Paris or Maybe Hell / Fahr mit im Kli-Kla-Klawitter-Bus.

Fiktives Vinyl: Deep State Revisited – “Schrei des nächtliches Pfaus” (Elektra) © Kai von Kröcher, 2021

 

Father, I want to kill you. +++ Wie auch Jim Morrisons Vater Jim Morrison Bücher schenkte, schenkt auch Ottos Vater Otto dann und wann Bücher.

 

Überschrift inspired by: Aladdin Sane © David Bowie, 1973

Überschrift also inspired by: Kli-Kla-Klawitter (Fernsehserie für Kinder) © ZDF, D 1974 – ’76

Lyrics: The End © The Doors, 1967

Lewis Brian Hopkin Jones (* 28. Februar 1942 in Cheltenham, Gloucestershire; † 3. Juli 1969 in Hartfield, Sussex), englischer Musiker  

James Douglas Morrison (* 8. Dezember 1943 in Melbourne, Florida; † 3. Juli 1971 in Paris, Frankreich), US-amerikanischer Rocksänger

Rain in May / Otto ist Catweazle.

Untitled I © Kai von Kröcher, 2021

 

Untitled II © Kai von Kröcher, 2021

 

Untitled III © Kai von Kröcher, 2021

 

Untitled IV © Kai von Kröcher, 2021

 

Mutter & Sohn © Kai von Kröcher, 2021

 

Omaha Beach Revisited © Kai von Kröcher, 2021

 

Wenn Gursky Urlaub macht und auf Bildbearbeitung keinen Bock hat © Kai von Kröcher, 2021

 

 

 

In the area we now call the Atlantic Ocean, so great an area of land. +++ Beim Edeka auf Pellworm vorletzte Woche, da spielten sie noch so Hits wie oben genanntes Rain In May. Der erste Song, als ich den Laden betrat: ‘Rain in May?’, dachte ich so. Von einem gewissen Bernie Paul, wie der Kumpel von André Heller. 1981 dürfte das wohl gewesen sein – fand ich damals okay. +++ Allerdings hieß der ganz anders, aber zumindest das Jahr war korrekt. +++ Zwei Tage Dauerregen: man spürt die Flora da draußen aufatmen, wie ich wünschte zu sagen. +++ Ein Experte gestern Abend im Fernsehen sagte, diesen Regen bräuchten wir hier* jetzt vierzehn Tage, damit das was bringt. +++ Vierzehn Tage Regen, da werden einige wieder auf die Straße rennen und die Regierung stürzen. +++ Dürre in Deutschland = Erfindung der Baerbock. +++ In der Radiowerbung heute beim Frühstück, da spitzten wir beide die Ohren: “Otto ist wieder da”, oder so. +++ Und: “Otto ist Catweazle!” +++ Catweazle war nicht weniger immerhin als eine meiner absoluten Lieblingsserien im Fernsehen damals als Kind – neben der Partrigde Family, selbstverständlich! +++ Und in dem Waalkes-Remake dann auch noch der Song Magic von der Band Pilot – das treibt einem die sentimentalen Tränen der Gnade der frühen Geburt in die Augen. +++ Urlaub ist ja eher etwas für Spießer – gemeinsam jedoch mit dem Herrn Sohn war das schon eine unvergleichbar schöne Zeit. Das Bild mit dem Fahrradhelm allerdings erinnerte mich dann doch an die jungen G.I.s in der Normandie am D-Day bei der Erstürmung des Atlantikwalls; von denen kehrte ja kaum einer lebend zur Mutter zurück. +++ Könnte auf eine Art also mein Anti-Kriegs-Foto werden: der Robert Capa des Wattenmeers.

 

 

Überschrift inspired by: Rain In May © Max Werner, 1981

Überschrift also inspired by: Catweazle (Kino-Remake mit Otto Waalkes) © Sven Unterwaldt (Regie), D 2021

Bildunterschrift u.a. inspired by: Rhein II (Fotografie auf Acrylglas; 185,4 × 363,5 cm, ) © Andreas Gursky, 1999 (verkauft für € 3.100.00,00)

Lyrics: Atlantis © Donovan, 1968

Catweazle (mit Albert Geoffrey Bayldon, britische Fernsehserie) © London Weekend Television (LWT), GB 1970 – ’71

The Patridge Family (Familienserie mit David Cassidy und Susan Dey) © Screen Gems Television, USA 1970 – ’74

Magic © Pilot, 1974

D-Day Landing, Omaha Beach, Normandy (Gelatin Silver Print; 21,6 x 32,1 cm) © Robert Capa, 1944 (verkauft für $ 43.750,00)

Robert Capa (* 22. Oktober 1913 in Budapest, Österreich-Ungarn; † 25. Mai 1954 in Thái Bình, Vietnam), ungarisch-US-amerikanischer (Kriegs-)Fotograf

James Nachtwey (* 14. März 1948 in Syracuse, New York), US-amerikanischer Fotograf, insbesondere der Kriegsfotografie

* Berlin/Brandenburg

MS Franziska / Postcards from Italy.

Auf Robbenjagd im Wattenmeer: MS Nordfriesland © Kai von Kröcher, 2021 (Oktapolaris, Rohschnitt)

 

1990 gab es einen Sänger, jedes Kind und jeder alte Mann kannte seine Songs. +++ Manche Quellen führen mich bereits als Wegbereiter der oktapolaren Fotografie, das ehrt mich natürlich. +++ Auf der Nordseeinsel dort oben hatte ich ständig irgendwelche längst vergessenen Textfetzen aus Udo-Lindenberg-Songs auf den Lippen – einmal beim Frühstück zitierte ich gedankenverloren und unverhofft von der LP Votan Wahnwitz: “Ich mach’ einen Zirkus auf.” Mein Sohn starrte mich fassungslos an: Duuuuu?!! +++ Irgendwie hätte ich immer schwören können, auf der MS Franziska habe neben Paul Dahlke Marianne Hoppe in der Hauptrolle gestanden. Sagt man das so? Von der Hoppe allerdings nicht die geringste Spur. +++ Kubismus muss Luxus sein!

 

Überschrift inspired by: MS Franziska (achtteilige Familienserie über die Rheinschifffahrt) © Südwestfunk/Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft, D 1977

Überschrift also inspired by: Postcards from Italy © Beirut, 2006

Lyrics: Gene Galaxo – 1990 © Udo Lindenberg & das Panikorchester, 1976

Da war so viel los © Udo Lindenberg & das Panikorchester, 1975

Glücklich mit der Bachmann © Graf Tati, 2007

Marianne Stefanie Paula Henni Gertrud Hoppe (* 26. April 1909 in Rostock; † 23. Oktober 2002 in Siegsdorf/Oberbayern), dt. Schauspielerin

Schuhe aus dem Darknet / Nildelta-Blues.

Fiktives Vinyl: Froh ist, wer jetzt ein Zuhause hat (Alexanderplatz) © Kai von Kröcher, 2020/2021

 

How was she to know just how much he cared. +++ Bis vor kurzem noch sagte so mancher Früh- bis Mittelfrühgeborene zu meinem Sohn, “Mensch, du siehst ja aus wie Brian Connolly!” (Brian Connolly: Sänger der Sweet, Träger der Brian-Connolly-Frisur/Anm.d.Red.). +++ Mittlerweile aber tragen wir beide, Otto und ich – wir tragen jetzt beide stolz und zufrieden den auch in dieser Saison wieder modernen und flotten Lockdown-halb-über-die-Ohren-Haarschnitt: Auch bei mir ist am Sonntag die Altersmatte endgültig gefallen. +++ Mein Korrekturprogramm übrigens streicht “Brian Connolly” nicht an – im Gegensatz zum Beispiel zu “Martenstein”. +++ Vorgestern Abend, besagter Sonntag. Nach Einbruch der Dunkelheit führte ich meine Lockdownfrisur eine Runde durch den literarisch gesprochen kniehohen Schnee, an solchen Tagen kann man nicht einfach zu Hause herumsitzen. Auf dem Heimweg zurück vom Admiralbrückenspäti, relativ betrachtet waren fast keine Menschen unterwegs: Am Planufer kam mir die Silhouette eines Mannes entgegen, in einiger Entfernung folgte ein Hund. Der sich bei näherer Betrachtung allerdings als ein Wolf ein Fuchs entpuppte; entspannt und gelassen trottete er in Streichelnähe (Mindestabstand nach der virologischen A-H-A-Regel) unbeeindruckt an mir vorüber. Zweihundert Jahre früher hätte ich ihn erlegt wegen des kostbaren Pelzes, den er trug. +++ Wie war doch gleich nochmal der Running Gag von mir immer zu meinem Sohn? “Man kann über den Papa sagen, was man will – aber ein Schwein ist er nicht!” +++ Bei der Begegnung mit dem Fuchs jedenfalls – ich weiß ja nicht, ob man im Nildelta “den Blog” regelmäßig liest, aber ganz liebe Grüße!

 

Überschrift inspired by: Intro © Jan Delay, 2021

Überschrift also inspired by: Robert Leroy Johnson (* 8. Mai 1911 als Robert Leroy Dodds in Hazlehurst, Mississippi; † 16. August 1938 in Greenwood, Mississippi), König des Delta Blues’

Lyrics: Alexander Graham Bell © The Sweet, 1971

Bohemian Rhapsody © Queen, 1975

Berechtigungsschein / All you’ve got to do is win.

Fiktives Vinyl: God Morning / Warum bist du so hart zu dir selbst © Kai von Kröcher, 2019/2021 (Weiße Siedlung)

 

Und jeden Mittwoch die Zwölferpackung Eis, hat für uns drei grad so gereicht – unsere Welt schien hier ewig zu sein. +++ Da hatte der Lektor beim letzten Post wohl geschlafen: Sehen Sie sich mal die Überschrift an, die ergibt keinen Sinn. +++ Als gestern die Post kam, ein Brief ohne Absender. Wie immer die kurz aufflackernde Hoffnung, ein Schreiben von der Gesellschaft zur Aufspürung verkannter Genies: Einzelausstellung in den Deichtorhallen – und ich soll mir hunderttausend Euro abholen, Deutsche Post Filiale Kottbusser Damm bis achtzehn Uhr morgen Abend. Dann im Briefkopf aber das deutsche Hoheitssymbol, sagt man das so? Bundesadler, Schwarz, Rot, Gold. Jetzt haben Sie mich dran wegen meines Aufrufs zum Mord am brasilianischen Präsidenten letztens – ich dachte schon, der verhallt ungehört. Aber auch das nicht: Stattdessen 2×6 Gutscheine für “Masken mit hoher Schutzwirkung” – ich gehöre jetzt zu den Privilegierten. +++ Wissen Sie, woher das Wort “Backfisch” kommt? Habe ich neulich irgendwo gehört oder gelesen. Der Ausdruck, wie nennt man das eigentlich, wenn ein Begriff eine zweite Bedeutung bekommt, die mit der ersten im Prinzip nichts zu tun hat? Obwohl genau das nun auch wieder nicht stimmt. Aber in diesem Fall nämlich doch: Was hat denn ein junges Mädchen mit einem, sagen wir mal, Schlemmerfilet à la Bordelaise zu tun? Sehen Sie? Nun aber die erstaunliche wie auch befreiende Erklärung: Das Synonym nämlich stammt nicht aus dem Deutschen, sondern “Back Fish” ist im Englischen ein Fisch, den man zurück ins Wasser wirft, weil er noch nichts auf den Rippen hat – und somit also zu jung ist zum Essen. +++ Die Überschrift gestern, das mit dem Waldorf-Typ. Bezog sich darauf, dass Otto jetzt abends schon immer sagt, morgen schauen wir wieder Dekker. Dekker ist Ottos erstes mediale Idol, “das ist ein Tüüüüp!!!” Und nicht etwa auf dem Laptop – für Dekker muss es schon der Zehntausend-Zoll-Flachbildfernseher sein, darunter läuft nichts. Tatsächlich das aller-, aller-, allererste Mal, dass ich zusammen mit meinem Sohn an der Glotze klebe, wie man früher gesagt hat, im Pantoffelkino sozusagen. +++ Hat man nicht einmal früher gesagt.

 

Überschrift inspired by: Berechtigungsschein 1 / Berechtigungsschein 2 (für je 6 Schutzmasken) © die Bundesregierung, 2021

Überschrift also inspired by: Win © David Bowie, 1975

Lyrics: Karlshorst © Sind, 2020

Weiße Siedlung | Dammweg/Sonnenallee | Berlin-Neukölln

Deichtorhallen | Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst und Fotografie | Deichtorstraße 1 – 2 | 20095 Hamburg

Deutsche Post Berlin | Filiale Yildirim & Yildirim | Kottbusser Damm 13 | 10967 Berlin

Vielleicht ist es anders als du denkst © Sind, 2020

This Here Island © Dekker, 2019

Deep Fuck Records © Kai von Kröcher, 2021

 

 

Islands in the Stream / Wissenschaft und Hedonismus.

Deep Fuck Records: Wissenschaft und Hedonismus © Kai von Kröcher, 2020/2021

 

How can we ever be the way we were. +++ Mein Sohn ist jetzt Dekker-Fan, wer auch immer das ganz genau sein mag, der Dekker. Denn auch wenn ich doch eher der Waldorf-Typ bin, wir mussten das Video uns gestern noch einige hundert Male gemeinsam reinpfeifen, um es mal flapsig zu sagen. Otto jedesmal ganz begeistert: “Da kommt er wieder – das ist vielleicht ein Tüüüüp!!!” +++ Hier zum Reinschnuppern das Video: This Here Island (anklicken). +++ Hatte ich mal erwähnt, was ich bei Islands In the Stream Anfang der Achtziger immer verstanden hab? Eyeless industries, that is what you are. “Ah”, dachte ich damals: “Dolly Parton und Kenny Rogers klagen an!” +++ Übrigens aus der Feder der Bee Gees, das wusste ich auch nicht – B-Seite “in den Staaten”: I Will Always Love You

 

Überschrift inspired by: Islands in the Steam © Kenny Rogers & Dolly Parton, 1983

Überschrift also inspired by: Wissenschaft und Hedonismus © Frischfleisch, 2021

Lyrics: This Here Island © Dekker, 2019

Deep Fuck Records / Someone told me not to cry.

Fiktives Cover: Ludmilla und Bernhardt (“Interdisziplinär”) © Kai von Kröcher, 2020/2021

 

Wie soll ich dir das beschreiben, ich kann nicht tanzen, ich warte nur. +++ Die Idee mit den Covern ist sicher nicht neu. Wie eine Nacht sich im Kaufhaus einschließen lassen – die sind ja zurzeit eh alle dicht. +++ Ludmilla und Bernhardt – ein Duo aus Bregenz/Vorarlberg. Ludmilla war bis Corona längere Jahre in einer Beziehung mit Diether Nur, nicht zu verwechseln mit dem Satiriker. Bernhardt ist dabei der Nachname des Keyboarders und Drummers Lutz Bernhardt. +++ Mein Sohn schnappt jetzt neuerdings Wörter aus dem Radio auf. Vor Weihnachten sprach er plötzlich “Weihnachtsmann” aus einer Discounter-Werbung nach und strahlte übers ganze Gesicht. Gestern sagte er, während er spielte: “Ich warte nur” – eine Zeile von Thomas Brasch aus dem Song Geister von Masha Qrella. +++ Die Platte (oben) hätte, wenn man’s sich jetzt mal kurz überlegt: So hätte die Platte nämlich genauso gut heißen können: “Ich warte nu(h)r, Dieter” – das wäre ein kryptischer Name gewesen, auf die Verkaufszahlen gezielt. +++ Oder “Deep Fuck”, das Cover zeigt ein Hochhausghetto, über das man in Wuhan sicherlich schmunzeln würde: Zu sehen ist die Weiße Siedlung (Neukölln) am Silvesternachmittag vergangenen Jahres – der Fotograf mit der S-Bahn ohne Ziel unterwegs zum Einkaufszentrum Berlin-Schöneweide, im Volksmund nicht zu unrecht “Schweineöde” genannt.

 

Überschrift inspired by: Fiktive Platten © Kai von Kröcher, 2021

Überschrift also inspired by: Wake Up © Arkade Fire, 2005

Lyrics: Geister © Masha Qrella, 2020 (Text: Thomas Brasch/Suhrkamp)

Black Friday / für Member schon gestern.

Vom Sterben der Seele: Berlin, Nähe Stettiner Bahnhof (Tryptichon) © Kai von Kröcher, 2020

 

Es gibt kein Vorher und kein Hernach, es gibt auch kein Jetzt, da keine Grenze ist. +++ Mein Sohn spricht jetzt Teenager-Jargon: “Ähhh, jaaahá???? Ähhh, neihien????” Verstehen Sie? Waren wir früher auch schon so früh frühreif?

 

Überschrift inspired by: Black Friday Scheiße

Überschrift also inspired by: The Sound of the Suburbs © The Members, 1979

Bildunterschrift inspired by / Textzitat aus: Berlin – ein Buch zum Sterben der Seele (Großstadtroman) © Paul Gurk, 1927

Reason Or Rhyme / Der Präsident Trump befürchtet, Ihr seid solche Fucker könne sich auf der Zielgeraden noch in den US-Wahlkampf einschalten.

Reason or Rhymn: Kottbusser Brücke (Lockdown Light Version) © Kai von Kröcher, 2020

 

I can see the change better than I ever could before, I am what remains. +++ Interessieren Sie eigentlich für die Geschichten hinter bedeutenden Kunstwerken? +++ Den ganzen Tag gestern hatte ich in der Bude gesessen und an einem Bild herumgeschmirgelt. Dann wollte ich rausgehen, Nudeln und Klopapier kaufen gehen. Und obwohl ich absolut keine Lust hatte, warf ich mir die moderne Digitalkamera über die Schulter, knipste hier etwas, knipste dort etwas. Dann kam mir der Einfall, zur Kottbusser Brücke zu gehen, mich hinabstürzen. Ganz nebenbei gibt es sowohl nordöstlich der Brücke – und über den Daumen auch südwestlich. An beiden Enden gibt es da geile Discounter, wo man sich beim An-der-Kasse-stehen gepflegt in den Nacken hauchen lassen kann, I’m loving it. +++ Jedenfalls betrat ich gerade die Brücke, die Ankerklause hatte aus Gründen des Lockdowns ihre stilprägende Leuchtreklame aus- beziehungsweise gar nicht erst eingeschaltet, bei der italienischen Singer/Songwriterin oben brannte schon Licht. Ich suchte mir eine Position, lehnte mich mit dem Rücken an einen Laternenpfahl. +++ Mit meinem Sohn Otto bin ich hier gerne, wir beobachten die Tauben. Da hätte ich übrigens mal eine Frage: Vor gar nicht so langer Zeit hatte ich mal den Eindruck, dass die Tauben, wenn sie im Schwarm ihre Runden drehen – das kann man auch über dem U-Bahnhof Kottbusser Tor beobachten oder zum Beispiel am Nollendorfplatz. Die Frage jedenfalls wäre, kann es sein, dass Tauben sämtlichst synchron mit den Flügeln schlagen, wenn sie in einem Geschwader herumfliegen? +++ Ich jedenfalls hatte mich gerade positioniert, überdachte mein weiteres Vorgehen. Künstler tun so etwas. Und in diesem Moment – die Dämmerung hatte längst zärtlich eingesetzt. In diesem Moment gingen mit einem Schlag die Straßenlaternen an und verwandelten die prosaische Brücke in einen lichternen Traum. +++ Durch Zufall habe ich vor einigen Tagen gelesen, Keith Richards erstes Enkelkind hieße mit Vornamen Otto Reed – eigentlich unverschämt. +++ Auf jeden Fall habe ich mir vorgenommen, den sogenannten Lockdown light diesmal kreativ besser zu nutzen. Meine Vorbilder dabei dürften Graf Tati und Cécile Dupaquier sein, die während der Pandemie bisher ein ganzes Doppelalbum produziert haben oder noch dabei sind. Seit neuestem haben die zwei jetzt sogar einen Namen: Noch in diesem Jahr wird unter dem Namen Interhotel eine erste Vinyl-Single erscheinen, Carte Postale.

 

Überschrift inspired by / Bildunterschrift: Reason And Rhymn © The Bryan Ferry Orchestra, 2012

Überschrift also inspired by: Trumpi-Boy

Lyrics: I Can See the Change © Celeste, 2020

Carte postale © Interhotel, 2020

 

 

La deuxième vague / What I know is all Quicksand.

Extraterrestres internationaux: Graf Tati & Cécile Dupaquier (Müggelschlösschen) © Kai von Kröcher, 2020

 

Aliens international: The Boy with the Postcard in his Hands (Berlin-Hauptbahnhof) © Kai von Kröcher, 2019

 

Les mots derrière lesquelles je disparais – tu sais, je sais. +++ Je länger ich auf dieses Bild oben starre, desto seltsamer kommt es mir vor. +++ Zum Glück sind Tati und Cécile nicht die Gallagher-Brüder! +++ Gedankenverloren betrachtete ich gestern Abend, es begann gerade zu dämmern. Heute dann dürfte meiner Zeitrechnung nach ja sogar der längste Tag des Jahres sein – eine Gelegenheit für ein Bier vor der Szenegaststätte der Herzen? +++ Der Text zu Carte postale wurde ja übrigens auch eines Abends neulich auf der Terrasse der Gaststätte geschrieben, im Ping-Pong-Verfahren sozusagen. +++ Jedenfalls saß ich zu Hause und sah mir die Zeichnungen meines hervorragenden Sohnes an. Viele Eltern finden ihre Kinder sicherlich super, Otto allerdings ist ein Genie: Da muss ich tatsächlich schon etwas Gas geben, wenn ich dem rechtzeitig noch etwas Antiquarisches entgegenstellen will. +++ Äquatorial-antizipierendes. +++ Schon bevor wir vergangenen Montag runter in den Südosten fuhren, hatte ich eine Vorahnung gehabt: Dass die Aufnahmen vielleicht Ausgangsmaterial für eine Zweite Welle sein könnten. +++ Mühsame Handarbeit übrigens – heutzutage macht sowas ein jeder Depp mit dem Handy Smartphone. +++ Apropos ‘Letzte Welle’: Im Gegensatz zu anderen Bürgern und Bürgern mache ich mir ja meine Gedanken. Und neulich dachte ich darüber nach, dass wir unter Umständen die vielleicht letzte Generation sein könnten, die in Old Motherfuckerin Erde hier noch einen brauchbaren Planeten vorfindet. Und ob das denn gleich so einen negativen Beigeschmack haben muss. Ob das nicht eher etwas Außergewöhnliches ist: zu den Auserwählten sozusagen zu gehören. Und deshalb will ich der Nachwelt noch schnell ein paar Bilder hinterlassen. Auch wenn das, in Clemmies Worten gesprochen, ein elendes Paradoxon wäre. +++ Aber vielleicht werden sie (die Bilder/Anm.d.Red.) ja in tausenden von Jahren dann von den Leuten von Outer Space irgendwie ausgegraben und ins Museum gestellt. +++ Breaking News (16:47): Und hier schnell noch das allerneueste Werk von Tati und Cécile, bitte hier klicken! +++ Spacer 4L (und da schließt sich dann für heute endlich der Kreis…!)

 

Überschrift inspired by: La deuxième vague © Covid-19, 2020 

Überschrift also inspired by: What I Know Is All Quicksand © Giant Rooks, 2020

Bildunterschrift inspired by: The Man with the Child in His Eyes © Kate Bush, 1978

Lyrics: Carte postale © Graf Tati & Cécile Dupaquier, 2020

club49 | Ohlauer Straße 31 | Berlin-Kreuzberg

Outa-Space © Billy Preston, 1971