Mit dem Wind nach Westen / … heute mit Dirk Rossmann und Catweazle.

Ich dreh hier gleich durch, “wir haben Ihre Webseite aktualisiert, damit Sie noch besser arbeiten können.” Oder so. Und was ist jetzt mit dem lustigen Füßchenspiel? Wo der dicke Walfisch bei einem großen deutschen Drogeriemarkt am Kottbusser Tor…

… ach so, verstehe. +++ Okay. +++ Also, das erzählte der kleine Otto neulich vorm Einschlafen. Wie er mit dem dicken Walfisch Windeln kaufen gefahren ist. Windeln für den dicken Walfisch, mit der U1 zum Kottbusser Tor. Dann die Rolltreppe runter und in den Drogeriemarkt rein. +++ Kottbusser Tor, Drogerie, hahaha. +++ Naja, jedenfalls ein paar Bürger da drinnen am Pöbeln: “Was fällt Ihnen ein und so, nicht vordrängeln, pipapo.” Da geht die Tür auf zum Lager und Dirk Rossmann kommt raus: “Was ist hier los, was wollen Sie, pipapo.” Der dicke Walfisch: “Ich brauche Windeln.” Können Sie sich vorstellen: Windeln für den dicken Walfisch, und Dirk Rossmann wieder ins Lager – und kommt wieder raus mit einem Paket Windeln für den dicken Walfisch. +++ Bei Dirk Rossmann denke ich komischerweise immer an “Mister Dax”, Dirk Müller – der war da übrigens auch gerade im Laden, hat sich bei Rossmann einen Kajalstift gekauft. +++ Gestern war Premiere von Immenhof in Halle an der Saale. Gefiel mir sehr gut. Tolle Bilder, ganz ohne Quatsch. Kameramann Friede Clausz kommt ja tatsächlich aus Halle, der hatte es natürlich nicht weit. +++ Mein Patenkind jedenfalls war völlig begeistert, der Film sei noch besser als Ostwind, ich kenne mich da nicht so aus. +++ Und was hat das jetzt mit Catweazle zu tun?

Hot Butter / Boys Keep Swingin’.

Immenhof / Popcorn © Kai von Kröcher, 2019

Wenn ich ein Junge wär’, das wäre wunderschön: dann könnt’ ich jeden Tag in langen Hosen geh’n. +++ Aus aktuellem Anlass muss die Fortsetzung zu Das lustige Füßchenspiel mit Otto und seinem Papa heute leider entfallen. Zur Erinnerung – was bisher geschah: Am Wolfgangsee verguckt Bundeskanzler Kohl sich in die Füßchen vom kleinen Otto. Der Modezar Mosi findet das “ssupperssuppi” und Ursula Strauss Ottos Papa “eh ssuuppa”, der Sänger von AnnenMeyKantereit sucht was zum Pennen. +++ Wäre mein Sohn eine Ottilie, dann wäre sie jetzt (und auch völlig zu Recht) wahrscheinlich sehr stolz auf mich: Ein Foto von mir hat es in die aktuelle Ausgabe der Popcorn geschafft – als Faltposter zum Herausnehmen! +++ Wenn Träume wahr werden! +++ Und damit grüße ich Frinkie, den Filmproduzenten aus München – he’s a good friend of mine, it’s true!

Überschrift inspired by: Popcorn © Hot Butter, 1972

Überschrift also inspired by: Boy Keep Swingin’ © David Bowie, 1979

Lyrics: Wenn ich ein Junge wär’ © Rita Pavone, 1963

Popcorn, Ausgabe 02/2019, Vision Media GmbH

Immenhof (Remake) © Sharon von Wietersheim (Regie)/Frank Meiling (Produzent), D 2019

Tyrannei wagen / Das große Silvesterfeuerwerk mit Kurt Wallander und anderen alten Häusern.

PARIS/TEXAS, 6. JANUAR 2002 © Kai von Kröcher, 2002

Den dicken Walfisch kennengelernt hatte der kleine Otto irgendwann in der dritten Septemberwoche des ausklingenden Jahres. Er stand am Panoramafenster der Geburtenstation und blickte misstrauisch auf eine merkwürdig anmutende Welt da draußen, in die ihn die Werdende und unser hochehrwürdiger Bloggerpapst hier hineingeboren hatten. Direkt vor ihm erstreckte sich der Kreuzberger Urbanhafen, und darin schwamm – alles und nichts war für den kleinen Otto in seinen ersten Tagen auf dem Blauen Planeten irgendwie kaum zu glauben. Im Urbanhafen jedenfalls schwamm in just diesem Moment der dicke Walfisch und grüßte hinauf. Hinauf zu unserem kleinen Otto. Wenn er mal groß sei, wollte er wissen – wenn er mal groß sei, ob er ihn, den dicken Walfisch, ob er ihn dann vielleicht einmal auf einer seiner abenteuerlichen Reisen über die sieben Weltmeere begleiten wolle. Otto könne auf seinem Rücken reiten und Ausschau halten nach den unentdeckten Paradiesen der Südsee. Und wenn ihm zu warm würde, dann würde der dicke Walfisch ihn einfach mit einer Dusche erfrischen. +++ Und so kam es, dass Otto mit zweieinhalb Wochen auf dem Rücken des dicken Walfischs einmal die ganze Welt umrundete. Am Wolfgangsee trafen sie Helmut Kohl, der sich in die kleinen Füßchen vom kleinen Otto verguckte. Der Bundeskanzler folgte den beiden bis nach Berlin, weiterhin vom fixen Gedanken besessen, Ottos Füßchen nach Pfälzer Art aufzuessen. Und hier setzen wir unsere Geschichte fort. +++ Bundeskanzler Helmut Kohl: “Lieber Herr dicker Walfisch, wann lassen Sie mich endlich die Füßchen vom kleinen Otto aufessen?!” Kommissar Wallander kommt um die Ecke: “Hey.” Alle: “Hey!” Dicker Walfisch: “Wenn jemand die Füßchen vom kleinen Otto aufessen darf, dann ist es selbstredend der Papa!” Hier betritt Ursula Strauss die Szenerie. Ursula Strauss: “Der Poppa … – der’s eh suppa!” +++ Der kleine Otto lehrt mich zurzeit, verantwortungsvoll mit dem kostbaren Gut Zeit umzugehen. Dafür bin ich ihm dankbar. Habe ich früher oft Wochen verdaddelt und dann wurde es draußen bereits wieder dunkel. Jetzt jedenfalls nutze ich jede freiwerdende Stunde, denn auch Claus Hipp will von irgendwas leben! +++ Die vergangenen Tage setzte ich mich daran, meine Webseite zu erweitern. Normalerweise bin ich kein Freund von Demokratie in der Kunst, das sage ich Ihnen gleich! Ich stelle gern vor vollendete Tatsachen. Den Senf von jedem Dahergelaufenen brauche ich nicht. Normalerweise nicht. Aber heute bin ich mir doch mal ein klein bisschen unsicher: Ist das mittlerweile viel Kraut & Rüben, da auf der Seite? Ist weniger auch in diesem Fall mehr? +++ Besuchen Sie die Seite gerne mal wieder, die Anschrift lautet kaivonkroecher.de – unter “Portfolio” finden Sie viele gesammelte Werke. +++ Zum Beispiel heute das Bild da oben: das habe ich gestern aus alten Negativen zusammengeschustert, als Otto mit seiner Mama on the Road war. +++ Aber ist das okay?

War is over / Kristmast in der großen Stadt.

GNADENBRINGENDE WEIHNACHTSZEIT (Triptychon) © KAI VON KRÖCHER, 2018

Heute bei Das lustige Füßchenspiel mit Otto und seinem Papa: Mosi ist weitergezogen, Kai von Kröcher macht eine Entdeckung, Helmut Kohl will die Füßchen aufessen, um die Ecke biegt der Typ von AnnenMayKantereit. +++ AnnenMayKantetereit-Typ (Stimmlage wie Christian Kohlund): “Kann ich mal heute hier pennen?” +++ Okay, Otto hatte von Lego zu Weihnachten sich den Großstadtschlachthof gewünscht – mit Abladerampe und Kälbertötungsbox. Fand ich zwar irgendwie besser als irgendwas mit Computer. Am Ende bekam er dann aber das Wallstreet-Set von Playmobil, das halte ich für pädagogisch doch wesentlich wertvoller. +++ So, jetzt muss ich Schluss machen, das mit der Entdeckung erzähl’ ich beim nächsten Mal.    

Überschrift inspired by: Happy Xmas (War Is Over) © John Lennon, 1971

Oft gefragt © AnnenMayKantereit, 2016

Ohne Mosi nix los / Liebesgrüße vom BND.

SPUK IM HOCHHAUS (Triptychon, Farbe) © KAI VON KRÖCHER, 2018

Achtung: In einer Gastrolle tritt heute der verstorbene Münchner Modeschöpfer Rudolph Moshammer im Lustigen Füßchenspiel auf – meinem oberflächigen Eindruck nach ein wohltägiger Mensch. +++ Was bisher geschah: Helmut Kohl möchte die Füßchen vom kleinen Otto sprechen, das sei leider nicht möglich, entschuldigt der dicke Walfisch. +++ Der dicke Walfisch: “Aber warum wollen Sie denn die kleinen Füßchen sprechen?” Kohl: “Die sind beide so süß, ich möchte sie gerne essen.” Walfisch: “Herr Bundeskanzler!” Kohl: “Pfälzer Babypfüßchen.” Auftritt Rudolph Moshammer: “Ssupperssuppi!” (to be continued) +++ Der oder das Blog erleidet momentan furchtbare Lesereinbußen, auch Sie als Heuschreckenkapitalist werden sich diesen infantilen Unfug kaum länger noch bieten lassen +++ Jedenfalls, wenn ich Otto die Windel wechsle, wir beide lieben das – ganz ohne Quatsch. Ich frage dann immer, ob er Mitarbeiter beim BND ist – schöne Grüße aus Pullach… +++ Versteht er natürlich nicht, er kennt nur Stadion der Weltjugend. 

Überschrift inspired by: Rudolph “Mosi” Moshammer (* 1940 in München, † 2005 in Grünwald), dt. Modesdesigner, Autor und Inhaber einer Boutique

Überschrift also inspired by: Bundesnachrichtendienst (BND), Hauptsitz in Berlin (seit 2018) und Pullach im IsartalRudolph “Mosi” Moshammer (* 1940 in München, † 2005 in Grünwald), dt. Modesdesigner, Autor und Inhaber einer Boutique

Bildunterschrift inspired by: Spuk im Hochhaus (Kinderserie) © Fernsehen der DDR, 1981/82

Das politische Bild / Berlin, Hauptstadt der DDR.

HAUPTSTADT DER DDR © KAI VON KRÖCHER, 2018

Helmut Kohl (Stimme nasal verstellt, wie Helge Schneider): “Guten Tag, mein Name ist Kohl, äh, also Helmut Kohl, ich würde gerne einmal mit den Füßchen vom kleinen Otto sprechen.” Der dicke Walfisch (Tonlage in etwa wie Christian Kohlund): “Guten Tag, Herr Kohl! Da werde ich Sie wohl leider enttäuschen müssen, mit den Füßchen vom kleinen Otto können Sie heute nicht sprechen…” Helmut Kohl: “Ach, wie schade, sind die Füßchen verreist? Dann komme ich vielleicht morgen einfach noch einmal vorbei?” +++ Also, zumindest die Fotos rechts oder links; das sieht doch aus, irgendwie, wie damals im Herbst: der 4. November ’89, Berlin-Alexanderplatz. +++ Finden Sie nicht?!

Dialog: Das lustige Füßchenspiel mit Otto und seinem Papa © sein Papa, 2018

Poverty is picturesque / Bilder gegen den Hunger.

SINFONIE EINER GROßSTADT © KAI VON KRÖCHER, 2018

Blur like a rocket, torch like a dying sun. +++ Als ich gestern so abends, die Dämmerung setzte gerade novemberlich ein. Kottbusser Tor leuchtete, Weihnachten stand zögerlich hinter der Tür. So langsam, sagte ich mir, langsam solltest du dich endlich einmal nach einer geringfügig bezahlten Nebentätigkeit umsehen – sonst liegt in diesem Jahr nichts unter dem Baum. +++ Das Bild oben also besteht aus drei verschiedenen Fotos: Alexanderplatz, Otto-“Anne”-Braun-Straße, Friedrichstraße – zwischen den Aufnahmen liegen nicht ganz fünf Minuten. +++ How did he make it? +++ Erinnert ein wenig an den Spirit der Zwanzigerjahre, Hermann am Karstadtplatz soll ja im Original übrigens auch wieder aufgebaut werden…

Überschrift inspired by: Already Over Me © The Rolling Stones, 1997

Überschrift also inspired by: Hunger © Florence and the Machine, 2018

Bildunterschrift: Die Sinfonie der Großstadt (experimenteller Dokumentarfilm) © Walther Ruttmann (Schnitt und Regie), D 1927

Lyrics: Silvery Sometimes (Ghosts) © The Smashing Pumpkins, 2018

The Joshua Three / Bilder gegen den Klimawandel.

SEA OF LOVE No. I (Berlin-Friedrichstraße) © KAI VON KRÖCHER, 2018
SEA OF LOVE No. II (Berlin-Friedrichstraße) © KAI VON KRÖCHER, 2018
SEA OF LOVE No. III (Berlin-Friedrichstraße) © KAI VON KRÖCHER, 2018

Come with me, my love, to the sea, the sea of love.

Überschrift inspired by: The Joshua Tree © U2, 1987

Bildunterschrift/Lyrics: Sea of Love © der Itschie-Bob, 1981 (Cover)

Vagina Dialoques / You’re laughing, we’re carving your name in a tree.

SCHWERE SEE (REVISITED) I © KAI VON KRÖCHER, 2018

SCHWERE SEE (REVISITED) II © KAI VON KRÖCHER, 2018

»Kann man ihn nicht ein bisschen hin und her tragen oder schaukeln?«, fragt Pinneberg. »Ich glaube, ich habe mal gehört, das macht man, wenn kleine Kinder schreien.« »Das fang nur an!«, sagt Lämmchen empört. »Dann können wir überhaupt nichts anderes mehr tun als hin und her zu laufen und ihn wiegen.« »Aber vielleicht heute einmal, wo es sein erster Tag bei uns ist«, bittet Pinneberg. »Er soll es doch nett haben bei uns!« »Ich will dir was sagen«, sagt Lämmchen und ist sehr energisch. »Das fangen wir gar nicht erst an. Hör zu, die Schwester hat gesagt, das Beste ist, ihn durchbrüllen zu lassen, die ganzen ersten Nächte wird er brüllen. Wahrscheinlich …«, schränkt sie das Gesagte mit einem Blick auf ihren Mann noch ein. »Es kann ja auch anders kommen. Und man soll ihn auf keinen Fall aufnehmen. Schaden kann ihm das Brüllen nichts. Und dann gewöhnt er sich daran, dass er durch Brüllen nichts erreicht.« »Naja«, sagt Pinneberg. »Ich finde es aber ziemlich roh.« +++ In einem Punkt muss ich dem Donald Trump, ich finde den ja eigentlich nicht wirklich gut. Aber in der einen Sache, da hat er mal echt keinen Unsinn erzählt: im Winter ist es kälter als im Sommer. +++ Okay, ich hatte neulich geschrieben, den Otto erzögen wir streng nach neuester nationalsozialistischer Erziehungslehre, das war natürlich gelogen. Wer möchte sich ernsthaft vorstellen wollen, sein kleiner Murkel würde später womöglich einmal so wie der Höcke. +++ Bei dem Krawattenbild neulich, da dachte ich hinterher, könnte auch gut und gern eine weibliche Scheide sein: “Muschi aus Spannbeton” – würde sich super verkaufen. +++ Ginge es nur ums Verkaufen, wäre ich Gebrauchtwagenhändler geworden, das sagte ich schon. +++ Vorgestern ist etwas Großartiges im Leben eines jungen Vaters passiert: Die Gewordene kam abends nach Hause und wollte wissen, was wir den Tag lang so getrieben hätten. “Lustiges Füßchenspiel”, sagte ich – und aus der Erinnerung schlüpfte ich noch einmal in die verschiedenen Rollen und spielte das Spiel in seinem kompletten Dialogverlauf nach. Auftretende Personen: der kleine Otto, Ottos Füßchen (“Rechts” und “Links”), der dicke Walfisch, Helmut Kohl. Und als ich so meine Stimme verstellte, fing Otto plötzlich zum ersten Mal in seinem Leben an, aus vollstem Herzen zu lachen – am Ende lag dann die ganze kleine Familie unter dem Tisch. +++ Das interessiert Sie als Haifischkapitalisten da draußen natürlich nur herzlich wenig, das ist mir schon klar!

Überschrift inspired by: The Vagina Monoloques (Theaterstück) © Eve Ensler, 1995

Überschrift also inspired by: Aural Sculpture © The Stranglers, 1984

Textauszug aus: Kleiner Mann – was nun? (Roman) © Hans Fallada/Rowohlt Verlag, 1932

Hans Fallada (bürgerlich Rudolf Ditzen, *1893 in Greifswald, †1947 in Berlin), dt. Schriftsteller

Björn Höcke (*1972 in Lünen), dt. Politiker

Helmut Kohl (*1930 in Ludwigshafen, †2017 ebenda), dt. Bundeskanzler

White tie, white noise / I know it’s gonna happen someday.

SCHLANGENBADEN (Krawattenversion) © KAI VON KRÖCHER, 2018

No colours anymore, I want them to turn black. +++ Puh, das Leben kann ziemlich öde sein – fragen Sie Charlie Watts, der kann Ihnen ein Lied davon singen: Immer am selben Bild herumschrauben, da schlafen einem auf Dauer die Füße ein. +++ Da Otto irgendwann ganz sicher nach einer neuen Winterjacke aus lebend gerupfter Canada Goose-Daune verlangen wird – okay, ich hör ja schon auf. +++ Aber mal ganz ohne Quatsch: Erst kommt der Hummer, dann die Moral: Aktuell bin ich gerade am Überlegen, ob ich nicht Krawatten-Designer werden soll. Das Motiv aus der Schlangenbadeanstalt unten in Wilmersdorf – der Schlips böte sich doch für feierliche Anlässe förmlich an. +++ “Förmlich” ist gut. +++ Apropos, kurz vor Weihnachten 1995, das ist jetzt auch schon wieder 23 Jahre her, kann das sein? Da war ich nämlich tatsächlich, das fällt mir jetzt ein. Da musste ich runter nach Mailand. Ich sollte einen Fernsehbeitrag machen über einen italienischen Krawattenhersteller, der trug selbst keinen Schlips, das sollte der Aufhänger sein. +++ Das war vielleicht ein Fiasko, sage ich Ihnen. +++ Mein Kameramann fuhr einen alten Jaguar, an jeder Seite ein Tank. Der Krawattenhersteller selbst kam natürlich mit Krawatte zum Dreh, ich musste ihn erst noch schnell überreden. Er hatte ein paar Jahre in Deutschland gelebt, ich führte das Interview also als Gimmick auf Deutsch. Beim Sichten des Materials stellten wir hinterher fest, man verstand fast kein Wort. Zwischendrin rief ständig der Redaktionsleiter auf meinem Diensthandy an, ob er schon was zum “Thema Sex” gesagt hätte. Der Typ war ein stilvoller älterer Herr, ich würde ihn ganz bestimmt nicht zum “Thema Sex” befragen. +++ Sat.1 nehme den Beitrag ohne Sex aber nicht ab, tobte der Chefredakteur. Dann brach der Winter über Italien ein, auf der Autobahn glaubte ich ständig, der Kameramann würde den Jaguar jeden Moment in die Leitplanke setzen. +++ Am Ende ging aber alles gut: Sat.1 nahm den Beitrag nicht ab, und so wurde ich erst einmal Schuhverkäufer.

Überschrift inspired by: Black Tie, White Noise © David Bowie, 1993

Überschrift also inspired by: I Know It’s Gonna Happen Someday © David Bowie, 1993

Lyrics: Paint It, Black © The Rolling Stones, 1966

Sex