Den Wald vor Bäumen / … ein Konsumkritiker räumt einen Fehler ein.

Brutally finnish: Gin-Werbung auf der Karl-Marx-Straße © Kai von Kröcher, 2020

So riecht Neukölln: U-Bhf. Schönleinstraße © Kai von Kröcher, 2020

So riecht Neukölln: U-Bhf. Schönleinstraße © Kai von Kröcher, 2020

So riecht Neukölln: U-Bhf. Schönleinstraße © Kai von Kröcher, 2020

So riecht Neukölln: U-Bhf. Schönleinstraße © Kai von Kröcher, 2020

Nur eine Reflexion: Das alte C&A-Kaufhaus in der Schaufensterscheibe des neuen © Kai von Kröcher, 2020

Rathaus Neukölln: Das Leben ist eine Karl-Marx-Straße © Kai von Kröcher, 2020

 

Die mit dem Kaufhauspunk und hannoveranischem Rock’n’Roll: ihr wählt doch sonst auch immer das Falsche, wenn ihr die Wahl habt. +++ Vielleicht hätte ich mir besser ein Auto gekauft, einen Toyota Corolla vielleicht – davon hätte ich mehr Ahnung gehabt: Aber dass man sich einfach kein Huawei-Handy “holt”, wenn Mann eh schon Apple zu Hause hat – auf diese geile Idee kam ich ganz ohne Quatsch erst gestern am Mittag. Und ein bisschen frustriert dachte ich da so im Stillen: ‘Dir kann man beim Gehen aber auch echt die Schuhe besohlen!’ +++ Andererseits hatte ich mir bei meinem Vertragsabschluss immerhin so gedacht: ‘Wenn ich jetzt schon mit Kinderarbeit d’accord gehe, dann will ich wenigstens nicht immer nur Apple supporten!’ +++ Don’t think twice! +++ Ich dachte immer, der Song sei von Elvis, der konnte ja echt gut singen. Das Original aber ist von Robert Dylan, man lernt nie aus. +++ Apropos: Neulich hatte ich mir mal so eine Liste angesehen, die beliebtesten Vornamen des Jahres 2019. Nicht, dass Otto plötzlich noch so was wie Cindy ist oder Mandy und solche Schosen. Kinder sollten schließlich etwas Besonderes sein. Otto fand sich zu meiner Verwunderung dann trotzdem noch ziemlich weit vorn, nämlich auf Platz 244. Um einiges erstaunlicher aber fand ich dann allerdings: Nur elf Chartplatzierungen dahinter, nämlich auf Rang 255, fand sich mein eigener Name – Kai. Das hat mich dann schon überrascht. Ich dachte, Kai klänge den jungen Leuten mittlerweile vielleicht so im Ohr wie bei uns früher Heinz oder Horst. +++ Aber mitnichten! +++ Horst dürfte meiner Einschätzung nach übrigens das nächste ganz große Ding werden. +++ Ist aber letztlich auch schnuppe, das mit dem Smartphone. Habe bis vorgestern mit meinem hellblauen Nokia TA-1034 gelebt und trotzdem aus Frust nicht gleich die AfD gewählt. Und mit dem neuen Teil will ich nur hin und wieder mal ein Foto bei Instagram reinstellen, das ist nämlich der momentan heißeste Scheiß. Und dass ich beim nächsten Mal nachts in Chemnitz nicht mit einem Falk-Plan herumirre. +++ Hatte ich die Geschichte erzählt, wie ich damals den Bahnhof gesucht habe, weil nachts da ein DJ ankam? Und den Bahnhof gab es in meinem Plan nicht? Da kriegt Mann dann irgendwann doch irgendwie kalte Füße, eine verflixt unangenehme Situation. +++ Handyfotos machen mir keinen Spaß, aber immerhin habe ich endlich jetzt einmal den U-Bahnhof Schönleinstraße fotografiert: der riecht zwar atemberaubend nach Pisse, die Werbeflächen aber sehen seit einem Jahr ganz hervorragend aus… +++ Und nun als Letztes die Frage: Schönleinstraße – riecht der nach Kreuzberg oder Neukölln?

 

Lyrics: Ich möchte nicht, dass ihr meine Lieder singt © Jan Delay, 2001

Don’t Think Twice, It’s All Right © der King, 1971 (Cover)

Absolute Giganten (mit Frank Giering, Antoine Monot, Jr., Florian Lukas u.a.) © Sebastian Schipper (Regie), D 1999

Behind the Frame / Du bist wie ein Bild von Picasso.

Moschee, Skalitzer Straße © Kai von Kröcher, 2019

A church house gin house, school house outhouse on Highway Number Nineteen. +++ “Mit unvoreingenommenem Blick stellt der Künstler formally known as der Künstler not known den Menschen in seinen Fokus.” +++ Apropos: Wie stehen Sie persönlich eigentlich dazu, so am Sonntag oder am Wochenende im Allgemeinen? Sollte ein fünf Monate alter Säugling mit sanftem pädagogischen Druck – sollte der da am Wochenende dazu gebracht werden, spanische Vokabeln zu büffeln? +++ Im Internet bin ich vorhin auf eine B-Seite von Peter Orloff gestoßen, die kannte ich gar nicht. Um ehrlich zu sein, ich hatte auch von der A-Seite, von Baby Dadamda nämlich, noch nie was gehört. Man kann nicht wirklich behaupten, ich sei ein Experte in Peter-Orloff-Fragen. Die B-Seite übrigens heißt Du bist wie ein Bild von Picasso, und ich frage mich selbstverständlich, was könnte damit gemeint sein. Leider ist die Platte bei Youtube gesperrt, auch ist der Text nirgendwo abgedruckt. +++ Ich kann mich erinnern, als ich ein kleines Kind war: So, wie die Leute – in welchem Zusammenhang damals auch immer. Wie ehrfürchtig die Leute von Picasso seinerzeit sprachen, ich habe immer gedacht: ‘Boah, der muss aber echt gut malen können!’ +++ Apropos, wie finden Sie das Foto hier heute eigentlich da oben? Ich habe ein bisschen an den Reglern herumgespielt, das ist offensichtlich. So, wie Tame Impala das bei ihren Aufnahmesessions anscheinend auch immer machen. In Farbe sähe das in etwa so albern aus wie die Fototapete einer Shisha-Bar, naja, in Neukölln. Aber ein tolles Bild: die Moschee am Kottbusser Tor – gesehen, Sie wissen es, aus einem dritten Hinterhof heraus auf der Oranienstraße. +++ Könnte das wohl als Kompliment gemeint sein, dass einer so aussieht wie ein Picasso? +++ Den ersten Teil der Überschrift heute hatte ich mir gestern übrigens ausgedacht, ich kann nicht mal mehr sagen, warum: Behind the Frame – heute dann stolperte ich über den fragwürdigen Picasso, wo ich doch eigentlich nach Reinhard Mey gesucht hatte. Die Wege des Herrn sind unergründlich – und ganz am Ende stellt sich im Internet plötzlich heraus, es gibt tatsächlich einen Song Behind the Frame, und zwar von der Gruppe VOJD, die ich nicht kennen möchte.

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Überschrift inspired by: Behind the Frame © VOJD, 2017

Überschrift also inspired by: Du bist wie ein Bild von Picasso © Peter Orloff, 1969

Lyrics: Nutbush City Limits © Ike & Tina Turner, 1973

Let It Happen © Tame Impala, 2015