One and one is one / Warum kann ich Montage nicht leiden.

Fiktive Postkarten: Nollendorfplatz © Kai von Kröcher, 2026

 

Mathematik und Gefühle muss man voneinander trennen. +++ Das Bild heute, das fällt vielleicht erst beim zweiten Hinsehen auf. Die Postkarte jedenfalls bricht mit liebgewordenen Gewohnheiten. Grandit amoureux = liebgeworden. Wenn man genauer hinsieht, habe ich dafür zwei Fotos zu einem zusammengefügt, das Format ist etwas breiter. +++ Lieder über das Rechnen gibt es anscheinend nicht viele. Das aus der Überschrift (links) hat es sogar in meinen Soundtrack des Lebens geschafft, Kapitel Kindheit – wenngleich auch die Gleichung nicht aufgeht. +++ Wie Sie wissen, sind Photoshop und ich nicht so ganz dicke Freunde. Von daher habe ich mich für den unperfekten Weg entschieden und die zwei Ausgangsbilder auf die grobe Art zusammengehackt. +++ Weder Collage noch Montage, irgendetwas dazwischen. +++ Collage war eher Kunst, Montage mehr Handwerk, einfach gesagt, glaube ich. Sofort muss ich dabei an den Kunstunterricht denken, John Heartfield und so. Im Kopf vermenge ich komischerweise jedesmal Pearl Jam und James Hetfield mit Metallica und Jan Fedder. +++ Eddie Vedder, besser gesagt – Jan Fedder war der Bulle mit Herz aus dem Großstadtrevier. +++ Bei dem Song I Don’t Like Mondays stellt sich dann übrigens auch gleich die Frage nach dem Soundtrack: Eine verklärte Erinnerung daran, wie ich ’79 das erste Mal in West-Berlin war und zu Andy Dirt sagte, wäre I Don’t Like Mondays nicht von den Boomtown Rats, sondern von Abba, würden wir es doof finden. Und bei dem Gedanken daran stellt sich sogleich das spezifische Berlin-79-Feeling ein: Mauer und Braunkohlegeruch, Kaba (Erdbeergeschmack). Gehört also definitiv in den Soundtrack meines Lebens. Auch wenn ich den Text, das muss ich als Gutmensch und Vater aus heutiger Sicht, ehrlich gesagt, sagen, empathielos auf eine Art finde …

 

Überschrift inspired by: One and One Is One © Medicine Head, 1973

Überschrift also inspired by: I Don’t Like Mondays © The Boomtown Rats, 1979

Zitat aus: Die Gleichung ihres Lebens (Le Théorème de Marguerite – mit Ella Rumpf u.a.) © Anna Novion (Regie), F/CH 2023

Großstadtrevier – Fernsehserie nach einer Idee von Jürgen Roland © Studio Hamburg/ARD, D seit 1986

Fiktive Postkarte: Scherenschnitt mit Alfred Hitchcock am U-Bhf. Nollendorfplatz, Berlin-Schöneberg © Kai von Kröcher, 2026 

Behind the Clapperboard / Warum ich.

Oktober November: Martin Gschlacht – 4. Drehtag, Potsdamer Platz 1 (Restaurant Essenza) © Kai von Kröcher, 2012

 

A man in the dark in a picture frame, so mystic and soulful. +++ Vorgestern schaute ich mir dann noch einige Videos von Harry Borden und seinem Sohn an, so dass mich ganz schlagartig die schleichende Angst überkam, ich sei nun womöglich unheilbar internetabhängig. +++ Sowieso süchtig, sah ich mir später auch noch die erste Folge einer Mini-Serie namens Warum ich? in der ARD-Mediathek an. Wurde im Vorfeld ja hochgelobt – und wirklich sah das echt gut aus, das war jetzt nicht Großstadtrevier! Charly Hübner als Schlagersänger, irgendwo am tiefsten Punkt seiner Karriere angekommen, der das in Würde zu meistern versucht. Charly Hübner würde bestimmt niemals auf Kosten derer am Boden spielen, von daher mit gutem Gewissen recht amüsant. +++ Okay, und hier versuchen jetzt zwei Erzählstränge ineinander zu fließen. Dass ich nämlich selbst auch gern einmal Fotografen-Geschichten wie Harry Borden erzählen würde, und zum anderen: der Kameramann der Serie Warum ich? heißt Martin Gschlacht. In diesem Falle ein dankbarer Elfmeter für mich: Martin Gschlacht nämlich hatte ich kennenlernen dürfen während der Dreharbeiten zu Götz Spielmanns Kinodrama Oktober November, das zum überwiegenden Teil zwar in Österreich spielt, dessen Geschichte aber, wenn ich mich recht erinnere, hier in Berlin beginnt. +++ Zu Martin Gschlacht kann ich dann allerdings gar nicht viel sagen, außer, dass er immer sehr konzentriert und eher zurückhaltend war. +++ Das war’s dann also für heute, doch die Geschichte ist damit natürlich noch längst nicht zu Ende – die Fortsetzung birgt durchaus Zündstoff!

 

Überschrift inspired by: Behind the Clapperboard – Facebook-Gruppe mit Fotos von hinter den Kulissen beim Filmdreh

Überschrift also inspired by: Warum ich? (6-teilige TV-Serie) © David Schalko (Drehbuch/Regie), AT 2024

Lyrics: Vienna © Ultravox, 1981

Harry Borden (* 1965 in New York City), engl. Fotograf

Oktober November (Drama mit Ursula Strauss, Nora von Waldstätten u.a.) © Götz Spielmann (Drehbuch/Regie), AT 2013