Go for it, Baby / Eine rundum burleske und sympathische Geschichte.

Fiktives Vinyl: Hotel 3 Jahreszeiten – Mit dir ist alles nicht schön © Kai von Kröcher, 2022

 

Well, David, what shall I do? They wait for me in the hallway. +++ Irgendwann im Jahre ’84 ungefähr hatten wir uns bei meinem Kumpel, dem Russen, getroffen. Die Eltern lebten am Stadtrand und hatten einen Videorekorder. Wir grillten im Garten, verschiedene Leute diverser Geschlechter. Zum Einbruch der Dämmerung wollten wir einen Film gucken, irgendwas Spitzenmäßiges. Wie wir in der Videothek allerdings feststellten, gab es dabei ein Problem: Der Videorekorder der Eltern war kein landläufiger VHS, sondern – das traf uns vollkommen unvorbereitet – ein fucking Beta. Für Beta gab es fast keine Filme. So stießen wir schließlich auf einen Streifen mit dem, wie sagt man das halbwegs treffend, spießig-frivolen Titel Zur Sache, Schätzchen. In unseren Ohren klang das wie, da will ich offen sein, Unterm Dirndl wird gejodelt. +++ Erinnern Sie sich an den Song Postcard der Braunschweiger Band Blue Bamboo? Die spielten ja seinerzeit etwa auf Augenhöhe. Das Stück kam mir gerade in den Sinn, ich habe es damals geliebt. Wäre vielleicht eine Art Soundtrack zu meiner Postkartenserie. Hat das von Ihnen noch zufällig jemand auf Kassette? Mal für die Rubrik Bermudadreieck auf radioeins vorschlagen, muss man früh aufstehen. +++ Okay, wir haben den Film dann also mit dem Plan mitgenommen, uns intellektuell darüber zu erheben und lustig zu machen. Wie man halt damals so drauf war, ich sage nur: Uschi Glas! +++ Um die Sache hier abzukürzen, stand ich neulich auf dem Rückweg von meiner Streaming-Bücherei in der U-Bahn am Halleschen Toooooor. Ich wollte jetzt doch endlich mal wissen, ob der Typ in Zur Sache, Schätzchen tatsächlich „der schlaffe Harry“ hieß oder nicht. Und was das für ein Pullover war, den der immer anhatte. Der so dermaßen kratzte, dass er kurz seinen Kopf anhebt – dann aber sofort wieder so schlapp wird, dass er in sich zusammensinkt. +++ Okay. +++ Im Augenwinkel fiel mein Blick auf den Bildschirm – Berliner Fenster nennt sich das offiziell, eine Art Kurzmeldungs- und Werbeplattform. Jedenfalls, ich dachte, ich fasse es nicht. Wissen Sie, welches Buch sie in diesem Moment da gerade „besprachen“, das Cover erinnerte auf den ersten Blick an Emil und die Detektive von Erich Kästner? Der Roman hieß ganz ohne Quatsch Hotel 3 Jahreszeiten von – da müsste ich kurz mal googeln: Hotel Drei Jahreszeiten von Stefan Gärtner im Droschl-Verlag. Dreht sich anscheinend um eine Buchhändlerin und spielt in Hannover. +++ Um nochmal darauf zurückzukommen: Zur Sache, Schätzchen hat uns damals alle vom Hocker gehauen, intellektuell haben wir aus der Wäsche geschaut – Top 10 der irgendwie größten unerwarteten Überraschungen unseres noch jungen Lebens!

 

 

Überschrift inspired by: Go for it, Baby – englischer Titel von Zur Sache, Schätzchen für den US-amerikanischen Markt

Überschrift also inspired by: „Eine rundum burleske und sympathische Geschichte“ (Evangelischer Filmbeobachter über Zur Sache, Schätzchen)

Lyrics: Teenage Wildlife © David Bowie, 1980

Zur Sache, Schätzchen (Komödie mit Werner Enke, Uschi Glas, Henry van Lyck u.a.) © May Spils (Regie), D 1968

Unterm Dirndl wird gejodelt (Softsexfilmkomödie mit Konstantin Wecker u.a.) © Alois Brummer (Drehbuch, Regie), D 1973

Postcard © Blue Bamboo, ca. 1985

Bermudadreieck | radioeins | FM 95,8 MHz (Berlin und Potsdam) | montags bis freitags | 05:40 Uhr

Hotel Drei Jahreszeiten (Roman) © Stefan Gärtner/Droschl-Verlag, 2026

Emil und die Detektive (Kinderroman mit dem Umschlagillustration von Walter Trier) © Erich Kästner, 1929

Eisack Haayes / Gentleman of the Year.

 

Fiktive Postkarten / Fiktives Vinyl: Genosse Stalin grüßt Heimberg © Kai Heimberg, 2018 (Foto) / Kai von Kröcher, 2022/2026 (Gestaltung)

 

Wenn Sie jemals in Des Moines sind – schicken Sie mir bitte keine Karte!“ +++ Okay. +++ Um es zur Abwechslung mal kurz zu machen: Wir saßen nie gemeinsam in einer U-Bahn, glaube ich. Haben dafür, unter Schweinen, eine der heißesten Tassen Kaffee dieser Welt miteinander getrunken. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Gentleman of the Year – alles Gute, Kai Heimberg! +++ Am selben Tag Geburtstag wie Marilyn Monroe – das muss man auch erstmal bringen! +++ … and if Rick Maschke is six then you are seven!

 

Überschrift inspired by: Theme From Shaft © Isaac Hayes, 1971 

Überschrift also inspired by: Gentleman of the Year © Beatsteakes, 2014

Filmzitat: Frances McDormand als Mrs. Pell in: Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses

Mississippi Burning (Südstaatendrama mit Gene Hackman, Willem Dafoe u.a.) © Alan Parker (Regie), USA 1988

Des Moines (Hauptstadt des US-amerikanischen Bundesstaates Iowa, 214.133 Einwohner)

If Then Now – Bildband mit und über künstliche(r) Intelligenz © Ulla Selmer & Kai Heimberg, 2024

Monkey Gone to Heaven © Pixies, 1989

Marilyn Monroe (* 1. Juni 1926 in Los Angeles; † 4. August 1962 in Brentwood, Los Angeles), US-amerikanische Schauspielerin, Filmproduzentin und Fotomodell 

Time Waits for No One / Every Day is Silent and Grey.

Fiktives Vinyl: DJ Schkopau – Wenn es nicht aufhoert © Kai von Kröcher, 2022/2023

 

Down in space it’s always 1982, the joke we always knew. +++ Wie lange dieser Zustand damals wohl angedauert haben mag, der vor dem Urknall? Da muss das Universum, wenn ich das auf die Schnelle richtig verstanden habe. Zusammengepresst zu einem Stück Kohle – oder besser noch: ein Diamant! Aber die Frage allein ist natürlich schon Quatsch: Wenn es keine Zeit gegeben hat, kann etwas ja nicht, in welcher Form auch immer, gedauert haben. „Ein Paradoxon“, wie Clemmie nachts im Club, nach dreieinhalb Gläsern Elbling, mit diabolischem Grinsen immer zu fabulieren begann. +++ Neulich hatte ich etwas geschrieben, so von wegen, der M41er machte seinem Namen alle Ehre. Oder so. Gestern Nachmittag war ich fürs Wochenende einkaufen gewesen am Hermannplatz. Lebensmittelabteilung von Karstadt oder bei Lidl, das können Sie sich aussuchen. Als ich heraus kam, war es noch etwas zu früh für die Sportschau. Ich kam auf den gar nicht so uninteressanten Lösungsansatz, den M41er einfach ein Stück in die entgegengesetzte Richtung zu nehmen. Dorthin, wo es wehtut. Und dann zurück in die andere Richtung nach Hause – Reiseziel: Punktlandung Sportschau. +++ „Wo kommste so spät jewesen“, wie Schulfreund Ben Hacket in ostpreußischem (?) Dialekt seinerzeit immer wissen zu wollen pflegte. +++ Jedenfalls, ich setzte mich in den halbwegs leeren M41er Ziehharmonikabus Richtung Südosten. Ein Schatten von einem Mensch setzte sich neben mich und rauchte, heimlich unter den Sitz gebeugt, eine elektrische Zigarette. Dann aß er mit den Fingern eine Art Ziegenkopfsuppe aus einem Tuppertopf. Dann stand ich auf und schlich mich auf diese Drehscheibe da in der Mitte, wo man(n) sich immer vorkommt wie in einer Fernsehshow in den 70er Jahren: „Und hier ist er nun! Sie kennen ihn alle – begrüßen Sie mit mir, äh, Karl-Heinz Schibulski!“ +++ Ich fuhr also bis kurz hinter S-Bahnhof Sonnenallee, zu Füßen des neuen Estrel stieg ich aus. Freute mich auf einen leeren Bus in der Gegenfahrtrichtung. Genau an der Stelle, wo der neue Streckenabschnitt der A100-Stadtautobahn für logistische Komplikationen sorgt, genau an der Stelle war jetzt auch noch die Straße gesperrt. Der Verkehr wurde durch enge Neuköllner Wohngebietsstraßen umgeleitet. Ich wähnte mich in diesem Film mit dem Stau, keine Ahnung, wo ständig gehupt wird: Gefangen im M41er Bus für die Ewigkeit, Zeit existierte nicht mehr. Menschen erstaunlich gelassen am Rande des Nervenzusammenbruchs. Endlich zu Hause, ging in der Sportschau gerade die Zweite Liga zu Ende, der Abend konnte beginnen.

 

Überschrift inspired by: Time Waits For No One © The Rolling Stones, 1973

Überschrift also inspired by: Everyday Is Like Sunday © Morrissey, 1988

Lyrics: Slip Away © David Bowie, 2002

Wenn es nicht aufhoert © DJ Schkopau, 2023

club49 | Ohlauer Straße 31 | 10999 Berlin

Tim und Struppi – Reiseziel Mond (Objectif Lune, Comicband) © Hergé, 1953

Fade Away and Radiate / Famous Last Words of a Fool.

Das individuelle Weihnachtsgeschenk: Warum zum Beispiel nicht einmal die Band Tierkörperbeseitigung auf den Gabentisch? © Kai von Kröcher, 2012/2022

 

If you show and tell, then I’ll show and tell. +++ Meine moralische Überlegenheit ödet mich an. +++ Die Gruppe Tierkörperbeseitigung hatte sich früh einen Namen gemacht mit Auftritten auf niedersächsischen Ortsgruppentreffen der Jugendorganisation Die Falken. Mit spitzer Feder schauen sie Merz & Co. auf die Finger und nehmen kein Blatt vor den Mund. Unbedingt mal reinhören: Tierkörperbeseitigung bewegen sich fernab öffentlich-rechtlicher Heavy Rotation! +++ Okay. +++ Ganz klein auf dem Bild, hinten am Horizont, sieht man übrigens den Schacht Konrad. Leider bleibt dafür jetzt keine Zeit, doch war das auf dem Foto (oben) in der Tat ein typischer optischer Ausschnitt meiner Kindheit und Jugend, rechts geht es nach SZ-Lebenstedt. Die Wolke ist übrigens ohne Quatsch echt – so sah die Welt aus, bei uns damals. +++ Worauf ich allerdings dringlichst hinweisen möchte: Wir schreiben heute den 20. November – damit also unweigerlich letzte Gelegenheit, noch rechtzeitig zum Fest einen signierten Fine-Art-Print in Auftrag zu geben. Eine Auswahl an Motiven finden Sie hier: https://kaivonkroecher.de/startseite/fotografie/portfolio-fake-records-fiktives-vinyl. Unverbindliche Anfragen bitte an: vonkroecher@gmx.net

 

Überschrift inspired by: Fade Away and Radiate © Blondie, 1978

Überschrift also inspired by: Famous Last Words of a Fool © Dean Dillon, 1983

Lyrics: Show And Tell © Benjamin Booker ] Benjamin Evans & Kenny Segal, 2025

Schacht Konrad: als atomares Endlager vorgesehenes stillgelegtes Eisenerz-Bergwerk bei Salzgitter-Bleckenstedt und Salzgitter-Sauingen

Fiktives Vinyl: Salzgitter © Tierkörperbeseitigung, 2022

The Killing Moon / Baby Was A Black Sheep, Baby Was A Whore.

Das individuelle Weihnachtsgeschenk: Warum in diesem Jahr nicht einmal Torste Krubs? © Kai von Kröcher, 2022 (Fiktives Vinyl)

 

Oh, child of the moon, give me a wide-awake crescent-shaped smile. +++ Kommerz läuft der weihnachtlichen Grundidee zuwider, das ist mir durchaus bekannt. Und ich tue mich mit dem Prinzip Onlinehandel zugegebenermaßen einigermaßen schwer, sehe dieses Experiment aber als Herausforderung auf persönlicher Ebene. +++ Wie begeht Ramzan Kadyrow das christliche Fest in diesem Jahr eigentlich? Ich habe lange nichts mehr von ihm gehört. +++ Um es für den Anfang also nicht unnötig kompliziert zu machen, möchte ich die Auswahl der Bilder zunächst auf mein Fiktives Vinyl beschränken. Bei Interesse senden Sie mir doch bitte einfach einen Screenshot oder den Titel der Fotografie, für die Sie sich in der Weihnachtsedition interessieren. Siehe auch Link unten. Die Ausführung: Fotoprint auf Aludibond samt fein samtiger UV-Schutzbeschichtung, signiert und rückseitig beschriftet, mit Aufhängung. Mindestmaß 46 x 46, maximal 60 x 60 cm. +++ Vorwärts immer, rückwärts nimmer: Unverbindliche Preisanfragen bitte bis spätestens 20. November 2025 an vonkroecher@gmx.net ! +++ Zurzeit soll bei Black Week übrigens irgendwie gerade Black Deal sein – eventuell aber auch umgekehrt …

 

Überschrift inspired by: The Killing Moon © Echo & the Bunnymen, 1984

Überschrift also inspired by: Rock ’n‘ Roll Nigger © The Patti Smith Group, 1978

Lyrics: Child Of The Moon © The Rolling Stones, 1968

Fiktives Vinyl: https://kaivonkroecher.de/startseite/fotografie/portfolio-fake-records-fiktives-vinyl

Black © Pearl Jam, 1991

Art for Art’s Sake / Money for God’s Sake.

Do you remember your POTUS, do you remember the bills you have to pay – or even yesterday © Kai von Kröcher, 2025

 

Schicket Schwedt oben an der Oder: im Sommer fahr’n wir Cabrio, im Winter Skoda.

 

 

Überschrift inspired by/also inspired by: Art for Art’s Sake © 10cc, 1975

Bildunterschrift inspired by: Young Americans © David Bow

Lyrics: Schickes Schwedt © unbekannt, ca. 1999 (Seeed-Cover)

Donald John „Jump“ Trump (* 14. Juni 1946 in New York City), 45. und 47. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

It ain’t over `til it’s over / Where were you while we were getting high.

Fiktives Vinyl: The fabulous Supernova – Vor- und Nachteil eines taktischen Atomschlags © Kai von Kröcher, 2013/2022

 

1990 gab es einen Sänger, jedes Kind und jeder alte Mann kannte seine Songs. In jedem Haus gab’s Platten, Cassetten und Video-Filme von ihm. In jedem Wohnsilo gab’s ein Fanbüro. Er erzählte in seinen Science-Fiction-Liedern von der Ruine New York City und vom Atomkrieg aus Versehen. Er sang von den Selbstmordwellen in den Ghettos der Automatenstädte und von der Sexualroboterin Amoureen. +++ So sieht es aus. +++ Morgen Abend ab 18:00 Uhr dann legt die fabulöseste aller Supernovae genuine Vinyl-Schallplatten auf – zur Feier meiner Finissage in der Galerie Kungerkiez: Fake Records / Fiktives Vinyl – Karl-Kunger-Straße 15, drüben in Treptow. +++ Das Ende ist nah: Wer sich erinnert, war nicht dabei!

 

Überschrift inspired by: It Ain’t Over `til It’s Over © Lenny Kravitz, 1991

Überschrift also inspired by: Champagne Supernova © Oasis, 1995

Lyrics: Gene Galaxo/1990 © Udo Lindenberg & das Panikorchester, 1976

Fake Records : Fiktives Vinyl | Finissage | Galerie Kungerkiez | Karl-Kunger-Straße 15 | 12435 Berlin | Sa., 1. Merz 2025 | 18:00 Uhr

Bus 194 – Haltestelle Bouchéstraße (direkt vor der Tür)

Bus M43 – Haltestelle Heidelberger Straße (ca. 250m Fußweg)

Beuys keeps swinging / Das weiße Klavier von John Lennon.

Fake Records | Fiktives Vinyl: Phoebe Oberfeld – Meat & Greed © Kai von Kröcher, 2003/2023

Zwanzig Jahre später, Timmy wohnt auf einer Insel – auf den britischen Jungfern in einer 18-Schlafzimmer-Villa. Kein Wunder, dass er da manchmal seine Brille nicht findet. Seine Kinder haben Englischunterricht bei Kate Winslet. Er hat das weiße Klavier von John Lennon und von Beuys den Goldhasen. Er hat drei Kinos, zwei Flugplätze und eine Raketenbasis. Einen Rennpferdestall, ein Becken mit Tigerhaien, und durch den Speisesaal fliegen Aras, die den ganzen Tag schreien. +++ So sieht es aus. +++ Falls Ihnen die Frau auf dem Cover (oben) bekannt vorkommt: Womöglich denken Sie spontan an eine Platte von Roxy Music aus den frühen Siebzigerjahren, For Your Pleasure vielleicht. Und damit liegen Sie durchaus daneben. Das Bild oben war einst entstanden während derselben Fotosession wie das auf dem zweiten Album des Berliner deutsch-französischen Elektro-Pop-Duos Interhotel. +++ Schon etwas her, das neue Jahrtausend damals war noch nicht alt. +++ Um auf den Punkt zu kommen: Das heutige Cover wird eines der vierundzwanzig Exponate meiner Ausstellung sein, die jetzt diesen Freitag um sieben Uhr abends eröffnet: Fake Records | Fiktives Vinyl, drüben in Treptow, Karl-Kunger-Straße 15. +++ Meet and Greet sozusagen, der Künstler ist anwesend! +++ Mein Korrekturprogramm kennt Beuys nicht, das scheint ja ein steiniger Weg zu sein.
Überschrift inspired by: Boys Keep Swinging © David Bowie, 1979
Überschrift also inspired by: Instant Karma © John Lennon & The Plastic Ono Band, 1970
Lyrics: Timmy © Die Höchste Eisenbahn, 2016
For Your Pleasure © Roxy Music, 1973 
II © Interhotel, 2023
Joseph Beuys (* 12. Mai 1921 in Krefeld; † 23. Januar 1986 in Düsseldorf), dt. Künstler
Fake Records : Fiktives Vinyl | Ausstellungseröffnung | Galerie Kungerkiez | Karl-Kunger-Str. 15 | Berlin-Treptow | 19:00 Uhr

Künstlerische Intelligenz / Lookin‘ After Number One.

Fiktives Vinyl: Ronnie – Künstlerische Intelligenz © Kai von Kröcher, 2017/2023

 

Don’t hate me, but you’re not what I thought you was. +++ Geht mir auch manchmal so. +++ Den uneingeplanten Post heute haben Sie übrigens zwei Faktoren zu verdanken, denn eigentlich gibt es hier gar nichts zu sagen: 1. der Entdeckung der künstlichen Intelligenz in der Bildbearbeitung und 2. der Prokrastination! +++ Letztens bekam ich eine inoffizielle Anfrage seitens der dpa, meine fiktiven Schallplatten betreffend. Ob ich denn noch daran arbeite, die seien doch gut. Das war ungemein motivierend, ich habe die Arbeit direkt wieder aufgenommen. Nach einem zwischenzeitlichen Tief seinerzeit aus Zweifeln an den eigenen Fähigkeiten, aber ist ja auch wurscht. Ich habe die Plattenhüllen mir allesamt noch einmal vorgenommen und bin jetzt gerade dabei, eine Top 100 zusammenzustellen. +++ Ich weiß nicht, ob es ratsam ist, darüber zu reden. +++ Letzte Nacht jedenfalls hatte ich eine bahnbrechende Eingebung – an dem Motiv (oben) hatte ich mir bis dahin immer wieder die Zähne ausgebissen, und plötzlich sagte mir eine innere Stimme, versuch es doch mal mit KI! Wie von Zauberhand gesellte sich auf einmal dieser ansprechende Hund in das Bild, das kann ich Ihnen gar nicht erklären. +++ Am Ende des Sommers, an einem immer noch reichlich aufgeheizten Sonntagnachmittag. Wir hatten uns bei den Kaulsdorfer Seen verabredet – Otto, his Mother and I. Die beiden schickten mir ihre Position auf mein Handy – ich dachte, wie modern ist das denn! Dann blieb ich mit dem Fahrrad an den Zäunen des Wasserschutzgebietes hängen und fuhr einen Umweg von gut einer Stunde, was natürlich grob übertrieben ist. +++ Fun Fact nebenbei: Weil es Ende des Sommers war, hatte ich vorsorglich keine Badesachen eingepackt, was sich als bescheuert herausstellte. +++ Gegen Abend nahmen wir auf dem Rad Schleichwege zurück in die Stadt. Und plötzlich – plötzlich bogen wir irgendwo um die Ecke, und quietschend jauchzte ich auf vor lauter Glück: „Kannawoniwasein, das ist ja das Cover von Ronnie!“ +++ Diese Location hatte ich vollständig vergessen, direkt U-Bahnhof Biesdorf-Süd. Das Foto stammt aus dem Jahr 2017, aber es sieht dort noch immer genau so aus. Sogar der Mülleimer! Nur das Haus dahinten hatte ich umgefärbt. Und dann dieser gräßliche Hund! Und die Straße heißt natürlich nicht Unter der Maate – so hieß eine Straße auf meinem Dorf, wo ein Freund von mir damals wohnte. Der ist Professor für Festkörperphysik heute in Karlsruhe, was der wohl so treibt. +++ Naja, und eigentlich hatte ich mir für heute Vormittag eine To-do-Liste geschrieben, bestehend aus einem einzigen Punkt: Kamera checken und so, das wäre ganz wichtig. Und wenn ich nachher los muss, meinen Sohn von der Kita abholen. Da werde ich sicherlich wieder denken, hättest du mal gleich heute früh damit angefangen, dann wär‘ dir nicht wieder die Zeit weggerannt!

 

Überschrift inspired by: Künstlerische Intelligenz © Ronnie, 2021

Überschrift also inspired by: Lookin‘ After Number One © The Boomtown Rats, 1977

Lyrics: Don’t Hate Me © Lola Young, 2023

Kannawoniwasein (Kinder- Jugendfilm nach dem Roman von Martin Muser) © Stefan Westerwelle (Regie), D 2023

Kleine Probleme (Roman) © Nele Pollatschek, 2023

Alice in Chains / Viertel vor irgendwas.

Fiktives Vinyl: Brest-Litowsk – Fesseln der Freiheit © Kai von Kröcher, 2017/2022

 

Ein wahres Wunder, wie die Vögel auf der Stromleitung da sitzen. +++ Ein paar interessante Fakten heute mal zu dem englischen Fotografen und Musiker William Perks, den mancher vielleicht als den Bassisten Bill Wyman der Londoner Band Rolling Stones kennt: Wymans Leidenschaft für amerikanischen Blues und Rock ’n‘ Roll wurde Ende der Fünfzigerjahre auf dem niedersächsischen Fliegerhorst Oldenburg entfacht. Er gilt nicht nur als mutmaßlicher Erfinder des Fretless-Basses und ist nicht nur der Schwiegervater seiner Ex-Schwiegermutter, was alleine schon kurios genug wäre. Zudem ist er Stiefgroßvater seiner früheren Ehefrau Mandy Smith – ebenso war er ein Freund Marc Chagalls. +++ Apropos ‚Niedersachsen‘: Betterov scheint ja aus Bad Salzungen in Thüringen. Dort sieht es, zumindest auf Fotos im Internet, echt ganz schön aus. Sein Viertel vor irgendwas-Video hatte ich mir neulich mit meinem Sohn angeschaut. Sie wissen ja, was ich von Kindern und Bildschirm halte, bei Betterov aber machte ich eine Ausnahme. Otto konnte sich sogleich dann auch für den Typen begeistern, der da brüllt, es sei ein Skandal, dass sie das Haus da vorne abreißen. Haha, und dieser Typ – und überhaupt diese ganze Runde da in dem Video. Das alles könnte original genauso gut irgendwo in Ostfalen, im Raum Braunschweig-Peine-Hannover, gedreht worden sein. Das ist so verstörend real, da schnürt sich alles in einem zusammen. +++ Ein paar interessante Fakten zu meiner großen Weihnachtsverlosung neulich noch hinterher: Das Plattencover heute (oben) war bislang unveröffentlicht, doch finde ich Foto, Titel und Interpreten recht gut. Eine Stromleitung sehe ich da zwar nicht – in dem Haus links am Bildrand aber ist unten der mythisch-verehrte Admiralbrücken-Späti drin…

 

Überschrift inspired by: Alice Weidel (* 6. Februar 1979 in Gütersloh), dt. Politikerin

Überschrift also inspired by: Down in a Hole © Alice in Chains, 1992

Überschrift also inspired by/Lyrics: Viertel vor irgendwas © Betterov, 2020

Bill Wyman (* 24. Oktober 1936 als William George Perks in Penge, London), britischer Musiker und Fotograf, Autor und Gastronom

Mandy Smith (* 17. Juli 1970 in London), Model und Sängerin 

Marc Chagall (24. Juni 1887 als Мойше Хацкелевич Шагал in Peskowatik, Russisches Kaiserreich, heute Belarus; † 28. März 1985 in Saint-Paul-de-Vence, Frankreich), russisch-französischer Maler

Wyman Shoots Chagall (Fotografien und Erinnerungen) © Bill Wyman, 1998