Tyrannei wagen / Das große Silvesterfeuerwerk mit Kurt Wallander und anderen alten Häusern.

PARIS/TEXAS, 6. JANUAR 2002 © Kai von Kröcher, 2002

Den dicken Walfisch kennengelernt hatte der kleine Otto irgendwann in der dritten Septemberwoche des ausklingenden Jahres. Er stand am Panoramafenster der Geburtenstation und blickte misstrauisch auf eine merkwürdig anmutende Welt da draußen, in die ihn die Werdende und unser hochehrwürdiger Bloggerpapst hier hineingeboren hatten. Direkt vor ihm erstreckte sich der Kreuzberger Urbanhafen, und darin schwamm – alles und nichts war für den kleinen Otto in seinen ersten Tagen auf dem Blauen Planeten irgendwie kaum zu glauben. Im Urbanhafen jedenfalls schwamm in just diesem Moment der dicke Walfisch und grüßte hinauf. Hinauf zu unserem kleinen Otto. Wenn er mal groß sei, wollte er wissen – wenn er mal groß sei, ob er ihn, den dicken Walfisch, ob er ihn dann vielleicht einmal auf einer seiner abenteuerlichen Reisen über die sieben Weltmeere begleiten wolle. Otto könne auf seinem Rücken reiten und Ausschau halten nach den unentdeckten Paradiesen der Südsee. Und wenn ihm zu warm würde, dann würde der dicke Walfisch ihn einfach mit einer Dusche erfrischen. +++ Und so kam es, dass Otto mit zweieinhalb Wochen auf dem Rücken des dicken Walfischs einmal die ganze Welt umrundete. Am Wolfgangsee trafen sie Helmut Kohl, der sich in die kleinen Füßchen vom kleinen Otto verguckte. Der Bundeskanzler folgte den beiden bis nach Berlin, weiterhin vom fixen Gedanken besessen, Ottos Füßchen nach Pfälzer Art aufzuessen. Und hier setzen wir unsere Geschichte fort. +++ Bundeskanzler Helmut Kohl: “Lieber Herr dicker Walfisch, wann lassen Sie mich endlich die Füßchen vom kleinen Otto aufessen?!” Kommissar Wallander kommt um die Ecke: “Hey.” Alle: “Hey!” Dicker Walfisch: “Wenn jemand die Füßchen vom kleinen Otto aufessen darf, dann ist es selbstredend der Papa!” Hier betritt Ursula Strauss die Szenerie. Ursula Strauss: “Der Poppa … – der’s eh suppa!” +++ Der kleine Otto lehrt mich zurzeit, verantwortungsvoll mit dem kostbaren Gut Zeit umzugehen. Dafür bin ich ihm dankbar. Habe ich früher oft Wochen verdaddelt und dann wurde es draußen bereits wieder dunkel. Jetzt jedenfalls nutze ich jede freiwerdende Stunde, denn auch Claus Hipp will von irgendwas leben! +++ Die vergangenen Tage setzte ich mich daran, meine Webseite zu erweitern. Normalerweise bin ich kein Freund von Demokratie in der Kunst, das sage ich Ihnen gleich! Ich stelle gern vor vollendete Tatsachen. Den Senf von jedem Dahergelaufenen brauche ich nicht. Normalerweise nicht. Aber heute bin ich mir doch mal ein klein bisschen unsicher: Ist das mittlerweile viel Kraut & Rüben, da auf der Seite? Ist weniger auch in diesem Fall mehr? +++ Besuchen Sie die Seite gerne mal wieder, die Anschrift lautet kaivonkroecher.de – unter “Portfolio” finden Sie viele gesammelte Werke. +++ Zum Beispiel heute das Bild da oben: das habe ich gestern aus alten Negativen zusammengeschustert, als Otto mit seiner Mama on the Road war. +++ Aber ist das okay?

Walk out to Winter / Drink to me, drink to my Health.

WINTERLANDSCHAFT © Kai von Kröcher, 2018

The grand old painter died last night, his paintings on the wall. +++ Der Sommer ist vorbei.

 

Überschrift einmal mehr inspiriert durch: Walk Out To Winter © Aztec Camera, 1983

Überschrift außerdem wieder einmal inspiriert durch: Picasso’s Last Words © Wings, 1973

Lyrics: Picasso’s Last Words © Wings, 1973

Der Sommer ist noch lang © Bosse, 2009

Dream it, don’t be it / The Art of Pretending to Swim.

A ROOM WITH A VIEW © Kai von Kröcher, 2018

Kann nichts sagen, Angst / Deutschland total kaputt / Kindheit: Vatter Pils, Mutter Putzen. +++ Oder so, keine Ahnung. +++ Das Bild heute – weil, ich habe mir ja vorgenommen, hier keine Babyfotos mehr posten zu wollen. +++ “Mögen hätten wir schon wollen, aber trauen haben wir uns nicht dürfen”: in den 70ern hing das als Poster aus dem Musäum in München in meinem Zimmer. +++ Wie auch immer – jedenfalls ist das heute hier endlich mal wieder ein Blick aus dem Urbankrankenhaus, Geburtenabteilung: Ottos Zimmer, damals vor einer Woche. +++ Mähr wollte ich gar nicht sagen.

 

Überschrift in diesem Fall inspiriert durch: Rose Tint My World © Richard O’Brien/Rocky Horror, 1974

Überschrift außerdem inspiriert durch: The Art of Pretending to Swim © Villagers, 2018

Bildunterschrift: A Room With a View © James Ivory (Regie), UK 1985

Lyrics: Grönemeyer kann nicht tanzen © Wiglaf Droste & Bela B., 1989

Mögen hätten wir schon wollen, aber trauen haben wir uns nicht dürfen © Karl Valentin

Valentin-Karlstadt-Musäum | Im Tal 50 | 80331 München