiede ich mich und sage bye, bye.

 

Überschrift inspired by: Roddy Frame (* 29. Januar 1964), schottischer Singer/Songwriter, Gründer von Aztec Camera

Überschrift also inspired by: Race for the Prize © Flaming Lips, 1999

Bildunterschriften inspired by: More Than a Feeling © Boston, 1976

Bildunterschriften also inspired by: Friedrich Merz (* 11. Novemberg 1955 in Brilon, Sauerland), dt. Lobbyist und Politiker

Lyrics: Super Sad Generation © Arlo Parks, 2019

High Fidelity (Roman) © Nick Hornby, 1995

Hungry Hearts © Bruce Springsteen, 1980

Jair Messias Bolsonaro (* 21. März 1955 in Glicério, Bundesstaat São Paulo), brasilianischer Politiker 

Kent Nagano (* 22. November 1951 in Berkeley, Kalifornien), US-amerikanischer Dirigent

Irene Wilde © Ian Hunter, 1976

Die Freuden der Pflicht / Abschied vom Fischerkietz.

Abschied an der Friedrichstraße: Aliens incognito zu Besuch in Berlin (No. 1913) © Kai von Kröcher, 2019

 

We’re caught in a trap, I can’t walk out. +++ Begleitend zur Rekonvaleszenz lief gestern am Abend Deutschstunde im Öffentlich-Rechtlichen. Ein fröhlicher Film, auch hier steht ein Malverbot sozusagen im Mittelpunkt – den Roman hatte ich als junger Mann nicht gelesen. +++ Was die Likes angeht, hat mein Bild aus dem gestrigen Post über Nacht Boden gutgemacht: Bei Instagram bewegen wir uns jetzt im unteren zweistelligen Bereich, Kanye West zum Beispiel liegt auch nur unwesentlich darüber. +++ Der Wasserhahn tropft. +++ Beim gestrigen Fernsehvergnügen jedenfalls musste ich an das Atelierverbot neulich denken (Ihr seid solche Fucker berichtete), und dass ich von so was noch nie etwas gehört hätte. Das hört sich missverständlich und weltfremd an, vielleicht sogar dumm. Mal- oder Berufsverbote im Dritten Reich – davon habe ich natürlich gehört. Was ich im Fall Otto Nagel nur merkwürdig fand: In seinem Atelier bekommt er verboten zu malen, nimmt seine Staffelei und zieht damit durch die Straßen. Malt in der Öffentlichkeit – und niemand stört sich daran: das kam mir auf eine Art inkonsequent vor. +++ Inkonsequent von Seiten der Diktatur, ohne das zu bewerten. +++ Apropos: Mein Sohn hat sich neulich gewünscht, dass wir zusammen einmal die Fischergracht anschauen gehen, von Nagel häufig gemalt. Die Fischerinsel hatte die Bomben im Zweiten Weltkrieg zwar relativ gut überstanden, in den Fünfziger- bzw. den Sechzigerjahren fiel sie dann flächenmäßig dem „Aufbau des Zentrums der Hauptstadt der DDR“ zum Opfer – immerhin ein kleiner Teil steht noch am Rande der Mühlendammschleuse. +++ Seinen Bildzyklus Abschied vom Fischerkietz hat Nagel noch kurz vor der Kahlschlagsanierung gemalt – von alledem weiß die junge Familie auf dem Bild heute wahrscheinlich nichts.

 

Überschrift inspired by: Deutschstunde (Romanverfilmung nach Siegfried Lenz mit Ulrich Noethen, Tobias Moretti) © Christian Schwochow (Regie), D 2019

Überschrift also inspired by: Abschied vom Fischerkietz I (Gemälde, Pastell, 47 x 57 cm) © Otto Nagel, 1965

Lyrics: Suspicious Minds © Elvis Presley, 1969 (Cover)

Siegfried Lenz (* 17. März 1926 in Lyck, Ostpreußen; † 7. Oktober 2014 in Hamburg), dt. Schriftsteller

Kanye West (8. Juni 1977 in Atlanta, Georgia), US-amerikanischer Rapper, Musikproduzent, Modedesigner, Trumpianer

How do you think it feels / I don’t like Mondays.

Aliens incognito: Fahrstuhl zum Schafott (No. 3639) © Kai von Kröcher, 2019

 

I look at the world and I notice it’s turning. +++ Vorgestern musste ich lange die Stirn in Falten legen, bis ich endlich drauf kam: Otto spielte auf seinem Holzxylophon How Do You Think It Feels von Lou Reed. Eine frühkindliche Improvisation, sicher – aber er spielte sie extra für mich. Lou Reed sagt ihm natürlich trotzdem rein gar nichts, der Junge ist drei! +++ Gemessen an den Facebook- und Instagram-Likes ist diese Serie heute hier oben exakt meine unbeliebteste: Aliens incognito – man fühlt sich auf eine Art nicht gemocht. Und gemocht werden wollen wir alle, hören Sie auf. Vielleicht liegt es aber einfach auch nur an den Totalausfällen im Social-Media-Sektor letzte Woche. Oder der Inder muss einfach doch noch mal ran. +++ Habe ich Ihnen einmal die Geschichte mit David Bowie erzählt, wo Iggy Pop ankommt und fragt, ob er (Bowie/Anm.d.Red) ihm nicht sein neues Album abmischen kann? Raw Power dürfte das damals gewesen sein – ich hatte das auch nur gelesen, ich war selbst nicht dabei. Bowie jedenfalls muss da sinnbildlich wohl mit den Achseln gezuckt haben: Was soll ich denn daaaaa bitte schön abmischen?! Iggy hatte alles auf nur drei Spuren zusammengemanscht: 1 Spur Gesang, 1 Spur Gitarre, 1 Spur der ganze andere Rest – Schlagzeug, Bass und was es da eben sonst noch so gibt. +++ Und genau so ungefähr müssen Sie sich das dann auch mit dem Inder und meinen Fotos vorstellen. +++ Die Bilder sind „destruktiv“ bearbeitet, wie der Fachmann es nennt. Und das wieder und wieder, unzählige Male – immer wieder dran herumgeschrubbt, mehr als ein ganzes Jahr lang! +++ I Don’t Like Mondays habe ich, da war ich in den großen Ferien das allererste Mal in West-Berlin. Sommer ’79, die Reise würde ich gerne heute noch einmal machen, ein letztes Mal mit der Reichsbahn. Jedenfalls, ich war da also gerade in West-Berlin – man hat das als Westdeutscher übrigens gar nicht gesagt: „West-Berlin“, das ist Quatsch. Und da jedenfalls kam I Don’t Like Mondays gerade brandneu heraus. Lief mehrmals im Radio – und ich weiß noch, die Schöpfung mitsamt meines eigenen Sonnensystems infrage stellend. Wie ich als fünfzehnjähriger Salonpunk zu meinem Cousin aus der Claudiusstraße da beim Hansaplatz sagte: „Wenn das nicht von den Boomtown Rats wär‘, sondern von ABBA – ich glaube, ich fänd‘ das dann aber nicht gut!“ +++ Fehlt heute eigentlich nur noch mein schätzungsweise liebster Beatle, der stille – George Harrison nämlich: Bangla Desh damals als Kind habe ich jedenfalls immer inbrünstig mitgesungen – auch wenn ich nicht wusste, worum es da geht.

 

Überschrift inspired by: How Do You Think It Feels © Lou Reed, 1973

Überschrift also inspired by: I Don’t Like Mondays © The Boomtown Rats, 1979

Bildunterschrift inspired by: Ascenseur pour l’échafaud (Fahrstuhl zum Schafott – mit Jeanne Moreau; Musik: Miles Davis) © Louis Malle (Regie), F 1958

Lyrics: While My Guitar Gently Weeps © The Beatles, 1968

Raw Power © Iggy and the Stooges, 1973

Bangla Desh © George Harrison, 1971

Konzert für Bangladesch, Madison Square Garden, New York City, 1. August 1971

Aliens incognito – Reisende soll man nicht aufhalten (Fotoserie) © Kai von Kröcher, 2019

 

Bluescreen, Baby / Dieses ewige Yeah Yeah Yeah.

She’s Got A Ticket To Ride: Aliens incognito (No. 1867/Ostbahnhof) © Kai von Kröcher, 2019

 

I saw the photograph, he blew his mind out in a car. +++ Im Bus vorhin dachte ich längere Zeit darüber nach, ob es die Beatles noch gab, als meine musikalische Erinnerung aktiv einsetzt. Love Me Do beispielsweise haben wir an Weihnachten immer rauf und runter gehört – als 7″-Single auf dem kleinen Mono-Plattenspieler meiner Schwester von Philips, auf jeden Fall müsste das vor 1970 gewesen sein. +++ Gestern habe ich mir den Schreck meines Lebens gegönnt: Ich hatte Otto von der Kita abgeholt. Ein Weg, den wir fast in- und fast auswendig kennen. An der Fontanepromenade biegen wir meistens ab, da gibt es einen kleinen Fußgängerüberweg, allerdings auch eine Art Labyrinth aus Wegen und Büschen. Der Sohn trug eine rote Strickjacke, und im Augenwinkel raste er auf seinem Laufrad an mir vorbei um die Ecke. +++ Was ich gestern sagte, so von wegen, ich würde das Bild gerne in Lebensgröße einmal vor mir sehen: Einen Probeprint etwas kleiner habe ich heute am Vormittag in Tempelhof abgeholt. Beim Rewe gleich um die Ecke der Druckerei gönnte ich mir eine Buttermilch für den Weg – ich liebte es dort, gebe den Ort aber nicht preis. Auf jeden Fall, das Ergebnis lässt hoffen – vielleicht gar nicht mehr so wahnsinnig viel zu tun für den Inder! +++ Bild für Bild werde ich hier die Serie komplett nacheinander zeigen – bevor sie dann hoffentlich bald in Groß irgendwo hängt. +++ Jedenfalls trottete ich meinem Sohn hinterher, wir vertrauen uns gegenseitig. Doch als ich ums Eck bog – wie vom Erdboden verschluckt. Ein elektrischer Stoß bis in die Fingerspitzen. Ich rannte den Weg wieder zurück, suchte das Labyrinth ab und rief. Keine Antwort, kein Kind auf dem Laufrad. Hoffentlich war er nicht auf die Straße. Tut er ja eigentlich nicht. Letzter Versuch, letzte Hoffnung, ich bog noch einmal um die Ecke, und wieder war da kein Sohn. Zumindest nicht auf den ersten Blick: Brav und voller Geduld saß er auf seinem Laufrad wartend am Fußgängerübergang und winkte gelassen. In seiner roten Strickjacke hatte er sich genau vor einen roten 3er-BMW aus den Neunzigerjahren gestellt – für den väterlichen Röntgenblick damit unsichtbar. +++ Und mit diesem niedlichen Schmunzler verabschiede mich und sage bye, bye.

 

Überschrift inspired by: Chroma Keying (auch color keying): visueller Effekt, um Hintergrundbilder einzubauen

Überschrift also inspired by: Sweet Gene Vincent © Ian Dury & the Blockheads, 1977

Überschrift also inspired by: Die Monotonie des Yeah, Yeah, Yeah © Walter Ulbricht, 1965

Bildunterschrift inspired by: Ticket to Ride © The Beatles, 1965

Lyrics: A Day in the Life © The Beatles, 1967

Love Me Do © The Beatles, 1962

BMW 3er-Reihe (Baureihe E36) © Bayerische Motorenwerke, 1990 – 2000

Born to Boogie / Fensterplatz am Meer.

Aliens incognito: Reisende soll man nicht aufhalten (No. 3731) Berlin, Alexanderplatz) © Kai von Kröcher, 2019

 

All I got is a photograph and I realize. +++ So viel und so oft schon daran herumgeschrubbt an den Fotografien dieser Serie da oben. Ich würde sie gerne einmal überlebensgroß in einer Ausstellung sehen. Vielleicht sind sie großartig – wahrscheinlich aber schon völlig zerschunden, und der Inder müsste sich kurz einmal dransetzen. Hat jemand die Nummer von dem?  +++ Besser noch: Email-Adresse – ich telefonier‘ doch so ungern. +++ Diesen Ringo-Starr-Song da oben im Liedtext-Zitat: den musste ich eben nicht einmal hören, und schon war ich über den Daumen gleich wieder zehn Jahre. Wer sich erinnert, war nicht dabei – vom Feeling her direkt wieder tausend Kindheitsgefühle vor Augen! +++ Wussten Sie, dass Ringo Starr nicht nur Schlagzeuger der Beatles war, sondern zum Beispiel auch bei der großartigen T.-Rex-Konzert-Doku Born to Boogie Regie geführt und gleichzeitig den Film produziert hat? +++ Okay, und bevor das nach hinten losgeht – die Sache mit dem Inder war mal so ’ne Art Privat-Joke: Es gab da angeblich in Indien irgendwo jemanden, dem konnte man seine ganzen Fotos schicken – und der hat die dann nach Strich und Faden professionell bearbeitet, wenn man nicht weiterkam.

 

Überschrift inspired by: Born to Boogie (Konzertfilm mit T. Rex, Elton John, Ringo Starr) © The Beatles‘ Apple Films/Ringo Starr (Produktion und Regie), GB 1972

Überschrift also inspired by: Fensterplatz am Meer © Decathlon, 2019

Lyrics: Photograph © Ringo Starr, 1973

Richard Starkey (* 7. Juli 1940 in Liverpool), britischer Musiker, Songschreiber, Schauspieler und Filmregisseur und -produzent

Künast / Ein Praktikantenleben im Steinbruch.

Back in the Day: Rummelsburger Bucht / Stralau (Kaleidoskop) © Kai von Kröcher, 2018

 

Maybe I’m a lonely man who’s in the middle of something. +++ Erkennen Sie die Melodie dort oben auf diesem Bild? Unspektakulär männervergrippt-darniedergesunken habe ich gestern alte Bilddateien gesichtet, wie man bei uns gerne sagt. +++ War ja nicht alles schlecht. +++ Obwohl John Lennon gar nicht mehr im Musikbusiness tätig ist, wie wir gestern erfahren haben – jedenfalls halte ich ihn rein so vom Feeling her für bekannter als Paul McCartney. +++ Lässt sich vermutlich nicht messen. +++ Wo wir neulich schon bei Sean Lennon waren – wissen Sie, was mein Sohn zurzeit gern zu mir sagt? „Bis dahin, wo das Weltall zu Ende ist und wieder zurück – soooo lieb habe ich dich!“ Wie lyrisch und gleichsam den Naturwissenschaften zugewandt für einen Dreijährigen, finden Sie nicht? +++ Die Überschrift heute hat aber nichts mit Frau Künast zu tun, Sie hatten sich vielleicht schon gefreut. In Wahrheit ging das alles nur auf eine Leser-Rezension zu dem Hörbuch zurück, bei dem ich bisher nicht über die ersten elf, zwölf Minuten hinauskomme, dem ich aber noch immer eine Chance zu geben gewillt bin. Jedenfalls scheint da einer ein Praktikum im Steinbruch zu machen, und ich habe mich gefragt, ob sowas Spaß macht. Und das passt doch vom Bild her ganz gut zu dem Bild (oben). +++ Aufgenommen hatte ich dieses Stillleben seinerzeit an der Kynaststraße, daher der Scherz. Hieße sie Märzstraße, ginge der Joke auf den Lothar Matthäus der K-Frage. +++ Und mit diesem Brüller zum Schluss verabschiede ich mich und sage bye bye!

 

Überschrift inspired by: Kynaststraße, benannt nach der Kynastburg im Riesengebirge (heute Burg Chojnik)

Überschrift also inspired by: Rücken an Rücken (Hörbuch) © Julia Franck, 2011

Lyrics: Maybe I’m Amazed © Paul McCartney, 1970

Get a Grip / Neid ist der Frohsinn der Missgunst.

Fucking Deep Postcards: Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober (Jannowitzbrücke) © Kai von Kröcher, 2021

 

Maybe I’m a lonely man who’s in the middle of something. +++ Ob die Überschrift heute so stimmt? +++ Folgende Insider-Information fand ich gestern im Internet: „Sean Lennon ist nicht halb so bekannt wie sein berühmter Vater John der als Mitbegründer und Sänger der Beatles in die Musikgeschichte eingegangen ist und das obwohl er schon seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr im Musikgeschäft tätig ist.“ +++ Reden ohne Punkt und Komma. +++ Am Superwahl-Sonntag letztens war ich mit meinem Sohn, der schon jetzt so bekannt ist wie sein Vater, obwohl der seit vierzig Jahren ein vielbeachteter Blogger. Jedenfalls, als wir da aus dem Wahllokal neulich herauskamen, und es hatte sich ja lange vorher schon abgezeichnet, einen bahnbrechenden Richtungswechsel wird es nicht geben. Aber soll ich Ihnen mal etwas sagen? Den weltweiten Facebook-Ausfall gestern fand ich persönlich bedrohlicher als diese ganze Panikmache seitens der Öko-Faschisten – da schleicht sich von hinten doch schon wieder ein politischer Witz heran. +++ Nein, ich fand den Facebook-Ausfall nicht schlimmer als den Klimawandel, da bin ich ganz ehrlich. +++ Am Wahlsonntag war ich schon ein bisschen enttäuscht, dass sich nicht einmal jetzt etwas ändern würde. Dann spazierten Otto und ich durch den herbstsonnig-milden Tiergarten und stiegen irgendwann in die S-Bahn. Und da geschah es, da fiel es mir auf: Auch die nagelneuesten Züge singen jetzt wieder das alte Abfahrtssignal, dieses sentimentale „La-lü-lah“. Das hatte als ostdeutsches Produkt damals sogar schon die Wende überlebt, war von Die Bahn in der neuen Baureihe dann aber in einer Vereinheitlichungsmaßnahme eliminiert worden. Das hatte mir identitäre Schmerzen bereitet, die Züge der Stadtbahn piepten plötzlich wie auf der Regionalbahn nach Stendal oder nach Kreiensen. +++ Und nun war alles wieder gut – hier hatte sich eben nichts geändert, verstehen Sie? +++ Was da oben wie ein Handy-Schnappschuss aussieht, da stecken in Wirklichkeit etwa anderthalb Tage Arbeit drin. Scheint diese Postkarte nicht wunderbar zeitlos? Könnte einen Sonntag im Kaiserreich ebenso zeigen wie Werbung für die DDR-Beherbergungskette Interhotel. +++ Am Rande hatte ich schon meine Männergrippe erwähnt, die fällt in diesem Jahr unspektakulär aber ungekannt hartnäckig aus. Und so saß ich gestern Abend vor den Öffentlich-Rechtlichen eingemummelt, und auf Verdacht schaute ich einen deutschen Film namens Freies Land. Stellte sich als irgendwas mit der Zeit kurz nach der Wende heraus. Und obwohl ich, ganz sicher der Männergrippe geschuldet, die Dialoge oft nicht verstand und überhaupt, ebenfalls der Männergrippe geschuldet, sowieso leicht auf dem Schlauch stand. Jedenfalls war ich außergewöhnlich geplättet von diesem Streifen. Und als ich dann googelte, dass der Regisseur nicht nur eben mal kurz auch am Drehbuch mitgeschrieben, sondern dass er gleichzeitig auch Kamera gemacht hatte – und das bei durchweg atemberaubenden Bildern. +++ Mit einem Grummeln im Bauch jedenfalls löschte ich angewidert das Licht und zog mir die Decke über den Kopf.

 

Überschrift inspired by: Get a Grip © Aerosmith, 1993

Lyrics: Maybe I’m Amazed © Wings, 1976 (Live-Version)

Freies Land (basierend auf dem spanischen Thrilller La isla mínima) © Christian Alvart (Regie, Drehbuch, Kamera), D 2019

Carte postale © Interhotel, 2021

Interhotel: Hotelkette der DDR der gehobenen Klasse – bevorzugt beherbergt wurden Gäste aus dem sozialistischen Ausland (SW), den nichtsozialistischen Wirtschaftsgebieten (NSW) und des FDGB der DDR.

Otto Nagel / Die verlorenen Seelen vom U-Bhf. Schönleinstraße.

On the Wood Way: Tag der Einheit an der Holzmarktstraße © Kai von Kröcher, 2021

 

Und man lässt sich einfach treiben, will nichts mehr sehen. +++ Mein jüngstes Patenkind geht auf das Otto-Nagel-Gymnasium in Biesdorf, und so kaufte ich mir neulich einen antiquarischen Bildband über den Maler und Ehrenbürger Berlins. Wo einen die Inspiration halt immer so trifft. Die Bilder darin konzentrieren sich dabei auf Nagels Schaffensphase während des Dritten Reichs: Durch die Nationalsozialisten war er mit einem Atelierverbot belegt worden, er durfte demnach also in seinem eigenen Atelier nicht mehr malen – von so etwas hatte ich bis dahin noch nie was gehört. Wie auch immer, Nagel zog in den späten Dreißigerjahren bis zum Ende des Krieges stattdessen mit seiner Staffelei durch die Berliner Straßen und malte die Stadt sozusagen an den Vorabenden ihrer Zerstörung. +++ Das Buch hatte ich mir irgendwann einmal mit meinem Sohn und Klimarebellen angeschaut, und seitdem hat er abends manchmal keine Lust auf ein Kinderbuch, sondern möchte lieber noch einmal die Werke seines Namensvetters Nagel durchblättern. +++ Teile der Überschrift mögen Sie vielleicht verunsichern, die Zeile (oben) war mir heute beim Eintauchen in die Parallelwelt des Heimatbahnhofs Schönleinstraße in den Sinn gekommen. +++ Im Radio spielen sie heute Songs von Interpreten immer im Wechsel mal aus dem Osten, mal aus der BRD: Silly habe ich irgendwie nie gemocht, aber vom Titel her passt das an dieser Stelle recht gut. +++ Das Foto (oben) habe ich heute im Otto-Nagel-Style draußen geschossen, als ich mittags wie so oft an der Jannowitzbrücke herumlungerte.

 

Überschrift inspired by: Otto Nagel (* 27. September 1894 in Berlin-Wedding; † 12. Juli 1967 in Berlin-Biesdorf), Berliner Maler und Schriftsteller, Kommunist und u.a. auch Freund und Nachlassverwalter von Zille und Käthe Kollwitz

Überschrift also inspired by: Die verlorenen Kinder © Silly, 1989

Lyrics: Am Abend mancher Tage © Lift, 1979

Otto Nagel – Berliner Bilder © Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, 1979

Otto-Nagel-Gymnasium, Marzahn-Hellersdorf

Die weiße Taube oder das nasse Dreieck (Roman) © Otto Nagel/Wedding-Bücher, Berlin 2017

Tag der Deutschen Einheit, 3. Oktober 2021