Lay your body down upon the midnight snow / They say a snow year’s a good year.

Once Upon a Time in the West: Mit dem Sohn letzten Samstag im Grunewald © Kai von Kröcher, 2026

 

Did you ever want to be alone, be all white in decent snow. +++ Ich hatte nicht auf die Uhr geschaut, aber lass es vielleicht fünf Minuten gewesen sein. Fünf Minuten ungefähr, nachdem ich am Dienstag meinen Post abgesetzt hatte. Sagt man das so – einen Post absetzen? Wie einen Funkspruch: Mayday, Mayday? Oder neuerdings eine Fernsehshow? +++ Seit einigen Jahren nun schon lässt mich der 8. Januar offenen Mundes staunen über die Tatsache, dass exakt an diesem einen Tag zwei der wohl größten Größen der Musikgeschichte beide Geburtstag hatten. Und zudem wäre auch noch der Kaiser, kein Geringerer als Franz Beckenbauer nämlich – fast wäre auch noch der Kaiser an genau diesem Datum verstorben. Die Wahrscheinlichkeit einer solch kosmischen Konstellation scheint in etwa so fabulös, als hätte, sagen wir mal, ich gemeinsam Geburtstag mit Lothar Matthäus und Sergei Wiktorowitsch Lawrow. Und ich weiß nicht, wie es bei Lothar Matthäus aussieht, aber genau wie Lawrow habe auch ich einst Gitarre gespielt: D7, D7, D7 – frei nach Peter Bursch. Mein Sohn übrigens wurde geboren am 53. Jahrestag, da die englische Popgruppe The Rolling Stones die Berliner Waldbühne seinerzeit legendär zu Kleinholz verarbeitet hatte. +++ Jetzt habe ich aber doch ein bisschen den Faden verloren: Jedenfalls ungefähr fünf Minuten, nachdem ich den Post vorgestern abgesetzt hatte, schickte mir Richard David Precht eine Freundschaftsanfrage auf Facebook.

 

Überschrift inspired by: Snowbound © Genesis, 1978

Bildunterschrift inspired by: Spiel mir das Lied vom Tod (Once Upon a Time in the West, Italo-Western) © Sergio Leone (Drehbuch/Regie), I/USA 1968

Lyrics: Decent Snow © Super 700, 2012

Elvis Aaron Presley (* 8. Januar 1935 in Tupelo, Mississippi; † 16. August 1977 in Memphis, Tennessee), US-amerikanischer Musiker und Schauspieler

David Bowie (* 8. Januar 1947 in London; † 10. Januar 2016 in New York City), brit. Musiker, Sänger, Produzent, Schauspieler

Franz Beckenbauer (* 11. September 1945; † 7. Januar 2024 in Salzburg), dt. Fußballspieler, Funktionär, Trainer, Kaiser, Schauspieler

Lothar Matthäus (* 21. März 1961 in Erlangen), dt. Fußballspieler und -trainer, Fernsehexperte

Sergei Lawrow (* 21. März 1950 in Moskau), mutmaßlich verschollener russischer Außenminister

Peter Bursch’s Gitarrenbuch, Voggenreiter Verlag/Bonn 1975

Wer bin ich – und wenn ja, wie viele ? (Sachbuch über die Philosophie) © Richard David Precht, Goldmann Verlag/München, 2007 

Howard Radetzky / Ja, ist denn in ungefähr 47 Tagen scho‘ Weihnachten.

Fiktives Vinyl: Busen – Der Teufel trägt Mieder © Kai von Kröcher, 2018/2022

 

Her name is Noelle, I have a dream about her. +++ Bevor wir also zum großen Weihnachtsrätsel in diesem Jahr kommen, hier kurz noch was anderes: Seit Tagen schwirrt mir ein Songfetzen im Kopf herum, so ein bisschen auf der Melodie von dem Lied Champs-Élysées. Kennen Sie vielleicht, ist von dem Sänger Joe Dassin – auch so ’ne Art Coverversion. +++ Das, was ich meine, geht aber ungefähr so: „Woah, Holly Golightly, hey, Holly Golightly…“ oder „Woah, Henry Mancini, hey, Henry Mancini…“ oder zum Beispiel: „Woah, Lukas Podolski, hey, Lukas Podolski“. Gerne auch Nancy Pelosi, Lukáš Hrádecký, oder war es nicht vielleicht sogar Franky-Boy Sinatra? Hinten dran jedenfalls immer eine Silbe mehr als bei diesem Élysée-Dingens, dadurch ’ne Ecke zackiger – ich werd‘ noch verrückt. +++ Nun weiter zum Weihnachtsrätsel: Aus allen hier auf dem Blog jemals veröffentlichten fiktiven Plattencovern suchen Sie sich in Ruhe bitte eins aus – am besten vielleicht einfach Ihr Lieblingsmotiv: Eine Mail mit dem Namen (der Platte/Anm.d.Red.) schicken Sie bitte bis Ablauf des diesjährigen Nikolaustages an foto@kaivonkroecher.de +++ War es am Ende nicht sogar wirklich Sinatra – ich bin mir fast sicher?! +++ Haben Sie übrigens dieses Traumtor von Lukas Podolski gesehen? Gornik Zabrze 4:1 bei  Pogon Stettin jetzt am Wochenende? Ein Hammer aus 50 Metern, müssen Sie unbedingt googeln! (Ihr seid solche Fucker empfiehlt Ecosia!) +++ Sollte zum Beispiel das heutige Album (oben) Ihr Favorit sein, schreiben Sie bitte in Ihre Mail: „die Band Busen: Teufel trägt Mieder“ – am besten noch mit dem Veröffentlichungsdatum versehen. +++ Zu gewinnen sollte es idealerweise auch etwas geben: Ihr Lieblingscover in 42x42cm als signierten Fine-Art-Print auf Karton!* +++  Ja, ist denn heut‘ scho‘ Weihnachten?! Als Glücksfee fungiert mein Sohn Otto, richtig oder falsch gibt es nicht, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. +++ Haha, dazu fällt mir eine sehr schöne Geschichte ein, wirklich sehr komisch: Meistens, wenn mein Sohn mit dem Papst in der Nähe vom Halleschen Tor unterwegs ist oder am Mehringplatz. Da komme ich dann mit der immerselben, rhetorischen Frage; halte den Kopf leicht schief und stelle mich absichtlich ein bisschen schwer von Kapée: „Was hat die Frau da neulich zu mir gesagt?!“ „Du alter Drecksack!“, antwortet mein Sohn – und dann feixen wir zwei uns ganz feierlich erst mal einen zurecht. +++ By the Way: Nikolaus fällt in diesem Jahr auf den 6. Dezember!

 

Überschrift inspired by: Frankie Sinatra © The Avalanches, 2016

Überschrift also inspired by: Ja, ist denn heut‘ scho‘ Weihnachten (Fernsehwerbung mit Franz Beckenbauer) © e-plus, 2000

Lyrics: Teenage Dirtbag © Wheatus, 2000

Les Champs-Élysées © Joe Dassin, 1969 (frz. Jason Crest-Adaption)

Moon River © Henry Mancini, 1961

Lukas Podolski (* 4. Juni 1985 in Gliwice, Polen als Łukasz Józef Podolski), dt.-poln. Fußball-Legende

foto@kaivonkroecher.de

 

* Abweichungen vorbehalten

Mario Basler / Frühstück mit Oligarchen.

Fiktives Vinyl: Die Eleganz – Frühstück mit Oligarchen © Kai von Kröcher, 2006/2022

 

What becomes a legend most, fifty days in fifty cities, and everyone says she looks pretty. +++ Starten wir diesmal mit einem pikanten Spruch: Ich freue mich schon auf heute Abend – auf den Trikottausch nach dem Spiel Österreich gegen Deutschland! +++ Haha, der war in den frühen Siebzigern schon, als ich noch Kind war – da war der schon irgendwie ziemlich lahm. Bringt heute wahrscheinlich höchstens noch Mario Basler. +++ Der Treffer zum 1:0 für die Spanierinnen gegen England gestern übrigens brachte mich augenblicklich zurück ins Endspiel von München, Gerd Müllers Drehung zum 2:1 Siegtreffer gegen Holland. Dabei kann ich mich gar nicht mehr richtig daran erinnern, merkwürdig. +++ In der Zeitung aus Papier heute früh vor dem neuen Café. Der Laden hatte ewig leergestanden, vorher war da ’ne ganz üble Pizzeria drin: die Gläser im Regal verkrochen sich unter einer Jahrhunderte alten Staubschicht, die Pizza war billig und subjektiv betrachtet sehr schlecht. +++ Naja, hat jetzt ein neues Café aufgemacht, die Lage etwas versteckt aber gut: Hinter dem Krankenhaus, falls ich mal wieder – kann man nie wissen. Direkt an Ottos Route zur Kita. Ecke Wilmsstraße, erinnern Sie sich an die Geschichte mit Joop? Hatte mich wochenlang drüber totgelacht. Joop steigt aus irgend’nem Auto – und der Sohn meiner Ex-Freundin ruft zu ihm rüber: „Digger, gib Handy!“ Der Wirt jedenfalls, ich nehme mal an, dass er der Wirt ist. Mittlerweile grüßt er mich immer, wenn wir zwei morgens vorbeigehen. Otto und ich. Mittlerweile ist es dort ganz gut besucht, ich mag diesen Laden. +++ Heute früh hab ich mich da in die Sonne gesetzt, Cappuccino getrunken. Und im Tagesspiegel schrieben sie lang und breit über die Frauen-EM. Und dass man Männer und Frauen nicht immer vergleichen soll. Macht heute wahrscheinlich eh noch allenfalls Mario Basler. Nicht bei den Löhnen, das wäre natürlich okay. Und trotzdem verglich ich das Tor gestern Abend mit Müller. Holland sagt man ja übrigens nicht. +++ Ich würde zum Beispiel – okay, wir wissen jetzt ja noch gar nicht, wie das Spiel heute Abend wird. Doch gehe ich mal davon aus, dass es nicht wieder die Schande von Gijón wird, ein Nichtangriffspakt. Ich würde das Spiel Österreich gegen Deutschland gerne mal mit dem Halbfinale von Mexiko ’70 vergleichen. Wieder Gerd Müller: Deutschland gegen Italien. Ich habe das vor fünfzehn Jahren mal zufällig als Wiederholung in voller Länge gesehen – live hatte mich das seinerzeit nicht einmal peripher interessiert. +++ Gilt immerhin als Jahrhundertspiel. +++ Eigentlich will ich ja nur wieder mein Plattencover posten, deshalb fasele ich so viel Mist. +++ Jedenfalls sah ich das irgendwann mal in voller Länge spätabends im Fernsehen, vielleicht sogar nachts. Es hatte mal so ’ne Zeit gegeben, da wurden ganze Weltmeisterschaften wiederholt. Im Fernsehen natürlich nur. Und das Spiel Italien gegen Deutschland von 1970 – da waren immerhin so Weltklassespieler dabei: Maier, Beckenbauer, Overath, Uwe Seeler, Jürgen Grabowski, lassen Sie sich das ruhig einmal auf der Zunge zergehen! Schnellinger nicht zu vergessen, Vogts. Und bei Italien natürlich auch super Typen dabei, am Ende haben die ja gewonnen. +++ Die Hitzeschlacht von Soundso, das nannte man ehrfürchtig so! +++ Und um das jetzt mal auf den Punkt zu bringen: das Spiel war – rückblickend betrachtet – sensationell! Sensationell langsam – ich wette, die hätten gegen die heutigen Frauenauswahlen absolut keine Chance! +++ Steile These, aber ich will ja eh nur mein Bild posten…

 

Marion Basler (* 18. Dezember 1968 in Neustadt an der Weinstraße), dt. Fußballnationalspieler und -Experte, Trainer

Überschrift also inspired by: Frühstück mit Oligarchen © Die Eleganz, 2022

Lyrics: What Becomes A Legend Most © Lou Reed, 1984

Italien – Deutschland 4:3 (n.V.) | Azteken-Stadion, Mexiko-City |  17. Juni 1970

Österreich – Deutschland | Viertelfinale der Frauen | EM 2022 | Brentford Community Stadium (London) | heute | 21:00 Uhr