Cindy Incidentswert / Home again across the sea.

Deep Fuck Records: Cindy Incidentswert – Self-titled (Ariola) © Kai von Kröcher, 2014/2022

 

He blew his mind out in a car, he didn’t notice that the lights had changed. +++ Neues Jahr, neues Vinyl: Cindy Incidentswert melden sich lautstark zurück. +++ Ein rhetorischer Kniff allerfeinster Güte übrigens, sein Nachfolgealbum Self-titled zu nennen! +++ 😉 +++ Seit letztem Sommer spiele ich mit dem Gedanken, Ihnen von einer verzwickten Lose-lose-Situation eines Spätgebärenden im modernen Straßenverkehr zu erzählen. +++ Rod Stewart ist mittlerweile ein erfolgreicher Solokünstler. (Wikipedia)

 

Überschrift inspired by: Cindy Incidentially © Faces, 1973

Überschrift also inspired by: Sailing © Rod Stewart, 1975 (Cover)

Lyrics: A Day in the Life © The Beatles, 1967

Mit dir leben © Costa Cordalis, 1976 (Sailing, dt. Cover)

Bluescreen, Baby / Dieses ewige Yeah Yeah Yeah.

She’s Got A Ticket To Ride: Aliens incognito (No. 1867/Ostbahnhof) © Kai von Kröcher, 2019

 

I saw the photograph, he blew his mind out in a car. +++ Im Bus vorhin dachte ich längere Zeit darüber nach, ob es die Beatles noch gab, als meine musikalische Erinnerung aktiv einsetzt. Love Me Do beispielsweise haben wir an Weihnachten immer rauf und runter gehört – als 7″-Single auf dem kleinen Mono-Plattenspieler meiner Schwester von Philips, auf jeden Fall müsste das vor 1970 gewesen sein. +++ Gestern habe ich mir den Schreck meines Lebens gegönnt: Ich hatte Otto von der Kita abgeholt. Ein Weg, den wir fast in- und fast auswendig kennen. An der Fontanepromenade biegen wir meistens ab, da gibt es einen kleinen Fußgängerüberweg, allerdings auch eine Art Labyrinth aus Wegen und Büschen. Der Sohn trug eine rote Strickjacke, und im Augenwinkel raste er auf seinem Laufrad an mir vorbei um die Ecke. +++ Was ich gestern sagte, so von wegen, ich würde das Bild gerne in Lebensgröße einmal vor mir sehen: Einen Probeprint etwas kleiner habe ich heute am Vormittag in Tempelhof abgeholt. Beim Rewe gleich um die Ecke der Druckerei gönnte ich mir eine Buttermilch für den Weg – ich liebte es dort, gebe den Ort aber nicht preis. Auf jeden Fall, das Ergebnis lässt hoffen – vielleicht gar nicht mehr so wahnsinnig viel zu tun für den Inder! +++ Bild für Bild werde ich hier die Serie komplett nacheinander zeigen – bevor sie dann hoffentlich bald in Groß irgendwo hängt. +++ Jedenfalls trottete ich meinem Sohn hinterher, wir vertrauen uns gegenseitig. Doch als ich ums Eck bog – wie vom Erdboden verschluckt. Ein elektrischer Stoß bis in die Fingerspitzen. Ich rannte den Weg wieder zurück, suchte das Labyrinth ab und rief. Keine Antwort, kein Kind auf dem Laufrad. Hoffentlich war er nicht auf die Straße. Tut er ja eigentlich nicht. Letzter Versuch, letzte Hoffnung, ich bog noch einmal um die Ecke, und wieder war da kein Sohn. Zumindest nicht auf den ersten Blick: Brav und voller Geduld saß er auf seinem Laufrad wartend am Fußgängerübergang und winkte gelassen. In seiner roten Strickjacke hatte er sich genau vor einen roten 3er-BMW aus den Neunzigerjahren gestellt – für den väterlichen Röntgenblick damit unsichtbar. +++ Und mit diesem niedlichen Schmunzler verabschiede mich und sage bye, bye.

 

Überschrift inspired by: Chroma Keying (auch color keying): visueller Effekt, um Hintergrundbilder einzubauen

Überschrift also inspired by: Sweet Gene Vincent © Ian Dury & the Blockheads, 1977

Überschrift also inspired by: Die Monotonie des Yeah, Yeah, Yeah © Walter Ulbricht, 1965

Bildunterschrift inspired by: Ticket to Ride © The Beatles, 1965

Lyrics: A Day in the Life © The Beatles, 1967

Love Me Do © The Beatles, 1962

BMW 3er-Reihe (Baureihe E36) © Bayerische Motorenwerke, 1990 – 2000