Lobeck den Herrn / You give me Pale Shelter.

Raum für Kunst Lobeckstraße: Friends, Freaks, Family (feat. Steve Morell, Anja Caspary) © Kai Heimberg, 2021

 

… und dann geh‘ ich nochmal den Kurfürstendamm entlang, am ersten Sonntag nach dem Weltuntergang. +++ Manchmal setzen wir uns spontan in den 29er Bus, Otto und ich – Panoramablick oben, vorderste Reihe, wie Delfine es tun. Kurfürstendamm steigen wir aus, mein Sohn führt mich dann „zu den Vögeln“, wie wir dazu sagen: Hinter dem Café Kranzler selig haben sich zwei Volieren mit allerlei exotischen Papageienarten versteckt, wie man als Laie stoisch behaupten möchte. Finken oder so sind das, ich vergesse es jedes Mal – eigentlich aber kommen wir wegen des Pfaus. +++ Zu Otto sage ich immer: „Hier ein Bett aufstellen und dem Schrei des Pfaus lauschen – und in drei Minuten wäre ich eingeschlafen!“ +++ Ja, ist denn schon wieder Black Friday, ich flipp‘ aus?! Soll ja auch Schnee geben – der Sonne ist es egal, ob wir Grünkernbratlinge essen. +++ Worauf ich hinaus will: Am Freitag eröffnet Kai Heimberg seine großformatige Foto-Ausstellung im Schaufenster Lobeckstraße, das ist um die Ecke vom Ritter Butzke. Dazu an den Decks eine Stimme, die ich in meinem Leben dann und wann gern gegessen hätte: radioeins-Musikchefin Anja Caspary, check it out, das kann man mal bringen. Support weiter erhält Kai vom bleichen Steve – Kreuzbergs wohl meistbeschäftigten Topmodel nämlich, Steve Morell. +++ Okay. +++ Jedenfalls, mit der Kindererziehung, das machen wir ja eher so Pi mal Daumen. Statt nach Ratgeber der Zeitschrift Eltern. Und neulich, am Kurfürstendamm, da grinste mein innerer Schweinehund breit vor Stolz, als ich mit Otto nämlich – wir kamen gerade von den besagten Vögeln. Da schlenderten wir an diesem nagelneuen M&M-Megastore über zwei Häuser und vier Stockwerke vorbei. Und mein Sohn zeigte sich vollkommen unbeeindruckt vom überdosierten Konsum- und Schokoterror in kreischenden Farben. Meistens, wenn wir in der Gegend sind, setzen wir uns in den Eiermann-Bau der Gedächtniskirche, nur so zum Wegdriften. Diesmal fand zufällig gerade eine Chorprobe mit Streichern statt, und während Besucher kamen und gingen, saß Otto geduldig gebannt in Violine, Cello und Bariton. Als die Probe beendet war, fragte ich ihn, ob er schon mal so etwas Schönes gehört habe. +++ Das war jetzt ein Cliffhänger, vehement sagte er: „Nein!“ +++ EILMELDUNG: DIE AUSSTELLUNG FINDET NACH 2G+ STATT!

 

 

Überschrift inspired by: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren © Joachim Neander, 1680

Überschrift also inspired by: Pale Shelter (You Don’t Give Me Love) © Tears for Fears, 1982

Lyrics: Am ersten Sonntag nach dem Weltuntergang © Element of Crime, 2018

‚Heroes‘ © David Bowie, 1977

Renate von Storch, geborene Herzogin von Oldenburg (* 27. Mai 1971 in Lübeck), dt. Nationalsozialistin und Philosophin

Pale Music International | Record Label | Böckhstraße 14 | 10967 Berlin

M&M Megastore | Kurfürstendamm 13 | 10719 Berlin

Schaufenster / Raum für Kunst | Lobeckstraße 30 – 35 | 10969  Berlin

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche | Architekt: Franz Schwechten, Architekt Neubau: Egon Eiermann | 10789 Berlin

TVC fofftein / Strafe der Romantik.

Wenn’s astrein werden soll: Halensee mit Bauhaus und Heizkraftwerk Wilmersdorf © Kai von Kröcher, 2020

 

Autuum is here and they’re burning the heather. +++ „Neues Heidekraut“ heißt dann wohl ganz profan Heather Nova, fiel mir auf dem Weg neulich zur Kita ein. +++ Ohne Quatsch arbeite ich gerade an einem Bild, dem habe ich ein Textzitat der Pet Shop Boys zugrunde gelegt. Ein zugegeben spontan relativ schöner Song. Das Bild selbst allerdings – trotz größter Sorgfalt – scheint mir doch ein schönes Stück Flickwerk zu werden. Sagt man das so? Schönes Stück Flickwerk? +++ Fühlen auch Sie sich dann und wann instrumentalisiert? +++ Heute jedenfalls habe ich oben für Sie schon mal einen winzigen Ausschnitt daraus, äh, haben wir da oben schon mal eines von etwa 270 Einzelbildern, falls Sie verstehen. +++ Aber das Gesamtwerk passt hinten und vorne nicht, falls Sie ebenfalls verstehen. +++ Sieht bisher scheiße aus. +++ Dafür der Lichtblick heute am Morgen: Auf dem Wege vom Bäcker nach Hause, ein trüber Novembertag mitten im kalten Dezember. Kein Mensch auf der Straße, dafür Geldscheine auf dem Gehweg zu meinen Füßen. Bisher hatte ich nur immer verloren, niemals gefunden. Hätte man schön einen von saufen gehen können, wären die Kneipen zurzeit nicht geschlossen. +++ Womit wir bei meinen Geschenktipps für die diesjährige Quarantäne-Weihnacht wären: Die tolle Hörbuch-Edition von Volker Hauptvogels autobiografisch inspiriertem Roman Fleischers Blues zum Beispiel will ich seit Jahren schon kurz vor dem Fest jedes Mal immer empfehlen. Zeitreise in das West-Berlin der Spätsiebzigerjahre, bei der Deutschen Grammophon seinerzeit veröffentlicht und authentisch gelesen, wenn es so etwas gibt – authentisch gelesen von Guntbert Warns. +++ Der einzige Schock allerdings, sofern man zufällig mit dem Thin White Duke sozialisiert worden ist, da stockt einem schon kurz der Atem. Regie und Autor waren beim Einlesen in diesem Moment wohl gerade Kaffee holen, und der Toningenieur hat früher immer George Benson gehört. Da geht es jedenfalls, wenn ich mich richtig erinnere. Da geht es um das David-Bowie-Konzert ’76 in der Deutschlandhalle, und Warns kündigt den nächsten Song mit TVC Fifteen an. +++ Alter Gevatter! +++ Nicht-Insider verstehen allerdings gerade nur Bahnhof und ansonsten ist eh alles super – noch immer ein toller Roman! +++ Ebenfalls gut zu verschenken natürlich: Carte postale, die pressfrische Vinyl-Single von Interhotel (B-Seite: Fatigue de l’été). +++ Müssen Sie selber alles mal googeln, wenn Sie noch auf der Suche nach dem besonderen Geschenk sind – mir läuft gerade die Zeit davon…

 

Überschrift inspired by: TVC 15 © David Bowie, 1976

Überschrift also inspired by: Straße der Romantik © Kai von Kröcher, 2020

Bildunterschrift inspired by: „Wenn’s gut werden soll“ (Werbeslogan) © Bauhaus, 2016 (?)

Lyrics: Burning the Heather © Pet Shop Boys, 2019

Walk This World © Heather Nova, 1995

Fleischers Blues (Hörbuch, gelesen von Guntbert Warns; Regie: Diethard Küster) © Volker Hauptvogel (Romanvorlage), 2016

On Broadway © George Benson, 1978

Carte Postale © Interhotel, 2020

An occasional Dream / Ein Mann will nach unten.

Kaufhausbilder: Kaufhaus des Westens © Kai von Kröcher, 2019

Kurfürstendamm, Vorweihnachtszeit © Kai von Kröcher, 2019

 

Pictures of matchstick men and you. +++ Ich wollte kurz an die Weihnachtsverlosung erinnern – vielleicht sind Sie allerdings ein Banause und denken: „Was soll ich mit so’n blödes Bild?!“ Sie könnten es natürlich einfach irgendeinem zu Weihnachten schenken – statt immer nur einer Flasche Wilthener Goldkrone. +++ Wer jedenfalls bei der diesjährigen Weihnachtsverlosung mitmachen möchte, der checke bitte mal das hier: https://kaivonkroecher.de/dont-ask-me-questions-das-ultimative-weihnachtspreisausschreiben-2019 +++ Da sehen Sie dann natürlich auch, was es überhaupt zu gewinnen gibt. +++ Die Bilder heute, da war ich erst oben im KaDeWe: Wenn ich mir diesen 90er-Jahre-Dachausbau ansehe – gut, von unten von der Straße sieht der dann noch viel kackiger aus. +++ Gerade, als ich das Foto gemacht hatte und ein bisschen versunken an meiner Heißen Schokolade nuckelte, da kam eine Trulla und legte sich an den Treppenstufen in der Bildmitte mit ihrem vollen Tablett voll auf die Klappe. +++ Kann man nichts machen, hat auch keiner geholfen. +++ Das zweite Bild zeigt dann den Kurfürstendamm ein Stück weit in westlicher Richtung, Höhe Schlüterstraße vielleicht. +++ Björn „the Hörn“ Höckes Medienanwalt schreibt, mein letzter Post habe den Björn emotionalisiert – das tut mir sehr leid…

 

Überschrift inspired by: An Occasional Dream © David Bowie, 1969

Überschrift also inspired by: Ein Mann will nach oben (Roman) © Hans Fallada, 1941 (Manuskript)

Lyrics: Pictures of Matchstick Men © Status Quo, 1968

Björn „the Hörn“ Höcke (*1972 in Lünen, Nordrhein-Westfalen)