An der Langenscheidtbrücke / 48+ Days.

We are proud individuals living on the city (Panorama) © Kai von Kröcher, 2019

 

and we’ll rise over love and over hate through this iron sky. +++ Vielleicht werde ich mich in Zukunft so nennen: Panoramafotograf. +++ Finger weg von meiner Paranoia! +++ Ach, wie schön ist Panama! +++ Das Bild heute hier ist vorletzte Nacht entstanden, da habe ich die Kamera einfach mal aus dem Fenster gehalten – endlich mal etwas Nebel, dieser ewig strahlend blaue Himmel neuerdings geht einem ja langsam schon auf die Nerven. +++ Jedenfalls heute früh wurde ich wach, und die Frage, die noch in der Tür klemmte zwischen Morgengrauen und Tag. Komischerweise grübelte ich im Aufwachen darüber nach, ob der Song Langenscheidtbrücke im Original jetzt von Nikko Weidemann ist oder von den anderen, Viktoriapark, glaube ich. Und ob er in der einen Version überhaupt “Langenscheidtbrücke” heißt oder nicht etwa irgendwie anders. +++ Lustig auch, was man immer so träumt – schade, dass einem das immer so unkontrolliert durch die Finger rinnt wie Sand und dann ist es auf einmal verschwunden. Lassen Sie mich kurz überlegen, neulich habe ich doch auch so was Komisches geträumt, irgendwer war die Chefin von McDonald’s, ich dachte eben gerade, es wäre Annie Leibowitz gewesen, aber es war Barbara Ruttnik. Die war jedenfalls irgendwie die Chefin von McDonald’s, und ich habe irgendwem anders zum runden Geburtstag einen Gutschein für Burger King in Hamburg geschenkt und kam mir schon währenddessen ziemlich beknackt vor, das könnte Mario Adorf gewesen sein, ich bin mir nicht sicher. +++ Neulich im Radio abends lief What the World Needs Now, das ist ja auch so ein Song aus dem Abspann von Wohlfühlfilmen, da schunkeln diese ganzen elenden Tanten in ihren Sitzen dann immer leise besselt kreischend mit. Und der jedenfalls lief neulich am Sonntag dann abends im Radio, und ich spielte gerade mit meinem Sohn Otto Fußball, wir trainierten das optimierte Doppelpassspiel auf engem Raum. Und im Radio in der Küche lief nebenbei dieser Song. Ich musste dann später, als Otto im Bett lag. Da habe ich im Internet nachschauen müssen, und da war das dann echt in einer Version von Cat Power, die haut einen beinah vom Stuhl. +++ Ich weiß, Sie sind hartgesotten und werden jetzt sagen, Sie haut ganz bestimmt nichts vom Stuhl, und wahrscheinlich haben Sie Recht. +++ Die Geschichte mit Cat Powers jedenfalls ist ja, und das schwor unsere damalige Barfrau D. Stigers formally in later present known as Lotis Tyr auf das Leben ihrer Nichten und Neffen. Da hat nämlich ganz ohne Zweifel eines Abends Cat Power im Club damals am Tresen gesessen, und sie hat diesen Whiskey, wie hieß der noch. Da muss ich jetzt echt überlegen, früher hat man den im Prinzip ja ständig vor Augen gehabt. Der stand im Regal, die Flasche hat man am Abend dreißig mal irgendwie beiläufig im Augenwinkel gesehen und alle paar Wochen hat man da eine nachbestellt. Beim Lieferanten angerufen und aufs Band gesprochen: “… und dann noch ‘n Liter von dem Dings.” +++ Das macht mich jetzt irre, das war die Flasche, wo die so irgendwie ochsenblutrotes, heißes Gummi über den Schraubverschluss und den Hals gegossen haben, das nervte immer ein bisschen beim Aufmachen. Ein Bourbon jedenfalls – aber nicht, und das war das Besondere: Der kam nämlich nicht aus Kentucky, sondern irgendwo anders her. +++ Jetzt habe ich den Faden verloren.

 

Überschrift inspired by: Langenscheidtbrücke © Viktoriapark, 2008

Bildunterschrift inspired by: Iron Sky © Paolo Nutini, 2014

Finger weg von meiner Paranoia © Element of Crime, 2005

Oh, wie schön ist Panama (illustrierte Kindergeschichte) © Janosch, 1978

What The World Needs Now Is Love © Aimee Mann, 2004 (Cover)

Monster in Me © Mont Royal, 2014

 

 

 

Daytona Demon / Royal Pain in the Ass.

Kanzelwand mit Kanzler Kohl © Manuela Steinemann, 2012

 

Far beyond your wildest dreams, I’ve seen chaos and order reign supreme, I’ve seen the beauty of the universe. +++ Neulich bei Kaiser’s Rewe am Kottbusser Tor, da stand hinter den Kassen ein Grill herum, wahrscheinlich im Angebot. Bin ja nicht so der Griller, und jetzt gibt mir die Klimavernunft posthum sogar recht. +++ Sind Sie sich auch immer nicht sicher, ob man “Rechtgeben” groß und zusammen oder klein schreibt? Wurscht, sagt der Duden – Hauptsache stets auseinander! +++ Jedenfalls, das war vor ungefähr einer Woche: der Grill trug den Namen Dayton, und ich überlegte, ob die Kids heutzutage noch immer so gern Suzi Quatro hören wie damals zu meiner Zeit. +++ Das Foto oben – ich weiß nicht mal genau, wo ich das letztens gefunden habe: das ist einer dieser göttlichen Schüsse der Lieblingsfotografin, Kleinwalsertal vor tatsächlich schon wieder sieben Jahren. +++ Den Namen “Dayton” in Verbindung nicht mit einem Holzkohlegrill, sondern im Zusammenhang mit dem Amoklauf in Ohio zum ersten Mal hörte ich dann noch am selben Abend – da war sie also wieder, die “Duplizität der Ereignisse”. +++ Grüße an Game over, Krauts! +++ Der gemütliche Präsident Trump aus Amerika jedenfalls ist da ja dann persönlich hingefahren und hat Autogramme gegeben: In seiner Ansprache blöderweise hat er Dayton mit Toledo verwechselt. +++ Okay, das stand vorgestern schon in der Zeitung, das war Ihnen nicht neu. +++ Der zweite Teil der Überschrift heute könnte natürlich auch “Königin der Berge” heißen, doch neulich, beim Schuhezubinden in der Nähe vom Gleidreieck. Da habe ich mir den Hexenschuss meines Lebens eingefangen, da habe ich später beim Arzt sieben Spritzen ins Kreuz und eine in die linke Pobacke bekommen, die verursachten den sprichwörtlichen Pain in the Ass. +++ Auf Französisch wär’s ein Brot, vielleicht ein Baguette. +++ Aber was mir gestern für eine echt kluge Beobachtung durch den Kopf ging, ich hoffe, die gibt es nicht schon von jemandem anders: Wenn man nämlich in der Autowerkstatt arbeitet (oder vielleicht sogar auf dem Schrottplatz) – dann interessiert man sich wahrscheinlich ziemlich für Autos, ist am Ende ein Autonarr. Verstehen Sie, worauf ich hinaus will? Das kann man jetzt endlos so fortsetzen: Blumen und Pflanzen – Gärtnerei. Musik – Tonstudio und Plattenfirma. Küsse und Liebelei – Pornodarsteller. Und so weiter, die Gesetzmäßigkeit ist nicht schwer zu durchschauen. Und wenn man dann also Tiere mag, dann sucht man sich einen Job auf dem Schlachthof. +++ Urlaubszeit – schönste Zeit!!!

 

Überschrift inspired by: Daytona Demon © Suzi Quatro, 1973

Überschrift inspired by: The Catcher in the Rye (Roman) © J.D. Salinger, 1951

Lyrics: Things I’ve Seen © Spooks, 2000

Königin der Berge (Roman) © Daniel Wisser, 2018

Ein Haus auf dem Land / Eine Wohnung in der Stadt (Roman) © Jan Brandt, 2019

Tsa Tsa Top / Eve of Non-Destruction.

Once and Now: Dennewitzstraße © Kai von Kröcher, 2019

 

One day in your life, when you find that you’re always waiting. +++ Bevor wir’s vergessen: You can say “You” to me! +++ Die Überschrift heute in ihrer Tragweite und Tiefe, die wird im Ansatz vielleicht nur der Gentleman of the Year zu erahnen imstande sein. +++ Wer ist das überhaupt, dieser Gentleman of the Year, und um welches Jahr handelt es sich? +++ Eigentlich hatte ich heute mit Ihnen ja über Tsa Tsa Gabor sprechen wollen, Sie haben hoffentlich etwas Zeit mitgebracht? Das war mir neulich nämlich einen Tag nach meiner Augen-OP widerfahren. Die übrigens gar nicht so furchteinflößend gewesen ist – mit Schnitt durch den Augapfel pipapo. Ich wollte nur etwas schockieren, gut für die Quote. Jedenfalls, ich kam gerade von der Nachuntersuchung am Wittenbergplatz und war auf dem Weg in den Untergrund. Zeit meines Lebens schon wollte ich in den Untergrund, aber gut. Und genau dort jedenfalls schoss es mir durch den Kopf: Dass ich jahrelang nämlich fest in der Annahme gewesen bin, der (damals noch für das Amt kandidierende) amerikanische Präsident Donald Trump. Sie kennen den ja – wirkt immer ein bisschen ungehobelt, macht aber einen ganz prima mäßigen Job. +++ Und eben genau dieser Präsident Trump, bei dem war ich ewige Zeit felsenfest überzeugt, er sei früher einmal der Ex-Ehemann von Tsa Tsa Gabor gewesen – keine Ahnung warum. +++ “Früherer Ex-Ehemann”, naja. +++ Neulich hatte ich irgendetwas vom 90° geträumt, und zur gleichen Zeit etwa entstand das Foto zu diesem Bild (oben). +++ Verrückte Welt…

 

Überschrift inspired by: Afterburner © ZZ Top, 1985

Überschrift also inspired by: Eve of Destruction © Barry McGuire, 1965

Lyrics: One Day in Your Life © Michael Jackson, 1975

Helmut Kohl (*1930 in Ludwigshafen †2017 in Ludwigshafen), Bundeskanzler der Herzen

Tsa Tsa Gabor (*1917 in Budapest/Österreich-Ungarn †2016 in Los Angeles/USA), Schauspielerin

90 Grad | Dennewitzstraße 37 | Berlin-Tiergarten (1989 – ca. 1999)