Abtreibungsgegner niederbrüllen / Unterstützt die bewaffneten Banden in Peru.

Fiktive Postkarten: Gropiusstadt, U-Bhf. Lipschitzallee © Kai von Kröcher, 2026

 

Here are the young men, the weight on their shoulders. +++ Gibt es von Joy Division zufällig ein Lied, wissen Sie das, wo der Sänger immer „Where have you been“ singt? Zugegebenermaßen bin ich nie ein so großer Joy-Division-Fan gewesen. Können Sie sich in etwa vorstellen, wie viel Überwindung das kostet? Zu sagen, so’n ganz großer Joy-Division-Fan bin ich nie gewesen? Man sollte doch meinen, das wird man doch wohl noch sagen dürfen – aber so einfach ist es nicht. +++ Wissen Sie noch, die verschiedenen Frauen auf dem Cover des Stern damals, die ihr Gesicht zeigten und öffentlich bekannten: „Ich habe abgetrieben“? +++ Das Lied von Joy Division jedenfalls, Sie erinnern sich. Es kam mir aus heiterem Himmel in den Sinn und über die Lippen, als ich mir eine Tasse Kaffee kurz nach sechs heute früh an den Schreibtisch stellte. +++ Seit, ich hatte das gestern nur mit halbem Ohr mitbekommen. Seit anscheinend eine russische Trollfabrik angegriffen und ihr maßgeblicher Schaden zugefügt worden ist, ist mir ein Großteil meiner Blogleserschaft weggebrochen, kleiner Scherz. +++ Joy Division, lassen Sie es mich so sagen: Joy Division waren in meiner Vorstellung für mich immer in etwa so wie ein Spaziergang an einem nieseligen Novembersonntagvormittag mit knurrendem Magen allein durch die Gropiusstadt. Und vielleicht nimmt die Sache mit Joy Division ja eine genauso unerwartet plötzliche Wendung, wie sie mir am Sonntag auch mit der Gropiusstadt widerfuhr. Am späten Vormittag also spazierte ich im kaum merklichen Nieselregen allein durch die Gropiusstadt, verstohlen huschte mein Blick die in die Jahre gekommenen Fassaden der Achtzehngeschosser (?) hinauf. Und ganz unverhofft stellte sich ein Gefühl ein. Da also fragte ich mich, wie es wohl wäre: Zu wohnen im achtzehnten Stock, mit all den Narben auf der verletzten Seele und den milden Gedanken, die sich im Laufe der Jahre bei einem so angesammelt haben. Und die sich von hier oben nun über den, sagen mir mal, über den Bat-Yam-Platz da unten neben dem Gemeinschaftshaus Gropiusstadt ergießen würden – die Vorstellung schmerzte auf einmal nicht mehr. +++ Der Unterschied allerdings, ist Ihnen das auch aufgefallen? Die Schuldgefühle irgendwo, wenn man sich selbst bezichtigt, Joy Division früher nicht ausgesprochen gerne gehört zu haben. Und dieser befreiende Gang auf die Barrikaden auf dem auflagenstarken Titel der Illustrierten Stern?

 

Überschrift inspired by: Hauswandparolen im Kreuzberg der Achtziger-/Neunzigerjahre (in meiner Erinnerung)

Überschrift also inspired by: Hauswandparolen im Kreuzberg der Achtziger-/Neunzigerjahre (in meiner Erinnerung)

Lyrics: Decades © Joy Division, 1980

§ 218

Stern – 1948 von Henri Nannen gegründetes Wochenmagazin

Polarisierungsmonetärer / Papa fuhr immer einen großen LKW.

Fiktive Postkarten: Olympiastadion Berlin (Berlin-Westend) © Kai von Kröcher, 2024

Fiktive Postkarten: Graf Baustoffe (Berlin-Siemensstadt) © Kai von Kröcher, 2024

Fiktive Postkarten: Schmitz Cargobull (Berlin-Friedrichshain) © Kai von Kröcher, 2024

 

Immer als ich wach wurde, waren wir schon da – aus einer dunklen Nacht wurde ein heller Tag. +++ Hätte ich nur nicht immer so elendig nahe am Wasser gebaut! +++ Eine Sache, die mir schon länger unter den Nägeln brennt: Dreht sich um Chat GBT und diese Dinge. Dass nämlich die Künstlerische Intelligenz aus den Fugen geraten ist. Außer Kontrolle, besser gesagt – aus dem Ruder gelaufen. Neulich fand ich die Lösung dafür oder dagegen, ganz wie man will. +++ Manchmal ist alles ganz einfach …

 

Überschrift inspired by: Polarisierungsmonetärer © (mir) unbekannt, 2026

Überschrift also inspired by/Lyrics: Papa fuhr immer einen großen LKW © Betterov, 2025