Memento meno / Das Bildnis der Amalie Zuckerkandl.

Fiktive Postkarten: Berlin Skyline (Warschauer Brücke) © Kai von Kröcher, 2026

 

Dein Arzt hat gesagt es ist okay, aber alles tut weh. +++ Nee, das seien dann wohl die Wechseljahre, hatte die Ärztin gemeint. Mit einem Augenzwinkern, weil ich doch immer so müde bin – dann aber doch irgendwie ernst gemeint. +++ Komisch, von Bosse gibt es ja ein paar Lieder, die finde ich ziemlich gut. Und dann eine gar nicht so unerhebliche Anzahl, die sind fast schon zum Fremdschämen. +++ Denken Sie eigentlich manchmal über das Leben nach? Die Jelbi-Mobilitätsstation, zum Beispiel? Ich für mein‘ Teil denke oft an Ulf Poschardt. +++ Okay, letztes Namedropping für heute: Grüße gehen raus an den Fotografen, Kupferstecher und jungschen Hund Carsten Klindt – picture this, Carsten Klindt! +++ Die Ansichtskarte (oben) heute mal ohne den obligatorischen weißen Rand – ist legitim! Üblicherweise führt mich der Schulweg von Kreuzberg nach Friedrichshain früh morgens mit meinem Sohn immer hier über die Brücke. Vielleicht liegt die Müdigkeit einfach auch daran, dass ich jetzt immer in grauer Vorzeit aufstehen muss. +++ Demnächst übrigens werde ich mal eine Frage an die Schwarm-Intelligenz da draußen hier posten – nur, dass es Sie nicht kalt erwischt!

 

Überschrift inspired by: Don’t Fear the Reaper © Blue Oyster Cult, 1976

Überschrift also inspired by: Bildnis der Amalie Zuckerkandl (Gemälde, unvollendet) © Gustav Klimt, ca. 1914

Lyrics: 3 Millionen © Bosse, 2009

Warschau, die Stadt © Fee Reega, 2014

Ulf Poschardt (* 25. März 1967 in Nürnberg), dt. Punk und Journalist

Picture This © Blondie, 1978

 

Isolation und Inspiration / The Loneliness of a Handheld Vacuum Cleaner.

Zitrone I: Bedenke, dass du sterblich bist © Kai von Kröcher, 2003

Zitrone II: Bedenke, dass du sterblich bist © Kai von Kröcher, 2003

 

In a hotel bar near Warsaw Street where I did walk away from thee. +++ Puh, hatten Sie schon einmal Mitleid mit Dieter Nuhr?! +++ Ich meine, so richtig?! +++ Hier ein paar alte Dias (oben), die sind aus dem Jahr 2003 – analoge Zeiten, meine Küche am Fraenkelufer im dritten Stock. Das war damals im Winter, das weiß ich noch ganz genau. +++ Der Dieter, ich fass‘ es ja echt nicht. +++ Aber okay. +++ Die Überschrift heute, der erste Teil – den würde ich halb deutsch, halb englisch aussprechen: „Isolation und“ (deutsch) „inspiration“ (englisch). Von der Schreibweise egal, vom Klang her viel besser. +++ Die hatte darauf anspielen sollen, dass trotz (oder halt wegen). Dass in der Corona-Krise die Schaffenskraft andere Wege einschlägt. Mein alter Freund und Kumpan, die Fotos sah ich gestern bei Facebook. Mein alter Freund und Kumpan Manzur Kargar, nur mal als Beispiel: Eine Ausstellungseröffnung ohne Besucher in der Wüste von Kalifornien. Kurz bevor die Grenzen seinerzeit dichtmachten, war er dort hin. Angefangen zu malen, neue Serie für die Galerie des Ortes Palm Desert. Jetzt, am ersten Mai, die Eröffnung. +++ Living in a Ghost Town. +++ Otto hat neulich das Staubsaugen für sich entdeckt. Die anfängliche Furcht vor meinem Handstaubsauger von Rossmann ist nach und nach einer kritiklosen Technikbegeisterung gewichen. Seitdem steht er morgens jetzt immer auf, während ich mich um Mitleid flehend in die Kissen drücke. Sprechen kann er ja noch nicht wirklich, doch weist er mich jetzt immer auf Staubflusen hin – und auf Haare vom Papa, die auf dem Fußboden ihr Dasein fristen. Dann gehen wir los, holen gemeinsam den Staubsauger, dann legt er los: Ein sechszehneinhalbmonatiger Knirps, der einem den Haushalt führt – das glaubt Ihnen kein Mensch! +++ Keine Ahnung, ob das auch eine der bezaubernden Nebenerscheinungen des Shutdowns war, aber Otto und ich beobachteten neulich – da hatte es angefangen, ein bisschen aus Eimern zu schütten, und wir waren unter einem Baum stehengeblieben. Keine fünfzig Meter vom Krankenhaus – und keine hundert von uns’rem Zuhause. Da entdeckten wir einen Specht, der klopfte in aller Seelen Ruhe einen der anderen Bäume am Ufer dort ab. Tock, tock, tock. Ich habe, glaube ich, in echt noch nie einen richtigen Specht gesehen. Vielleicht aber doch, man vergisst ja so viel. Otto jedenfalls fand den höchst interessant. Und warum dem nicht der Schädel brummt – was für ein Wunder der Schöpfung schon wieder! +++ Sagt man das so: „Schöpfung“?

 

Überschrift inspired by: Isolation © Joy Division, 1980

Überschrift also inspired by: The Loneliness of the Long-Distance Runner (Erzählung) © Alan Sillitoe, 1959

Lyrics: Warsaw Street © Lea Porcelain, 2016

Manzur Kargar | PANDEMIC | Galerie Hohmann | 44651 Village Ct Suite 142 | Palm Desert | CA 92260

Living In A Ghost Town © The Rolling Stones, 2020

Unser Lehrer Doktor Specht (Familienserie mit Robert Atzorn) © ZDF, D 1991 – 1999