Like the sun through a curtain / Take a photo with your mind before it’s gone in time.

Frühlingseinbruch in Berlin: Sportforum Hohenschönhausen (Sporthotel) © Kai von Kröcher, 2026

 

And time paints a picture now, the world will eclipse you now and when you fall you get back up and run. +++ Ich weiß, es ist Wochenende, Sie möchten den Morgen im Kreise Ihrer Liebsten verbringen, vielleicht zum authentischen Markt in der Altstadt schlendern, ein paar mediterrane Köstlichkeiten einkaufen für ein besinnliches Frühstück mit dem verlockenden Duft frisch aufgebrühten Kaffees im goldenen Schein eines mäandernden Sonnenstrahls in Ihrem Fenster. Und dennoch habe ich eine Frage, nämlich ob sich zufällig heute hier unter den Lesern ein paar Muttersprachler befinden. Einer würde schon reichen. Ich kann beim besten Willen nämlich nicht zweifelsfrei heraushören, wie die erste Zeile dieses Songs da oben in der Überschrift lautet: Voices are coming and going like the sun through a curtain? Oder doch eher boys coming and going? Ergibt das Sinn? Muss es denn Sinn ergeben und für wen? +++ Was ich aber eigentlich erzählen wollte: Neulich hatte ich irgendwie geschrieben, ich wolle gerne ein Möchtegern sein, wenn ich groß bin. Was natürlich völliger Quatsch ist, das war ja nur Spaß. Und zufälligerweise trage ich mich zurzeit mit einer Idee herum. Einer Idee, die durchaus auch mit meiner eigenen Zukunft zu tun hätte. Wahrscheinlich nichts hammerhart Lukratives, das entspräche nicht meiner Natur. Sonst würde ich den Pfeifen in China technologieoffene Verbrennermotoren verkaufen. +++ Sorry, der politische Witz – messerscharf mit einem Augenzwinkern. +++ Seit einiger Zeit pflege ich ja einen eher autistischen Lebensstil, aber vielleicht sollte ich mal mit jemandem darüber reden. Über die Idee, ich würde es nicht gleich Geschäftsmodell nennen wollen. +++ Das Foto habe ich vorgestern früh aufgenommen, nachdem der Sohn in die Schule gebracht war. Mich spontan in die Straßenbahnlinie M13 gesetzt und dann Bruce-Springsteen-mäßig einfach immer der Nase nach: Toll, wie einen der Frühling in jedem Jahr wieder aufs Neue unvorbereitet treffen kann!

 

 

Überschrift inspired by: Never Left Me © Natalie Jane Hill, 2025

Lyrics: Javelin © Kevin Morby, 2026

Hungry Heart © Bruce Springsteen, 1980

Auferstanden aus Ruinen (Nationalhymne der DDR) © Johannes R. Becher (Text) / Hanns Eisler (Musik), 1949

Das große Buch der Kinderfragen / Es gibt nun doch nicht nur ein‘ Rudi Völler.

Fiktive Postkarten: Frohe Ostern (Berlin, Landwehrkanal) © Kai von Kröcher, 2024

 

What’s he like, Mavis? – He’s a real tasty geezer. +++ Okay, ich fange mal an mit der ersten Geschichte, die zweite ist aber um Längen besser. +++ Gestern Abend fuhr ich in der U-Bahn nach Hause, ein Stück weiter hinten eine Gruppe recht lauter Ärräbs. Ich weiß, so was sagt man nicht – aber ich hatte schon den Eindruck, sie fühlten sich wohl in ihrer Rolle als laute Ärräbs. +++ Ist ja auch völlig wurscht, vielleicht war eh alles ganz anders. +++ Das Foto habe ich gestern Nachmittag gemacht, aber da sitze ich natürlich noch nicht oben drin in der U-Bahn, weil, die Geschichte spielt ja erst abends, und ich bin auch nicht Hans-Dietrich Genscher. +++ Jedenfalls, Gleisdreieck wollte ich umsteigen, und weil die eine Tür kaputt war, ging ich in Richtung der Ärräbs zur anderen Tür. Da plötzlich hörte ich einen der Ärräbs rufen: „He, Entschuldigung – Rudi Völler! … Hallo, … Rudi Völler!“ Innerlich war ich verdutzt, auch amüsiert – ließ mir aber nichts anmerken: Es gab mal ein Foto von meinem Bruder und mir, wo wir in einem Cabrio fahren. Er sieht da aus wie Jürgen Klinsmann, ich sehe wie Rudi Völler aus. Das fand ich schon seltsam, die zwei sind 1990 ja gemeinsam Weltmeister geworden – und jetzt zusammen im Cabrio auf der Landstraße nach Üfingen. +++ Okay, die Geschichte ist nur halbwitzig und hat einen merkwürdigen Beigeschmack. +++ Wie versprochen ist die zweite Geschichte dafür jetzt der Knaller. Genau genommen ist sie die erste. Außerdem hat sie mit Kindern und Ostern zu tun. Und mit Sexhaben, das kommt eh immer ganz gut. +++ Karfreitag gingen mein fünfjähriger Sohn und ich an der Melanchthon-Kirche vorbei, als gerade die Glocken anfingen zu läuten. Ich meinte, die schlügen wahrscheinlich zum Karfreitagsgebet. Halblaut sinnierte ich, ob Karfreitag eigentlich Christus von den Toten auferstanden sei, Otto aber meinte, das wäre Ostern gewesen. Ich sei da nicht ganz bibelfest, räumte ich ein. Und dass ich da eh nicht mitreden könne, weil ich ja nicht dabei war. „Da war ich noch im Bauch meiner Mutter“, meinte ich sprichwörtlich. An diesem Punkt nahm die Geschichte eine verlegene Wendung: „Wie kommen die Babys eigentlich in den Bauch?“ – nachdenklich blieb mein Sohn stehen und drehte sich zu mir um. Teile der Antwort würden die Bevölkerung verunsichern, dachte ich so: „Ich habe auch keine Ahnung.“ „Hm“, meinte er, „eigentlich wäre das eine Frage für unser Buch (Das große Buch der Kinderfragen/Anm.d.Red.).“ Kurze Pause, dann stellte er fest: „Weisst du, warum das da nicht drin steht? Die wissen das selber nicht!“

 

Überschrift inspired by: Das große Buch der Kinderfragen – Kluge Antworten in Vorlesegeschichten © Petra Maria Schmitt/Christian Dreller/Heike Vogel, 2020

Überschrift also inspired by: Ein Rudi Völler © Klaus & Klaus, 2002

Lyrics: Johnny Reggae © The Piglets, 1971

Paris au Printemps © Public Image Ltd, 1980

Hans-Dietrich Genscher (* 21. März 1927 in Reideburg; † 31. März 2016 in Pech, Gemeinde Wachtberg), dt. Politiker

The Secret Life of Arabia © David Bowie, 1977

Rudi Völler (* 13. April 1960 in Hanau), dt. Fußballspieler, Fußballtrainer und Fußballfunktionär

Thomas de Maizière (* 21. Januar 1954 in Bonn), dt. Politiker, u.a. Bundesminister des Inneren