Blutregen / Wir haben nichts dagegen.

Kaufhof am Alex © Kai von Kröcher, 2019

 

Aus allen Wolken. +++ Seit ich mich aus dem Tagesgeschäft der Politik zurückgezogen habe, ist es um meine Internetaktivität merkwürdiglich ruhiger geworden, das ist Ihnen aufgefallen. +++ Ich mag ja die Karrenbauer, die macht einen passablen Eindruck auf mich, besser als die von Storch. +++ Irgendeine alte Geschichte wollte ich gerade erzählen, die brannte mir förmlich unter den Nägeln. Jetzt habe ich das komplett vergessen, vielleicht doch nicht so wichtig. +++ Ich vergesse jedesmal übrigens auch, wie man Reis richtig kocht: Doppelte Menge Wasser oder gleiche? Ich muss das mal schnell googeln, ganz kurz, geht gleich weiter. +++ Ah, super – 1 Teil Reis, 2 Teile Wasser: “Da geht nichts verloren”, keine Vitamine, kein Pipapo. +++ Genau, jetzt fällt mir das wieder ein – was mir so unter den Nägeln gebrannt hat: Vor einer ganzen Weile nämlich, da habe ich mal im Internet auf DVD diesen Film noch einmal gesehen mit Curd Jürgens, des Teufels General. Berlin im Jahr 1943, Sie kennen die Handlung. Jedenfalls taucht da irgendwann so eine Art Leutnant oder Gefreiter auf, jedenfalls einer, im Vergleich zu Curd Jürgens, noch grün hinter den Ohren. Und der will da noch ganz hoch hinaus, Volk und Vaterland und so weiter. Und dann stellte sich heraus, das war der erste Mann von Romy Schneider, der hat sich, glaube ich, irgendwann umgebracht. Ein Berliner, übrigens, der Henry Meyen. +++ Genau genommen: Harry Meyen, geb. in Hamburg, gest. in Hamburg (Wikipedia). Aber darum geht das jetzt nicht. Im Film neulich musste ich nämlich vom Aussehen her bei seinem, äh, Aussehen, da musste ich ständig an den deutschen Politiker Björn “the Hörn” Höcke denken. Und dann habe ich den Meyen mal gegoogelt (mit Ecosia), und da fand sich dann, der Meyen ist als Kind mit acht Jahren ungefähr in das KZ Neuengamme verschleppt worden und wenige Tage vor Kriegsende “von den Amerikanern” erst befreit worden. Und da musste ich wieder an Björn “the Hörn” Höcke denken – und dass der Björn, dass das doch wirklich ein astreiner Typ ist, vor dem ziehe ich meinen Hut.

 

Überschrift inspired by: Wetterbericht für morgen, den 16. Juni 2019

Überschrift also inspired by/Lyrics: Regen © Lassie Singers, 1996

Des Teufels General (schwarzweißer Spielfilm nach einem Drama von Carl Zuckmayer, mit Curt Jürgens u.a.) © Helmut Käutner (Regie), D 1955 

Belsen Was A Gas © The Sex Pistols, 1978

Ich zieh’ meinen Hut © Udo Lindenberg, 2008

Children of an Exibition / RWEg mit dem Deutschen Wald.

Babykunst

OTTO AT URBAN – STATION 62 © Kai Heimberg (Foto © Kai von Kröcher), 2018

Last thing I remember, I was running for the door. +++ Toni Schumacher jetzt mal hin oder her – ich will heute einmal etwas anderes erzählen: Am Abend der Ausstellung nämlich, wir standen im Flagship Store und redeten über Kunst. Das Telefon klingelt, man ruft mich direkt in den Kreißsaal. Zwölf Stunden später dann war ich gebackener Vater, die Werdende eine Gewordene. +++ Dabei wollte ich eigentlich nur sagen, auch weil mich die Sache so aufregt: Als Frischgebackener meint man ja, man müsse überall seinen Mostrich zu abgeben. Wegen unserer Zukunft und so. Jedenfalls, ich wollte nur sagen: Ich finde es wichtig und gut, dass diesen weltfremden Ökospinnern in ihren Baumhäusern da oben nun endlich einmal ihre Grenzen aufgezeigt werden. Und wie man da öffentlich über den Schmitz denkt: das finde ich einfach empörend! +++ Eigentlich aber bin ich ein Hardboiler – nicht so der Typ, der Babyfotos postet. Wahrscheinlich finden das Babies eh nicht so supersupi, wenn sie dann irgendwann größer sind: das Netz vergisst nichts, sagt man ja immer. +++ Doch wenn das Netz mit seiner Schwarmintelligenz wirklich so weise und klug ist, jetzt mal im Ernst: Jeder weiß doch, dass diese Aktion mit dem Hambacher Forst, ich will Sie nicht nerven. Aber jedem halbwegs noch bei-Verstand-mäßigen Mensch müsste doch vollkommen klar sein. +++ Okay, mit Vernunft kommt man der Sache nicht auf die Spur. +++ Schöner ist es sowieso, ausnahmsweise einmal Babyfotos zu posten: Unser Sohn Otto – ein feinsinniger, feingliedriger junger Mann, auf dem Bild gerade einmal 25 einhalb Stunden alt. Das Foto himself nahm ich letzten Sonntag im Urban auf – der Künstler und Fotograf Kai Heimberg schuf nach dem Vorbild eines alten Meisters daraus ein herzerwärmendes Werk. +++ Und das soll dann auch erstmal das letzte Babyfoto hier sein. +++ Und sollten Sie Ihren Strom zufällig von dem Geierverein RWE beziehen, wechseln Sie bitte den Anbieter – heutzutage ein Kinderspiel…

 

Pictures at an Exibition © Emerson, Lake & Palmer, 1971

Rolf Martin Schmitz (*1957 in Mönchengladbach)

Lyrics: Hotel California © The Eagles, 1976