War Pigs / Ein Pferd namens Angst.

Fiktives Vinyl: Anne Locarno – Ein Pferd namens Angst © Kai von Kröcher, 2014/2022

Ooo-ooo-ooo-ooo.. Ooo-ooo-ooo-ooo.. Aaa-aaa-aaa.. Oh, I gotta hear you sing.. Aaa-aaa-aaa.. Oaoh.. AAA-AAA-AAA!! Oh.. AAA-AAA-AAA!! Oh.. God, oh no.. Oh, God no..oh..ah..no ah..AAh..oh..AAWAAH!!..oh. +++ Den Fußballer in dem Buch letztens, den hätte man einfach ‚Grzyb‘ nennen können. ‚Karl-Heinz Handschuh‘ vielleicht. Aber ‚Bronnen‘ – so heißt doch nun wirklich kein Mensch?! +++ Christoph Kramer da auf der Brücke da neulich. Hatte seiner Crowd noch etwas über Mallorca erzählt, ich konnte mich an die Sache erinnern. Die Story hatte es wirklich gegeben: Ein oder mehrere Politiker hierzulande hatten gefordert, das ist schon ein Weilchen her: die Insel müsse annektiert und als 17. Bundesland der BRD einverleibt werden. In etwa so wie beim Sudetenland damals – und dann fiel Christoph Kramer die Übersetzung für ‚Bundesland‘ nicht mehr ein. +++ Sollte mein Schallplattencover mit dem Pferd (oben) ähnlich erfolglos sein, was die Instagram-Likes angeht. Wie die Katze da gestern. Das war ja verheerend – womöglich hatten die User gemeint, ich habe das Tier damals gequält. Sah ja ein bisschen so aus – würde ich sicherlich aber nie tun. ‚In Ekstase gekrauelt‘ trifft es wohl besser, ‚in den Wahnsinn gestreichelt‘. +++ Im Radio gestern liefen den ganzen Tag über Hardrock- und Heavy-Metal-Songs, ich fand das erstaunlicherweise gar nicht so schlimm. Experten und Hörer hatten eine Top 100 gewählt, und selbst der unvermeidliche Ozzy Osbourne ging mir nicht auf den Nerv. Da scheine ich altersmilde geworden. Spontan würde ich Child in Time als meinen All Time Favorite einschätzen, da kriege ich nach wie vor eine Gänsehaut. +++ Und was die Klicks jedenfalls angeht, da erzählte im Radio gestern Anja Caspary, und die sollte es wissen. Sie meinte, das Video zu November Rain sei bislang über eine Milliarde mal angeklickt worden – da bin ich mit meinen Schallplattencovern durchaus noch steigerungsfähig…

 

Überschrift inspired by: War Pigs, © Black Sabbath, 1970

Überschrift also inspired by: Ein Pferd namens Angst © Anne Locarno, 2022

Lyrics: Child in Time © Deep Purple, 1969

Wolfgang Grzyb (* 29. Juli 1940 in Braunschweig; † 7. Oktober 2004), dt. Fußballprofi, Deutscher Meister mit Eintracht Braunschweig

Karl-Heinz Handschuh (* 30. November 1947 in Reichenbach an der Fils), dt. Fußballprofi, u.a. VfB Stuttgart und Eintracht Braunschweig

John Michael „Ozzy“ Osbourne (* 3. Dezember 1948 in Birmingham-Aston), britscher Rockmusiker

Ricky Shayne (* 4. Juni 1944 in Kairo; bürgerlich George Albert Tabett), französisch-libanesischer Schlagersänger

Anja Caspary (* 13. Dezember 1964 in Frankfurt am Main), dt. Hörfunkjournalistin aus Berlin

November Rain © Guns N‘ Roses, 1991

Sie blöde Sau / … und die Brandstifter.

Berliner Verlag: Rückansicht mit Treppenhaus © Kai von Kröcher, 2020

 

Rolling numbers, rock and rollin‘, got my KISS records out. +++ Als ich da Montagabend jedenfalls unter den Bäumen vorm Eastgate Einkaufszentrum am Rande Marzahns gedankenverloren herumsaß – ich habe Ihnen das mit der Musik und dem Hören ja versucht zu erklären: Jedenfalls kam mir I Want You to Want Me von Cheap Trick in den Sinn – und dass ich jahrelang auf den Song reingefallen war. Ein billiger Hütchenspielertrick, sozusagen. Nämlich hatte ich früher immer geglaubt, tonal bewege das Stück sich von Anfang bis Ende immer weiter nach unten. Eine Endlosspirale, und ich seinerzeit hatte mich immer gefragt, wie lang wohl die Basssaiten von denen sein müssen. +++ Dreiundzwanzig Jahre ist das jetzt übrigens her, dass ich da auf dem Foto oben damals gearbeitet hab: Berliner Verlag, die Fotoredaktion dürfte im dreizehnten Stock gewesen sein. Mit den Kollegen jedenfalls hing man immer mal wieder im Treppenhaus ab, das ist eine der wenigen Erinnerungen daran. Und viele der älteren Mitarbeiter wohnten Allee der Kosmonauten. +++ Neulich im bildungsbürgerlichen Nachtprogramm lief Fitzcarraldo. Als Spätgebärender war ich leider schon fix und alle, und nach zwanzig Minuten ging ich ins Bett. Was ich mich als konsumkritischer Mensch aber gefragt habe: Wie hätte Kinski zum Beispiel den brasilianischen Präsidenten begrüßt, wäre der ihm damals im Dschungel begegnet? +++ Die Allee der Kosmonauten waren ja nicht nur eine christliche Band – sie führt einen letztendlich auch nach Marzahn. Und da schließt sich der Kreis: Ich hatte den vorigen Post nämlich gerade gepostet, da lief kurze Zeit später im Hintergrund hier in der Küche das Radio. Eine Moderatorin, deren Name mir neu war, kündigte an: kommenden Sonntag den ganzen Tag lang die 100 besten Songs der 70er Jahre. Sie meinte, einer der Songs, die ganz knapp an der Hundertermarke vorbeigeschrammt seien, wäre I Want You to Want Me auf Platz 106, und dann wälzte sie noch ein bisschen was zu der Historie dazu aus. Da kam ich mir vor wie ein Scharlatan – falls Sie verstehen, warum.

 

Überschrift inspired by: Mein liebster Feind (Dokumentarfilm) © Werner Herzog (Drehbuch/Regie), UK/D/FIN/USA 1999

Überschrift also inspired by: Biedermann und die Brandstifter (Drama) © Max Frisch, 1948

Lyrics: Surrender © Cheap Trick, 1978

Klaus Kinski (* 1926 in Zoppot/Danzig; † 1991 in Lagunitas/Kalifornien, USA)

Trompe-l’œil / Woltersdorf, Schleuse (Ost).

Aliens incognito – die doppelte Doris Day © Kai von Kröcher, 2019

Aliens incognito – Kopfhörermann & Telephone Girl © Kai von Kröcher, 2019

Kopfhörermann & Telephone Girl (anonymisiert) © Kai von Kröcher, 2019

 

Do you remember a guy that’s been in such an early song. +++ Freitag rief der Schabowski der Bundesregierung an (natürlich rief der in Wirklichkeit nicht an – warum sollte der anrufen?). Jedenfalls rief der Schabowski der Bundesregierung an, ob ich das mitgekriegt hätte, das mit dem Lehmann. „Steffen“, sprach ich deutlich und konzentriert in den Hörer, bzw. die Muschel. +++ Indie Cindy. +++ „Steffen, ob du das jetzt glaubst oder nicht, aber erst vor ein paar Tagen habe ich zufällig an den gedacht.“ Und das ist keinesfalls aus den Fingern gesogen, um mich irgendwie wichtig zu machen oder so – das stimmt nämlich wirklich: Ich war gerade im Hof auf dem Weg zu den Mülltonnen, da schoss mir so durch den Kopf, ob man wohl jemals wieder was von Mike Lehmann hören wird. Und jetzt gibt es den wieder im Radio – mit einer eigenen Sendung, habe ich Freitag leider verpasst. +++ Aber sensationell: Den hatten sie ja einst mehr oder weniger vom Hof gejagt, wenn ich’s noch richtig zusammenkriege. Der wollte irgendwie seinen Job einklagen oder so. Und die haben gesagt: „Wenn das so ist – tschö mit ö!“ +++ Vielleicht wird Lothar Matthäus ja nun doch noch Greenkeeper beim FC Bayern: Ehrlich gesagt, ich fände das einen super Job! +++ „Apropos“, sagte ich zum Schabowski der Bundesregierung. „Apropos, ich sollte doch immer mal was Lobendes sagen über die Weinkönigin aus der Pfalz: Bäume pflanzen, eine super Idee – ihre erste gute sogar! Ich pflanze ja schon ewig Bäume mit Ecosia, aber in diesem Fall kommt es wohl mehr auf die Message an!“ +++ Wir klopften uns jeder für sich auf die Schenkel und legten auf.

 

Überschrift inspired by: Trompe l’œil („täusche das Auge“), illusionistische Malerei

Überschrift also inspired by: Woltersdorf/Schleuse (Ost) – Mike Lehman, Radio Fritz (sfb/rbb), 1993 – 2003

Lyrics: Ashes to Ashes © David Bowie, 1980

Günter Schabowski (*1929 in Anklam †2015 in Berlin), ehem. Chefredakteur Neues Deutschland

Steffen Seibert (*1960 in München), ehemaliger Journalist

Mike Lehmann alias Peter Neurer

Indie Cindy © Pixies, 2014

Born to be Mike | radioeins | freitagabends, 23:00 Uhr

Tierwohl-Julia (*1972 in Bad Kreuznach), ehem. Weinkönigin

Bad in der Schlange / This town ain’t big enough for the both of us.

SCHLANGENBADENER STRAßE (MAGRITTE) © KAI VON KRÖCHER, 2018

SCHLANGENBADENER STRAßE (ROBERT MITCHUM) © KAI VON KRÖCHER, 2018

Bodies, I’m not an animal. +++ Soll ich Ihnen mal was verraten? In meinem Kopf ist kein Platz für Steve McQueen und Clint Eastwood gleichzeitig. Denke ich an den einen, fällt mir der andere nicht mehr ein. Oder halt umgekehrt – ein merkwürdiges Phänomen. +++ An den Song Bodies, um vielleicht doch noch ganz kurz vor dem Weihnachtsgeschäft auf den Zug mit dem – wie nennt man das, wenn man im Internet was über Babies schreibt und sich direkt einen zweiten Flatscreen-Bildschirm davon kaufen kann? Den Song Bodies jedenfalls von den Sex Pistols habe ich manchmal am Wickeltisch auf den Lippen, wenn Otto zum Beispiel den Body vollgespuckt hat. Zwar geht er jetzt regelmäßig zum Spanisch, aber ansonsten benimmt er sich oft wie ein Kind. +++ Was wollte ich sagen? +++ Die Bilder heute, daran würde ich eines Tages verzweifeln, dachte ich oft. Das Foto selbst ist ja schon von Anfang September, da hatte ich mich ein bisschen in Steglitz herumgetrieben. Schlangenbadener Straße, ich alter Abenteurer. Ist das noch Steglitz, oder ist das schon Wilmersdorf? +++ Okay. +++ Irgendetwas daran erinnert mich jedesmal an Magritte, dieses Bild mit der Melone. Aber ich frage Sie ernsthaft, wo sehen Sie da einen Hut? +++ Jedenfalls, in der Filmsendung auf radioeins gestern hatten sie etwas über die neue Regiearbeit Steve McQueens gefachsimpelt. Ich lasse das Radio immer in der Küche laufen, wenn ich nebenan über den Bildern sitze, man versteht meistens nur Bahnhof. Dann aber fiel mir ein, der echte Steve McQueen hat sich doch längst in die See streuen lassen. +++ Der Song Bodies jedenfalls, und das wusste ich nicht. Der Song Bodies dreht sich um eine Frau aus Birmingham, die hat ihr Kind abtreiben lassen. Und Johnny Rotten, wie ich ihn damals noch nannte. Johnny Rotten und seine Freundin, die hatten gerade ein Ungeborenes verloren. Und Johnny hat einen Song darüber gemacht, anscheinend weder contra Abtreibung noch pro – wenn Sie das interessiert, können Sie das googeln, das empfehle ich in solchen Fällen immer. Einfach „sex pistols bodies abortion“ eingeben – aber nehmen Sie Ecosia, das ist nachhaltiger, wo hier schon eh alles den Bach runtergeht. +++ Okay, letzte Nacht jedenfalls, etwa um zwölf, da schaltete ich spontan den Fernseher ein und erwischte genau den Anfang von einem Western mit Steve McQClint Eastwood: Hängt ihn höher hieß der, ich ließ ihn komplett ohne Ton laufen – Otto lag schlafend in meinem Schoß und träumte von Das lustige Füßchenspiel mit Otto und seinem Papa

Überschrift inspired by: This Town Ain’t Big Enough For Both of Us © Sparks, 1974

Lyrics: Bodies © Sex Pistols, 1977

Widows © Steve McQueen (Regie), UK/USA 2018

Million Dollar Baby © Clint Eastwood (Regie), USA 2004

Hang ‚Em High (w/ Clint Eastwood) © Ted Post (Regie), USA 1968