Dum Dum Boys / Wunder gibt es immer wieder.

Fiktive Postkarten: Berlin-Friedrichshain © Kai von Kröcher, 2024

 

Dann hab ich angefang‘, ihm vorzulesen. +++ Vielleicht haben Sie innerlich den Kopf geschüttelt und kurz gedacht, was hat er denn jetzt schon wieder?! Was regt er sich denn so auf, der sollte langsam mal wieder runterkommen! +++ Die Sache mit Litti, das hatte mich echt richtig geärgert – wie ein Abschreiber, ein Scharlatan stand ich da! Dabei hatte ich sogar noch fünf Minuten vor denen auf Facebook gepostet. Aber jetzt wollen wir uns alle mal wieder beruhigen, ist ja nur Social Media! +++ „Nur“ ist gut. +++ Der Song oben von Betterov, seit der draußen ist: Jedesmal denke ich, diesmal nicht. Diesmal kriege ich keinen Kloß im Hals, diesmal habe ich nicht nah am Wasser gebaut. Und dann habe ich doch wieder nah am Wasser gebaut und einen amtlichen Kloß im Hals. Ich weiß nicht. Irgendeiner hatte bei Youtube kommentiert, der Song sei erbärmlicher Mist, er selbst (der Kommentarschreiber/Anm.d.Red.) sei, ich hab es vergessen. Er selbst lese ja nur Flaubert oder so. Oder Proust, was weiß ich. +++ Übrigens, wissen Sie eigentlich, warum Katja Ebstein Katja Ebstein heißt? Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges war sie in Niederschlesien als Karin Ilse Überall geboren worden, genau genommen am 9. März 1945. Da möchte ich, ehrlich gesagt, aber nicht mit den Eltern getauscht haben. Aufgewachsen ist sie dann im Berliner Bezirk Reinickendorf in der Epensteinstraße, jetzt müsste es klingeln. Mit dem US-amerikanischen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat das alles also überhaupt nichts zu tun. Kein Grund also, dass ich hier flapsige, hirnlose Witze reiße – das überlassen wir lieber den Dummen!

 

Überschrift inspired by: Dum Dum Boys © Iggy Pop, 1977

Überschrift also inspired by: Wunder gibt es immer wieder © Katja Ebstein, 1970

Lyrics: Papa fuhr immer einen großen LKW © Betterov, 2025

Limelight / Elf Freunde müsst ihr sein.

Fiktive Postkarten: The Best Windy Pouches In Town © Kai von Kröcher, 2026

 

Theater, Theater, der Vorhang geht auf, dann wird die Bühne zur Welt. +++ Das darf doch wohl alles nicht wahr sein – mir unbegreiflich: Kaum hatte ich gestern meine investigative Hintergrundgeschichte zu „Litti“ auf Facebook verlinkt, da posteten auch schon 11FREUNDE eine Meldung auf Facebook zu ihm. Ehrlich gesagt, war ich regelrecht etwas geschockt. Als hätte ich bei 11FREUNDE abgeschrieben, das mag ich nicht auf mir sitzen lassen. +++ Ganz davon ab: Was wusste Katja Ebstein – und was wusste sie nicht? +++ Ich habe dann schnell mal nachgeschaut: Bei meinem Facebook-Post hieß es da „vor 40 min“, bei den 11 Freunden „vor 35 min“. Wenn man also noch meine ausführliche Recherche zugrunde legt, ich war nämlich einen Tag zuvor zufällig schon auf Littbarski gestoßen. Und wenn sich meine Texte vielleicht auch anhören wie kurz einmal ausgerotzt, so steckt doch akribische Arbeit darin. +++ Das nur zu meiner Erklärung, weil – dieser Schock hatte mich doch extrem frustriert. +++ Als hätte man gerade einen Impfstoff entwickelt gegen, sagen wir mal, Covid-19, genau. Und dann tritt da so ein Experte ans Podium und sagt, trinken Sie doch einfach Sagrotan! +++ So sieht’s mal aus. +++ Bevor ich’s vergesse: Die Meldung zu Litti gestern besagt, in Köln wird es wohl ein Theaterstück über Littbarskis Leben geben, in dem spielt er selbst alle Rollen – ob auch den Balljungen bei DDR gegen Chile, kann ich nicht sagen.

 

Überschrift inspired by: Limelight (Rampenlicht, Melodram) © Charlie Chaplin (Drehbuch, Musik, Regie), USA 1952

Überschrift also inspired by: Elf Freunde müsst ihr sein (Jugendbuch) © Sammy Drechsel, 1955

Lyrics: Theater © Katja Ebstein, 1980

11FREUNDE – Magazin für Fußballkultur, Berlin (gegr. 2000) 

Katja Ebstein (* 9. März in Gierlachsberg, Provinz Schlesien als Karin Ilse Witkiewicz), dt. Schlagersängerin

Café Obergfell | Alt-Lichtenrade 140 | 12309 Berlin

Band on the Run / All You Need Is Less.

Real existierendes Vinyl: Band on the Run © Clive Arrowsmith/Wings, 1973

 

Ich brauch‘ nicht viel, mir reicht die Stille. +++ Haha, und das fiel mir erst vorgestern auf: Um ein paar Ecken gedacht, erinnert das neue Interhotel-Plattencover natürlich an Band on the Run von den Wings! Und natürlich liegt es mir fern, Ihre Gefühle zu verletzen – aber Linda McCartney war mir irgendwie immer sympathischer als Yoko. +++ In letzter Zeit zum Beispiel frage ich mich oft, wie viel Wasser allein wohl in Deutschland pro Jahr so fürs Eierabschrecken verbraucht wird. Und ist Katja Ebstein tatsächlich die Tochter aus erster Ehe Brian Epsteins? +++ Was mir vorher übrigens auch nie aufgefallen war: So ähnlich wie welche Straße aus dem Beatles-Universum heißt der Bassist, Keyboarder, Sänger und Gitarrist der Wings, Denny Laine? a) Milchstraße b) Abbey Road c) Penny Lane? Die richtige Antwort bitte auf eine ausreichend frankierte Postkarte an: „Ihr seid solche Fucker | Kennwort ‚Pablo Honey‘ | Postfach | 1000 Berlin 61“. +++ Zu gewinnen gibt es diesmal ein 2-Gänge-Menü für 1 Person in dem Restaurant Mädchen ohne Abitur in der Körtestraße. +++ Den Song, dessen Lyrics den heutigen Post einläuten, den hatte ich neulich im Hintergrund nebenbei bei FluxFM zufällig gehört. Ich spitzte die Ohren, legte den Bleistift zur Seite – und dachte: ‚Hä, ist das ’ne Radiohead-Coverversion?‘ Irgendwie nicht, ich kam nicht dahinter. Klang aber nicht schlecht, ab und zu muss man einfach auch mal die Rundfunkstation wechseln! +++ Auf Youtube übrigens gibt es auch eine Doku über die Entstehung von Band on the Run, die ist interessant. Anscheinend komplettes Chaos: Kurz vorher sind Schlagzeuger und Gitarrist aus der Band ausgestiegen, die Aufnahmen fanden dann in einem unfertigen Studio in Nigeria während des Monsuns statt. Linda und Paul wurden irgendwann auf dem Weg aus dem Studio ausgeraubt, fertige Texte und Tapes – alles geklaut. Das Coverfoto übrigens war Lindas Idee, der Fotograf erzählt, er habe versehentlich einen Tageslicht-Film eingelegt, weshalb das Ganze einen Gelbstich bekam. Paul habe gesagt: „Hey, seht euch die Farben an – toller Effekt!“ +++ Den Anstoß zu dem Song Picasso’s Last Words (Drink to Me) aber hatte Dustin Hoffman gegeben. Die saßen (McCartney und Hoffman/Anm.d.Red.) in Montego Bay beim Essen beisammen, und Hoffman hatte nicht glauben wollen, dass Paul wirklich Songs über alles schreiben kann. Hoffman nahm eine Zeitung, tippte blindlings mit dem Finger hinein und traf zufällig die Zeile mit den letzten Worten Picassos. +++ Das Sachbuch aus der Überschrift hatte vorgestern in einem Schaufenster mit Kinderschuhen in der Körtestraße gelegen, da schließt sich der Kreis – und auf dem Album-Cover (oben) sieht man übrigens auch Christopher Lee…

 

Überschrift inspired by: Band on the Run © Wings, 1973

Überschrift also inspired by: All You Need Is Less (wachstumskritischer Ratgeber, oekom) © Manfred Folkers/Niko Paech, 2020

Überschrift also inspired by: All You Need Is Love © The Beatles, 1967

Lyrics: Letzte Kippe © Mola & BABYJOY, 2023

Katja Ebstein (* 9. März 1945 als Karin Ilse Witkiewicz in Girlachsdorf in Niederschlesien, heute Gilów/Polen), dt. Sängerin und Schauspielerin, aufgewachsen in der Epensteinstraße in Berlin-Reinickendorf

Creep © Radiohead, 1993

Pablo Picasso (* 25 October 1881 in Málaga, Spanien; † 8 April 1973 in Mougins, Frankreich), span. Künstler

Christopher Lee (* 27. Mai 1922 in London; † 7. Juni 2015 ebenda), brit. Sänger und Schauspieler, bekannt besonders für seine Rolle als Dracula