Dans le port d’Amsterdam / L’État, c’est elle.

Plakat-Aktion am Viktor-Orbán-Hafen, Berlin © Otto G., 2026

 

Statt zu unterdrücken gibt’s Erdbeereis. +++ Spontan hatte mein Sohn am Wochenende das Plakat (oben) gestaltet. Im Copyshop haben wir es auf DIN A3 vergrößert und vervielfältigt dann am Ufer ausgehängt. Weil unreflektierte Menschen hier am Landwehrkanal jeden Tag ihren Brotmüll entladen, ganze Fladenbrote. +++ Blitzermarathon heißt jetzt Speed Week. +++ Bei Mais sind wir uns übrigens gar nicht so sicher, das wird kontrovers diskutiert…

 

Überschrift inspired by: Amsterdam © Jacques Brel, 1964

Überschrift also inspired by: ❤️ Marie-Louise Eta wird Cheftrainerin des 1. FC Union (Bundesliga der Männer)

Überschrift also inspired by: L’État, c’est moi © Louis XIV, 1655

Lyrics: Kinder an die Macht © Herbert Grönemeyer, 1986

 

Half Breed / Fear of Missing Out.

Oktapolare Fotografie (Peinture): Ostersonntag im Boitzenburger Land / Uckermark © Kai von Kröcher, 2025

 

„Ich sehe nachts alte Filme, die sind so langsam wie ich.“  +++ Vielleicht erkennen Sie es nicht sofort, aber das Foto habe ich letztes Jahr zu Ostern aufgenommen. Morgens, kurz nach halb acht, in der Uckermark. Barfuß hatte ich mich aus dem Haus geschlichen, die Landstraße entlang, der Rest war am Schlafen. Es war einer dieser Momente, wo man denkt, so müsste es immer sein. +++ Das Bild selbst, wenn ich das sagen darf, ist eine Art hybrides Oktapolar: Fotografie und Digitalmalerei ineinander kopiert. Der Versuch einer Studie – ohne abschließende Bewertung. Oder, um es mit dem Papst auszudrücken: „Urbi et Orbi – der Stadt und dem Erdkreis!“ +++ In diesem Fall Erdkreis. +++ In der Mittelpunktbibliothek Treptow, die ist neben der Alten Feuerwache gelegen, genau gegenüber der FC-Union-Tankstelle am S-Bahnhof Schöneweide. Da jedenfalls verleihen sie die Fernsehverfilmung der Nachrichten von Alexander Osang. Ich hatte gar nicht gewusst, dass das verfilmt worden ist, ich kannte nur den Roman. Merkwürdige Bildqualität, very 1990s – aber ein sehr guter Film. +++ „Hervorragend besetzt“, wie man so sagt. +++ In der Zwischenzeit allerdings hatten die echten Nachrichten mich fast überholt: Irgendwo „im Netz“ wurde ein altes Holger-Friedrich-Porträt Osangs für den Spiegel misstrauisch unter die Lupe genommen, das muss wohl verdächtig unkritisch ausgefallen gewesen sein. Holger Friedrich, Berliner Kreml-Propagandist mit stylisch polierter Glatze zu einschüchterndem Karl-Marx-Bart. Seltsamerweise hatte ich mich gerade die Tage zuvor gefragt, was Osang wohl von Friedrich halten würde. +++ Wie auch immer, ich muss jetzt los zum Flughafen: mein Sohn landet demnächst mit der Maschine aus Pisa.

 

Überschrift inspired by: Half Breed © Cher, 1973

Überschrift also inspired by: Fear of Missing Out – die neumodische Angst, etwas zu verpassen

Zitat: Henry Hübchen als Carsten Zelewski in Die Nachrichten (Roman-Verfilmung) © ZDF/Matti Geschonnek (Regie), Alexander Osang (Drehbuch), D 2005

Holger Friedrich (* 22. September 1966 in Ost-Berlin), dt. Unternehmer und Verlegen – Berliner Zeitung u.a.

I’ve Been Dirt / Putin Out Fire With Kerosene.

Fiktive Postkarten: Berlin-Brandenburg International Willy Brandt © Kai von Kröcher, 2026

 

Airport, airport, you’ve got a smiling face. +++ Da laufen innerlich direkt nostalgische Filme ab, wenn ich einfach nur an den Song (Airport/Anm.d.Red.) denke: Andy Dirt hatte mir einen – ungelogen – ganzen Sack Motors-Buttons aus West-Berlin mitgebracht, die hatte er nach dem Konzert backstage der Band aus den Rippen gequatscht. Kant-Kino vermutlich – wer dabei war, war nicht dabei. +++ ’78 im Sommer ist das gewesen, damit habe ich mir dann komplett die Jeansjacke zugetackert – ein beinahe lebensgroßes Motors-M aus hunderten einzelner kleiner Anstecker. Das Konzert in meiner Hometown BS durfte ich mir dennoch abschminken; auf Weisung von oben nämlich war das für mich gestrichen worden – mit Pauken und Trompeten und Fünfen in Mathe, Physik und Französisch war ich in der 8. Klasse gerade frisch sitzengeblieben, Strafe muss sein! +++ Besagter Andy Dirt übrigens feiert heute seinen Geburtstag: So, if you’re out tonight don’t forget, if you’re on your bike, wear white! +++ Das heutige Postkartenmotiv (oben) habe ich letzten Sonntag (Achtung, Wortspiel). Das habe ich Papa-Razzo*-mäßig aus dem Parkdeck P1 heraus am BER aufgenommen. Ein historischer Moment, wenn man so will. Auf den ersten Blick ist es kaum zu erkennen, doch in der Maschine sitzt mein Sohn: Flug BJU 4462 nach Neapel. „Bella Napoli“, wie man auch sagt. Gleich geht es rüber zum Take-off – der erste Flug seines Lebens!

 

Überschrift inspired by: Dirt © The Stooges, 1970

Überschrift also inspired by: Cat People (Putting Out Fire) © David Bowie & Giorgio Moroder, 1982

Überschrift also inspired by: Wladimir Wladimirowitsch Putin (* 7. Oktober 1952 in Leningrad, UdSSR), weiser und gütiger Führer der friedliebenden Sowjetvölker 

Lyrics: Airport © The Motors, 1978

Willy Brandt (* 18. Dezember 1913 in Lübeck als Herbert Frahm; † 8. Oktober 1992 in Unkel, Rheinland-Pfalz), dt. Politiker

Kant-Kino | Kantstr. 54 | 10627 Berlin (Charlottenburg)

Something Happened to Me Yesterday © The Rolling Stones, 1967

Flughafen Berlin Brandenburg International „Willy Brandt“ | Terminal 1 | Schönefeld | seit 2020 

* der schlafende Vater (ratzen = umgangssprachlich für schlafen)

Ade / Putin Out Fire With Gasoline.

Fiktive Postkarten: Schönefeld (Rock ’n‘ Roll Circus) © Kai von Kröcher, 2026

 

Es gibt nur so lange keinen Weg, bis es doch einen gibt.

 

Überschrift inspired by: Ade © Lina Maly & Moritz Krämer, 2021 (Cover)

Überschrift also inspired by: Cat People (Putting Out Fire) © David Bowie & Giorgio Moroder, 1982

Bildunterschrift inspired by: Rock ’n‘ Roll Circus (feat. John Lennon, The Who u.a.) © The Rolling Stones, 1968

Text: Werbeslogan für die Erneuerbaren © Vattenfall, 2026

HEM Mineralöl Aktiengesellschaft

Jeder Mensch ist Ausländer, fast überall / Die Nachrichten.

Fiktive Postkarten: Berlin (Zeitungsviertel) © Kai von Kröcher, 2024

 

Down on the street those men are all the same. +++ Was siedendheiß gegen Mittag mir heute ins Auge stach, ich saß gerade in der S-Bahn zur Storkower Straße: Irgendwo hatte ich geschrieben, Katja Ebstein sei als Karin Ilse Überall zur Welt gekommen. Natürlich entspricht das so aber gar nicht den Fakten. Geboren worden ist Katja Ebstein vielmehr als Karin Ilse Witkiewicz – der spätere Nachname stammt von dem Regisseur Klaus Überall, den sie im Jahr 1979 heiraten sollte. Und was mir dann ebenfalls heute erst aufgefallen ist: Ilse Paradies / Karin Ilse Überall: das kann doch kein Zufall sein?! +++ Wo die Fäden der internationalen Lügenpresse zusammenlaufen (siehe Postkarte, oben): Wie letztens erwähnt, bin ich vom Feeling her einem Schwarm Tsetsefliegen zum Opfer gefallen. Eine der wenigen Einladungen, die ich in letzter Zeit wahrgenommen habe – das trug sich genau hier zu, im alten Zeitungsviertel Berlins. Wo tatsächlich im wahrsten Sinne die Nachrichten herkommen. To cut a long story short, setzte sich später an diesem Abend eine Washington-Korrespondentin kurz an unseren Tisch, die war extra aus Anlass der Feier aus „den Staaten“, wie ich gern sage, nach Berlin rübergeflogen. Und der wir als offensichtliche Nichtjournalisten exotisch vorgekommen sein müssen. Natürlich wollten wir von ihr wissen, ob sie Zugang zum Oval Office habe, und ob das wirklich so klein sei, wie immer behauptet. Ja, das sei wirklich so klein. Und dann meinte sie, der Donald Trump (amtierender Präsident der Vereinigten Staaten/Anm.d.Red.) sei in natura ebenfalls gar nicht so, wie er im Fernsehen landläufig rüberkommt. An dieser Stelle geriet ich in Panik: Sollte er in Wirklichkeit etwa ein total dufter Typ sein, mit dem man sich gern mal gemeinsam Wer weiß denn sowas? mit Kai Pflaume und dem Typ mit der Glatze angucken würde? Diesem Typen, der grundsätzlich sofort auf dem Bildschirm erscheint, sobald man den Fernseher einschaltet? Und von dem Teile der Bevölkerung wahrscheinlich dennoch nicht wissen, wie er eigentlich heißt? +++ Aber ich schweife ab. +++ Bernhard Hoecker heißt der: einsneunundfünfzig groß, aber nicht auf den Kopf gefallen – und vor allem nicht verwandt mit dem rechtsextremen Politiker Björn Höcke. +++ Nein, mit Donald Trump zusammen würde man sich keinesfalls gern Wer weiß denn sowas? ansehen wollen. Sie (die US-Korrespondentin/Anm.d.Red.) meinte eigentlich nur, Trump sehe im Fernsehen wesentlich fitter aus, als er in echt wirklich ist. In Wirklichkeit sei er ein alter Mann, der allein nicht mal vernünftig auf seinen Hocker hinter dem Schreibtisch kommt. +++ „Stümperig“ – mit spppitz’m Stein und hinten „ich“, wie man in meiner Hometown BS sagen würde. +++ [stümperich].

 

Überschrift inspired by: Alle Menschen sind Ausländer, fast überall – antirassistischer Slogan (Deutschland, 1990er Jahre) 

Überschrift also inspired by: Die Nachrichten (Roman) © Alexander Osang, 2002

Lyrics: Candy © der Itschie-Bob feat. Kate Pierson, 1990

Klaus Überall (* 23. November 1924 in Osnabrück; † 29. Oktober 2008 in Bad Wiessee), dt. Regisseur

Deutsche Presse Agentur (dpa) | Markgrafenstraße 20 | 10969 Berlin

To Cut a Long Story Short © Spandau Ballet, 1980

Wer weiß denn sowas? (Quizsendung im Vorabendprogramm, Moderation: Kai Pflaume) © ZDF, D seit 2025

[stümperich] – kernostfälisch für altersschwach, klapperig (Region: Hannover / Hildesheim / Braunschweig)

Sleepy Joe / Das Geburtshaus der Jenny von Westphalen.

Fiktives Vinyl: Ilse Paradies – Ei ohne Salz © Kai von Kröcher, 2006/2022

 

Wait until the shower cries for every drip breaks the ice. +++ Sagt Ihnen der Longplayer Ei ohne Salz noch etwas – von der Lichtenberger Band Ilse Paradies? Wenn mein Sohn bei mir ist und zur Schule muss, klingelt mein Wecker um 5:27 Uhr. Und wenn ich dann in der Küche stehe, Kaffee koche und Stullen schmiere, läuft im Erwachsenenradio die Rubrik Bermudadreieck. Da kann man sich Lieder wünschen, die einem persönlich auf eine Art etwas bedeuten, die sonst aber nirgends gespielt werden. Und neulich, da wollte Harry Otte aus der Grüntaler Straße im Wedding gern den Song Ei ohne Salz vom gleichnamigen Album der Gruppe Ilse Paradies hören. Politisch aufmüpfige Texte mit Blechbläsern und schrillem Gesang – einwandfrei: „Fetzig“, wie man als Musikjournalist sagen würde. Auf eine Art typisch für die Nachwendezeit: „Det könn‘ wa jetz ooch allet hier!“ +++ Das mit dem, dass man hier jetzt auch alles kann, das hab ich aus einer charmanten Geschichte von Alexander Osang. Kann mich nur nicht mehr richtig erinnern, die spielt irgendwie in der Kantine der Berliner Zeitung zu besagter Nachwendezeit: „Cappuccino, det könn‘ wa jetz ooch allet hier!“ +++ Wie auch immer, wenn man älter wird – und das wird man, ohne hier spoilern zu wollen, ganz unanfechtbar. Jedenfalls, wenn man älter wird, sitzt man, wenn alles planmäßig läuft, viel seiner verbleibenden Zeit in den einschlägigen Arztpraxen ab. Von daher möchte ich jetzt meine und die Popularität meines Blogs hier einmal nutzen, mich zu erklären und mich von aller Schuld reinzuwaschen. Warum ich kaum noch zu sehen bin im Moment. +++ Meine ständige Müdigkeit nämlich, die hat nicht allein mit dem Wecker um 5:27 Uhr zu tun: Vitamin-B12-Mangel, Schilddrüsenunterfunktion, Blutarmut, reptiloider Puls, neurologische Ungereimtheiten – den Herzkasper vom Herbst gar nicht mal mitgezählt: Zurzeit bin ich durchaus ein Wrack. +++ Was allerdings ganz ohne Quatsch das Erstaunlichste ist, und womit ich mich unverhohlen brüsten möchte: Die letzte Untersuchung ergab einen Natriummangel wie momentan in der Ostsee. Tatsächlich muss ich jetzt immer ordentlich viel Salz in mich hineinschaufeln – Otto Normalverbraucher wird ja stets gerade das Gegenteil angeraten. +++ Und abends dann gehen, is it any wonder, um neune die Lichter aus…

 

Überschrift inspired by: Joseph „Joe“ Bidens Jr. (* 20. November 1942 in Scranton, Pennsylvania), US-amerikanischer Demokrat 

Überschrift also inspired by: Jenny Marx (* 12. Februar 1814 in Salzwedel als Johanna Bertha Julie Jenny von Westphalen; † 2. Dezember 1881 in London), dt. Sozialistin und Ehefrau Karl Marx‘

Lyrics: I Don’t Wanna © Sydney Minsky Sargeant, 2025

Bermudadreieck | radioeins | Mo. – Fr. | ca. 05:38 Uhr | UKW Berlin 95,8

Alexander Osang (* 30. April 1962 in Berlin), dt. Journalist

Fame © David Bowie, 1975

Dum Dum Boys / Wunder gibt es immer wieder.

Fiktive Postkarten: Berlin-Friedrichshain © Kai von Kröcher, 2024

 

Dann hab ich angefang‘, ihm vorzulesen. +++ Vielleicht haben Sie innerlich den Kopf geschüttelt und kurz gedacht, was hat er denn jetzt schon wieder?! Was regt er sich denn so auf, der sollte langsam mal wieder runterkommen! +++ Die Sache mit Litti, das hatte mich echt richtig geärgert – wie ein Abschreiber, ein Scharlatan stand ich da! Dabei hatte ich sogar noch fünf Minuten vor denen auf Facebook gepostet. Aber jetzt wollen wir uns alle mal wieder beruhigen, ist ja nur Social Media! +++ „Nur“ ist gut. +++ Der Song oben von Betterov, seit der draußen ist: Jedesmal denke ich, diesmal nicht. Diesmal kriege ich keinen Kloß im Hals, diesmal habe ich nicht nah am Wasser gebaut. Und dann habe ich doch wieder nah am Wasser gebaut und einen amtlichen Kloß im Hals. Ich weiß nicht. Irgendeiner hatte bei Youtube kommentiert, der Song sei erbärmlicher Mist, er selbst (der Kommentarschreiber/Anm.d.Red.) sei, ich hab es vergessen. Er selbst lese ja nur Flaubert oder so. Oder Proust, was weiß ich. +++ Übrigens, wissen Sie eigentlich, warum Katja Ebstein Katja Ebstein heißt? Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges war sie in Niederschlesien als Karin Ilse Überall geboren worden, genau genommen am 9. März 1945. Da möchte ich, ehrlich gesagt, aber nicht mit den Eltern getauscht haben. Aufgewachsen ist sie dann im Berliner Bezirk Reinickendorf in der Epensteinstraße, jetzt müsste es klingeln. Mit dem US-amerikanischen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat das alles also überhaupt nichts zu tun. Kein Grund also, dass ich hier flapsige, hirnlose Witze reiße – das überlassen wir lieber den Dummen!

 

Überschrift inspired by: Dum Dum Boys © Iggy Pop, 1977

Überschrift also inspired by: Wunder gibt es immer wieder © Katja Ebstein, 1970

Lyrics: Papa fuhr immer einen großen LKW © Betterov, 2025

Limelight / Elf Freunde müsst ihr sein.

Fiktive Postkarten: The Best Windy Pouches In Town © Kai von Kröcher, 2026

 

Theater, Theater, der Vorhang geht auf, dann wird die Bühne zur Welt. +++ Das darf doch wohl alles nicht wahr sein – mir unbegreiflich: Kaum hatte ich gestern meine investigative Hintergrundgeschichte zu „Litti“ auf Facebook verlinkt, da posteten auch schon 11FREUNDE eine Meldung auf Facebook zu ihm. Ehrlich gesagt, war ich regelrecht etwas geschockt. Als hätte ich bei 11FREUNDE abgeschrieben, das mag ich nicht auf mir sitzen lassen. +++ Ganz davon ab: Was wusste Katja Ebstein – und was wusste sie nicht? +++ Ich habe dann schnell mal nachgeschaut: Bei meinem Facebook-Post hieß es da „vor 40 min“, bei den 11 Freunden „vor 35 min“. Wenn man also noch meine ausführliche Recherche zugrunde legt, ich war nämlich einen Tag zuvor zufällig schon auf Littbarski gestoßen. Und wenn sich meine Texte vielleicht auch anhören wie kurz einmal ausgerotzt, so steckt doch akribische Arbeit darin. +++ Das nur zu meiner Erklärung, weil – dieser Schock hatte mich doch extrem frustriert. +++ Als hätte man gerade einen Impfstoff entwickelt gegen, sagen wir mal, Covid-19, genau. Und dann tritt da so ein Experte ans Podium und sagt, trinken Sie doch einfach Sagrotan! +++ So sieht’s mal aus. +++ Bevor ich’s vergesse: Die Meldung zu Litti gestern besagt, in Köln wird es wohl ein Theaterstück über Littbarskis Leben geben, in dem spielt er selbst alle Rollen – ob auch den Balljungen bei DDR gegen Chile, kann ich nicht sagen.

 

Überschrift inspired by: Limelight (Rampenlicht, Melodram) © Charlie Chaplin (Drehbuch, Musik, Regie), USA 1952

Überschrift also inspired by: Elf Freunde müsst ihr sein (Jugendbuch) © Sammy Drechsel, 1955

Lyrics: Theater © Katja Ebstein, 1980

11FREUNDE – Magazin für Fußballkultur, Berlin (gegr. 2000) 

Katja Ebstein (* 9. März in Gierlachsberg, Provinz Schlesien als Karin Ilse Witkiewicz), dt. Schlagersängerin

Café Obergfell | Alt-Lichtenrade 140 | 12309 Berlin

And Time Goes By So Slowly / Nur nach Hause fahr’n wir nicht.

Fiktive Postkarten: Olympiastadion Berlin © Kai von Kröcher, 2024

 

My mother cried when President Kennedy died. +++ Wenn Sie zurückdenken an die WM ’74, vermutlich fallen Ihnen da zum Beispiel der Mann mit der Mütze, Neeskens‘ Elfmeter in der zweiten Minute, das Zeltdach von München, die Wasserschlacht Frankfurt ein. Aber erinnern Sie sich zufällig auch an den Balljungen, der beim Aufeinandertreffen DDR gegen Chile im Berliner Olympiastadion (1:1) damals am Spielfeldrand stand? Ich auch nicht – und da will ich Sie, um kurz einen Running-Gag des bekannten Diktators Pinochet zu zitieren. Da will ich Sie jetzt nicht groß auf die Folter spannen: Ganz ohne Quatsch nämlich war es Pierre Littbarski, der da bei dem Spiel einen Einsatz als Balljunge hatte. Den bringt man ja heute in erster Linie mit dem 1. FC Köln in Verbindung. Der zur Zeit der WM tatsächlich aber noch bei seinem ersten Verein, dem VfL Schöneberg, spielte. +++ Ziemlich genau, lassen Sie mich kurz überschlagen, fünfzig Jahre liegen zwischen dem Spiel und dem Foto (oben). In der Zeit ist eine Menge passiert, fürwahr: Zum Beispiel, ich weiß nicht, ob Sie das mitbekommen haben, gibt es die DDR so als Staat gar nicht mehr. Staub im Wind der Geschichte. Jürgen Sparwasser übrigens war, was ich nicht wusste, 1988 bei einem Gastspiel der Altherrenmannschaft des 1. FC Magdeburg in Saarbrücken von, laut Nachrichtendienst ADN, sportfeindlichen Kräften zum Verbleib in der BRD abgeworben worden. +++ Und apropos ‚Zeit‘: Bei meinem Streaming-Dienst Amerika-Gedenk-Bibliothek hatte ich mir neulich Die Zeitmaschine ausgeliehen. Mir macht das totalen Spaß, das ist so unbelievable-mäßig analog. Fast aus der Zeit gefallen, wie man so sagt. Manche würden sogar behaupten: Zeitverschwendung. Ich aber habe mir sogar schon im Kulturzentrum Marzahn etwas ausgeliehen, häufiger auch in der Stadtteilbücherei Steglitz. Die Zeitmaschine ist toll, wenn man auf liebenswert angestaubte Effekte steht. Gewundert hatte mich allerdings, dass der Streifen in Farbe ist. Das letzte Mal, dass ich ihn wohl im Fernsehen sah, muss demnach noch auf unserem Schwarzweiß-Gerät von Nordmende gewesen sein. Ich hatte auch gar nicht nachgesehen, von wann genau der eigentlich ist – und als die Hauptfigur George im Jahr 1966 halt macht, und man hört im Hintergrund so ein ohrenbetäubendes Kreischen, da dachte ich: ach so, die Beatles! War dann aber nur ein Atomkrieg…

 

 

Überschrift inspired by: Unchained Melody © The Righteous Brothers, 1965 (Cover)

Überschrift also inspired by: Nur nach Hause (Fußball-Hymne, Hertha BSC) © Frank Zander, 1993 (zur Melodie von Sailing)

Lyrics: Born in the 50s © The Police, 1978

Johannes Jacobus „Johan“ Neeskens (* 15. September 1951 in Heemstede, Nordholland; † 6. Oktober 2024 in Algerien), niederl. Fußballnationalspieler

Chile – DDR (1:1) | WM ’74 | 18. Juni 1974 | Berliner Olympiastadion | Zuschauer: 20.000

Augusto José Ramón Pinochet Ugarte (* 25. November 1915 in Valparaíso, Chile; † 10. Dezember 2006 in Santiago de Chile), chilenischer General und Diktator

Pierre Littbarski (* 16. April 1960 in West-Berlin), dt. Fußballspieler und Weltmeister

Jürgen Sparwasser (* 4. Juni 1948 in Halberstadt), dt. Fußballnationalspieler

Die Zeitmaschine (The Time Machine – Science-Fiction-Film mit Rod Taylor) © George Pal (Regie), USA 1960

 

Cut Grass, long the Death / Der Konrad Lorenz des Berliner Undergrounds.

Fiktive Postkarten: Vom Feeling her Frühlingsgefühle (Berlin-Buckow) © Kai von Kröcher, 2026

 

and when she said she’d be a movie queen nobody laughed. +++ Mir unbegreiflich. +++ Der ganz heiße Scheiß im Moment sind Frühlingsspaziergänge – alles andere macht einen nur unnötig fertig …

 

Überschrift inspired by: Cut Grass © Arya Zappa, 2019

Überschrift also inspired by: Konrad Lorenz (* 7. November 1903 in Wien; † 27. Februar 1989 ebenda), österr. Zoologe, Medizin-Nobelpreisträger, Verhaltensforscher

Lyrics: Emma © Hot Chocolate, 1974